Am 18. Mai 2026 erklärte US-Finanzminister Scott Bessent, dass die Ausnahmeregelung für russisches Öl um weitere 30 Tage verlängert wird.
Von Meinrad Müller
Was interessiert das Geschwätz von gestern?
Noch vor wenigen Tagen hieß es, die Ausnahme laufe aus und die Sanktionen kämen zurück. Kaum wird der Sprit teurer und Indien unruhig, rudert Washington zurück und macht die Tür wieder sperrangelweit auf.
Wenn’s wehtut, wird der Riegel geöffnet
Die Blockade der Straße von Hormus ist für Indien eine Katastrophe. Plötzlich zeigen sich die Amerikaner gnädig. In den USA kostet der Liter Benzin 1,09 Euro. In Indien geht’s um Gedeih oder Verderb.
Indien darf nicht böse werden – deshalb fließt das böse russische Öl
Das russische Öl wird in den Ostseehäfen beladen, fährt an unserer Haustür vorbei durch Ostsee, Nordsee, um Europa herum, bei Gibraltar scharf links, durchs Mittelmeer, durch den Suez-Kanal und weiter nach Indien. Rund 30 Tage. Von der „Schattenflotte“ spricht plötzlich keiner mehr.
Pragmatische Weltpolitik statt großer Moral
Die USA knicken nicht vor Putin ein – sie knicken vor der Realität ein. Wenn die Preise steigen und wichtige Partner nervös werden, war’s das mit den großen Prinzipien. Dann wird der Hahn aufgedreht. Schöner Ausdruck für: Eigenes Geschwätz von gestern wird schnell vergessen.
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