Die Kreditkartenschulden der US-Verbraucher haben mit über 1,28 Billionen US-Dollar historische Höchststände erreicht. Der amerikanische Konsument pfeift finanziell aus dem letzten Loch. Damit könnte die nächste Finanzkrise programmiert sein.
Von Meinrad Müller
Wer das Stottern des US-Motors jetzt noch ignoriert, übersieht den heraufziehenden Knall an den Märkten. Die Warnglocke schallt bis nach Europa. Der US-Finanzexperte Chris Irons nimmt kein Blatt vor den Mund. Sein knallhartes Urteil rüttelt die Finanzwelt auf: „The American Consumer Is Piss Broke.“ Auf gut Deutsch: Der US-Verbraucher ist komplett abgebrannt.
Für den Exportweltmeister Deutschland ist das der finale Weckruf. Amerika lebt vom finanzierten Konsum. Der private Verbrauch pumpt knapp 68 Prozent der US-Wirtschaft an, mehr als zwei Drittel! Wenn dieser gigantische Motor stottert, geraten Händler, Banken, Autohersteller und Börsen weltweit unter mörderischen Druck.
Der fiese Trick: Kaufe jetzt, blute später!
Ganz Amerika lebt seit Jahrzehnten auf Pump. Vom Rasierapparat bis zum dicken SUV wird alles finanziert. Zahlungsdienstleister wie PayPal bieten Ratenzahlungen schon bei Waren ab 49 Dollar an. Der Bürger wird systematisch zum Schuldner erzogen.
Laut TransUnion standen bei den Autokrediten im ersten Quartal im Schnitt rund 25.000 Dollar pro Verbraucher auf dem Deckel! Das Auto ist kein Besitz mehr, sondern eine tickende Zeitbombe auf vier Rädern. In USA ohne Auto? Unmöglich, denn die Entfernungen sind zu groß.
Im Zins-Würgegriff der Kreditkarten
Die Kreditkarte schließt die Lücke zum Monatsende. Wer den offenen Monatsbetrag nicht sofort ausgleichen kann, zahlt laut Federal Reserve rund 21 Prozent Zinsen – ein brutaler finanzieller Schraubstock. Miete, Auto, Benzin und Lebensmittel rauben den Menschen den letzten Dollar. Aus Kaufen wird nackter Schuldendienst.
Die Gesamtverschuldung der US-Haushalte hat mit 18,8 Billionen Dollar einen neuen Rekord geknallt (New York Fed, Q1 2026). Im Schnitt schleppt jeder amerikanische Haushalt rund 105.000 Dollar Schulden mit sich herum – ein gigantisches finanzielles Damoklesschwert!
Privatinsolvenzen explodieren
Und jetzt kommt das dicke Ende. Im 12-Monats-Zeitraum bis März 2026 gab es bereits 591.850 Pleiten – ein Anstieg von fast 12 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. 2025 lagen die Zahlen schon bei rund 574.000 Fällen. Immer mehr Normalverdiener werfen das Handtuch und erklären sich für zahlungsunfähig. Der „Kaufe jetzt, blute später“-Wahn fordert seine Opfer.
Wenn der US-Käufer ausfällt, brennt hier das Werkstor
Wenn dem Ami das Geld ausgeht, bleibt der Einkaufswagen leer. Erst trifft es billige Waren aus China, dann die hochwertigen Produkte aus Deutschland. Unser Markt hängt an der Nadel der US-Kaufkraft. Die USA waren im ersten Quartal der wichtigste Abnehmer deutscher Waren. Trotz eines heftigen Einbruchs von 12 Prozent meldete Reuters Exporte von 36 Milliarden Euro.
Wenn der US-Verbraucher pleite ist, bestellt er keine Luxuskarren, Maschinen oder Chemie aus Deutschland mehr. Die private Überschuldung der Amerikaner schlägt mit voller Wucht auf unsere heimischen Werkshallen durch. Sie frisst die Gewinne der Konzerne, bedroht Zulieferer und vernichtet Arbeitsplätze.
Am Ende beißen die Hunde den Letzten. Und dieser Letzte steht nicht an der Wall Street, sondern mit dem Rücken zur Wand am deutschen Werkstor.
Meinrad Müllers Blog: www.info333.de/p



