USA - Irankrieg: Ausgang ungewiss. Straße von Hormus geöffnet, aber faktisch geschlossen. Aber: Ölpreis im freien Fall. / Aus russischer Sicht wird Deutschland zunehmend als Kriegspartei wahrgenommen. Trotzdem: Börsen auf Rekord.
Von Andreas Männicke
Die USA und der Iran haben zwar eine Absichtserklärung zur Beendigung des Konflikts unterzeichnet, dennoch bleibt fraglich, ob in den kommenden zwei Monaten tatsächlich eine Einigung erzielt werden kann. Die Straße von Hormus ist unter bestimmten Auflagen wieder geöffnet. Allerdings wird es noch einige Zeit dauern, bis alle wartenden Schiffe die Meerenge passieren können. Hinzu kommen weiterhin hohe Versicherungsprämien, wodurch die Passage für viele Reedereien wirtschaftlich unattraktiv bleibt.
Positiv für die Weltwirtschaft ist der deutliche Rückgang des Brent-Ölpreises von rund 95 auf etwa 70 US-Dollar je Barrel. Dadurch könnte der Inflationsdruck in den kommenden Monaten nachlassen.
Ukraine-Krieg bleibt ungelöst
Auch im Ukraine-Krieg zeichnet sich derzeit keine schnelle Friedenslösung ab. Russland verfolgt weiterhin das Ziel, die Donbass-Region vollständig unter Kontrolle zu bringen. Gleichzeitig intensiviert die Ukraine ihre Angriffe auf russische Infrastruktur wie Raffinerien und Tanklager. Dadurch kommt es in Teilen Russlands zu Treibstoffengpässen, insbesondere auf der Krim.
Die Spannungen zwischen Russland und Deutschland nehmen weiter zu. Aus russischer Sicht wird Deutschland zunehmend als Kriegspartei wahrgenommen. Entsprechende Warnungen aus Moskau sorgen für zusätzliche Unsicherheit.
Börsen zeigen sich erstaunlich robust
Trotz der geopolitischen Risiken erreichen zahlreiche Aktienmärkte neue Höchststände. Der DAX markierte Anfang Juli ein neues Allzeithoch, nachdem bereits im Frühjahr deutliche Kursgewinne erzielt wurden. Auch an der Wall Street blieb die Stimmung freundlich.
Die Hoffnung auf eine Entspannung im Nahen Osten sowie sinkende Ölpreise wirken derzeit unterstützend auf die Finanzmärkte.
Osteuropa entwickelt sich besser als viele westliche Märkte
Besonders stark entwickelten sich erneut die Börsen Osteuropas. Indizes aus Ungarn, Polen, Rumänien und weiteren Ländern erzielten deutlich höhere Kursgewinne als der DAX oder viele andere westliche Aktienmärkte. Vor allem Banken sowie Energieunternehmen gehörten zu den Gewinnern.
Auch rumänische Standardwerte, die inzwischen an deutschen Börsen handelbar sind, konnten in den vergangenen Monaten mit außergewöhnlich hohen Kurssteigerungen überzeugen.
Fragiler Waffenstillstand im Nahen Osten
Obwohl derzeit Gespräche über eine langfristige Lösung geführt werden, bleibt die Lage äußerst angespannt. Der Waffenstillstand gilt als fragil und eine erneute Eskalation kann jederzeit eintreten. Die Straße von Hormus bleibt dabei ein wichtiger geopolitischer Faktor.
Politische Risiken in Europa
Auch innerhalb Europas wachsen die politischen Spannungen. Die Diskussion über die weitere Unterstützung der Ukraine sowie die Finanzierung des Krieges dürfte in den kommenden Monaten weiter an Bedeutung gewinnen.
Trotz Risiken neue Rekorde an den Börsen
Die Aktienmärkte konzentrieren sich derzeit stärker auf sinkende Inflationsrisiken als auf die geopolitischen Unsicherheiten. Während Gold und Silber zuletzt schwächer tendierten, erreichten zahlreiche Aktienindizes neue Höchststände.
Osteuropa bleibt aussichtsreich
Osteuropäische Aktienmärkte zählen weiterhin zu den erfolgreichsten Regionen weltweit. Besonders attraktiv erscheinen derzeit Unternehmen aus Rumänien, Ungarn, Georgien und Kasachstan. Viele dieser Märkte profitieren von günstigen Bewertungen und guten Wachstumsperspektiven.
Die Welt befindet sich weiterhin in einer Phase erheblicher geopolitischer Unsicherheit. Gleichzeitig zeigen sich die internationalen Aktienmärkte überraschend widerstandsfähig. Während Konflikte im Nahen Osten und in der Ukraine die Nachrichten dominieren, setzen viele Anleger auf sinkende Inflation, stabile Unternehmensgewinne und attraktive Chancen in bislang wenig beachteten Regionen wie Osteuropa.
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