Trichet: Nicht selbst ins Bein schießen

EZB-Chef Jean-Claude Trichet  warnt davor, Banken zu stark einzuschränken: “Denn damit würden wir uns selbst ins Bein schießen“. Gewisse Bonuszahlungen haben öffentliche Meinung geschockt.  Er spricht sich für Wertewandel in der Wirtschaft und Disziplinierung der Märkte aus.  Trichet weist Vorwürfe zurück, die Politik habe in der Krise Einfluss auf die Notenbank gewonnen.

 

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-ClaudeTrichet, spricht sich für einen Wertewandel in der Wirtschaftund eine Disziplinierung der Märkte aus. In einem Interview mitBILD am SONNTAG sagte Trichet: “Wir sollten uns sehr bewusstsein, dass einige Verhaltensweisen auf den Märkten zu erheblichen Irritationen geführt haben. Dazu gehört die Höhe gewisser Bonuszahlungen.Das hat die öffentliche Meinung auf beiden Seiten des Atlantiksgeschockt. Deshalb brauchen wir einen Wechsel der Werte und desVerhaltens in diesem Bereich.“

Trichet weiter: “Wir leben allein Demokratien, und deshalb ist es sehr wichtig, dass es einegesellschaftliche Akzeptanz für die Werte und Verhaltensweisenin der Wirtschaft gibt.“Trichet forderte die Banken auf, Extrazahlungen an Spitzenmanagerauf den Prüfstand zu stellen: “Die Banken müssen ihre Widerstandsfähigkeiterhöhen und Verhaltensweisen vermeiden, die mit den Werten unsererGesellschaft nicht vereinbar sind. Dazu zählen exzessive Bonuszahlungen.“


Der EZB-Chef hob die Rolle der Notenbanker bei der Disziplinierung der Märkte hervor: “Brechen die Märkte aus, egal ob nach oben oder unten, so ist es an uns, wieder für Disziplin zu sorgen. Weisheit muss Exzesse, also übermäßige Gier oder übergroße Furcht, disziplinieren.“


Zugleich warnte Trichet jedoch davor, als Resultat aus der Krise Geldinstitute zu stark einzuschränken: “Auf der anderen Seite kann ich nur davor warnen, die Banken in ihrer Tätigkeit zu behindern. Banken finanzieren in Europa 75 Prozent aller wirtschaftlichen Aktivitäten. Die Realwirtschaft ist zur Finanzierung von Investitionen auf Banken angewiesen, und wir sollten die Banken nicht schlecht behandeln oder ignorieren. Denn damit würden wir uns selbst ins Bein schießen.“


Politik ohne Einfluß?

Trichet, weist Vorwürfe zurück, die Politik habe in der Währungskrise Einfluss auf die Notenbank gewonnen. In dem Interview sagte Trichet: “Die EZB trifft ihre Entscheidungen in vollkommener Unabhängigkeit. Das haben wir mit teilweise umstrittenen Zins- und anderen Entscheidungen immer wieder unter Beweis gestellt.“

Auch alle Sondermaßnahmen wie der Ankauf von Staatsanleihen habe der EZB-Rat “aus geldpolitischen Gründen und in voller Unabhängigkeit beschlossen“. Trichet erinnerte daran: “Nach den Verträgen dürfen die Mitglieder des EZB-Rats weder von einer Regierung noch von Interessengruppen Weisungen entgegennehmen. Sie dürfen auch keine Weisungen einholen.“


Geld wie ein Gedicht

 
Für den Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet ist Geld wie ein Gedicht. In dem Interview mit "Bild am Sonntag" sagte Trichet unmittelbar vor dem Ende seiner achtjährigen Amtszeit: "Ich vergleiche Geld gerne mit einem Gedicht. Denn auch ein Gedicht bewahrt stets seine Struktur, so wie eine Goldmünze ihre Prägung behält. Beides sollte und kann nicht geändert werden, wenn es einmal geschrieben beziehungsweise geprägt wurde."
 
Trichet wiedersprach der Volksweisheit "Geld regiert die Welt": "Also dieser Aussage kann ich überhaupt nicht zustimmen! Ideen sind es, die die Welt regieren - hoffentlich. Geld ist ein Mittel, aber kein Zweck, ein Instrument, aber kein ultimatives Ziel an sich, kein Selbstzweck: un moyen, pas une fin."

Persönlich sei ihm Geld nicht besonders wichtig: "Reichtum fasziniert mich persönlich nicht." Der EZB-Chef hob die herausragende Bedeutung des Geldes für die menschliche Zivilisation hervor: "Geld hat  drei wesentliche Funktionen: Es dient als Wertaufbewahrungs- und Tauschmittel und als Recheneinheit. Es gehört untrennbar zur Zivilisation, weil es Arbeitsteilung ermöglicht. Nur deshalb gibt es überhaupt Städte." Auch nach dem Ende seiner Amtszeit als EZB-Präsident will sich Trichet nicht zur Ruhe setzen: "Ich werde sicher aktiv bleiben. Was ich konkret mache, werde ich erst nach dem Ausscheiden aus der EZB sehen."

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