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Celesio will in den Irak

Celesio wirbt um Vertrauen der Anleger. Pharmahändler denkt über neue Renditeziele nach - Konzernchef hält Expansion in den Irak für möglich. „Durch den arabischen Frühling verändern sich die Rahmenbedingungen komplett.“


Der Chef des Pharmagroßhändlers Celesio kämpft nach langem Tiefflug der Aktie um die Gunst der Investoren. Gewinnen wolle er sie durch neue Wachstumsperspektiven und eine stärkere Ausrichtung der Unternehmensziele auf die Interessen der Aktionäre, sagte Markus Pinger der Financial Times Deutschland (Donnerstagsausgabe). Expansionschancen sehe er im Nahen Osten und sogar im Irak: „Durch den arabischen Frühling verändern sich die Rahmenbedingungen komplett.“ Zudem überarbeite Celesio die Renditeziele. Bislang war der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) die absolute Zielgröße. Künftig könnten für Anleger aussagefähigere Kennzahlen wie der Gewinn pro Aktie hinzukommen.

Da der Pharmahandel in den europäischen Stammmärkten weiter magere Margen abwirft, bleibt Pinger nichts anders übrig, als im Ausland neue Märkte zu erschließen. Schwerpunkt ist derzeit Brasilien, wo Celesio 2009 den Marktführer Panpharma und 2011 den Spezialanbieter Oncoprod gekauft hat. „Wir sehen Brasilien als strategischen Brückenkopf für eine weitere Expansion in Süd- und Mittelamerika“, sagte Pinger.

Auf mittlere Sicht nimmt er die arabischen Staaten ins Visier. „Wir sind von mehreren Ländern und Regierungen angesprochen worden, ob wir nicht beim Aufbau einer flächendeckenden Medikamentenversorgung helfen könnten.“ Celesio ist damit eines der ersten deutschen Unternehmen der Gesundheitsbranche, das ankündigt, die Umwälzung im Orient zur Erschließung neuer Geschäftsfelder zu nutzen. Chancen sieht Pinger sogar im kriegsgebeutelten Irak. „Auch da gab und gibt es Interesse bei Regierung, Institutionen und Unternehmen.“

Um die Talfahrt der Aktie zu beenden, will Celesio nicht allein mit Expansionsplänen bei Investoren werben, sondern denkt über neue Kennzahlen für den wirtschaftlichen Erfolg nach. Das Ebitda als einziges Ziel hat ausgedient: „Unser Steuerungssystem soll zukünftig ein Stück weitergehen.“ Zur Debatte stünden neben dem Gewinn pro Aktie auch der Geschäftswertbeitrag (EVA), der die Vorteilhaftigkeit einer Investition bemisst, und die Gesamtkapitalrendite (ROCE). Präsidium und Aufsichtsrat könnten auch die Vorstandsvergütung nach solchen Zielgrößen ausrichten.

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