Telekom: Ausverkauf wegen Banken-Druck?

Die Telekom gehört zu den Underperformern im DAX und konnte auch von der letzten Rallye nicht profitieren. Nachdem der AT&T Deal geplatz ist, gibt es kaum noch schlechte Nachrichten. Trotzdem fällt die Aktie weiter. Verkaufen Hedgefonds? Machen die Banken Druck?

 

Mit einer Dividendenrendite von fast 9% und einem Ausschüttungstermin der mit Mai in greifaberer Nähe ist, wundern sich viele Marktteilnehmer über die Kursverluste bei der Telekom. Schlechte Nachrichten müssten eigentlich verdaut sein. Dazu zählt auch der geplatzte AT&T Deal, der im Nachhinein für die Telekom auch etwas Positives hat: Der Konzern erhält von den Amerikanern über 3 Milliarden Break Up Fee.

Warum fällt die Telekom also weiter und notiert derzeit unter 9 Euro? Mehr und mehr kursieren Gerüche, dass die Telekom indirekt auch ein Opfer der Bankenkrise ist. Große und kleine Hedgefonds hatten sich schon lange per Kredit mit Telekom-Aktien eingedeckt. Doch bei fallenden Kursen gibt es jetzt ein Problem.

Die Rechnung: Die Zinsen werden locker von der Dividende gezahlt. Das stimmt zwar auch - bei fallenden Kursen steigt allerdings auch das Kreditrisiko, so dass manche Banken wohl jetzt die Reißleine gezogen haben und es zu Zwangsverkäufen kam. Gerüchten zufolge soll bedsonders die Commerzbank solche Deals eingegangen sein.

Allein der US-Hedgefonds Blackrock halt rund 10% an der Telekom. Der Anteil wurde zu durchschnittlichen Kursen um 14 Euro eingekauft (2007). Ein Großteil der Position wurde offenbar per Kredit finanziert - damals eine fast todsichere Sache. In Zeiten der Bankenpleiten und Krise aber nicht mehr. Und nachdem sich der Kurs seit 2007 nun fast halbiert hat fodern die Banken offenbar neue Sicherheiten oder ein Abbau der Postion.

Viele Marktteilnehmer könnten deshalb gezwungen sein, ihre auf Kredit gekauften Telekom-Aktien nun zu verkaufen. Im fallenden Markt erzeugt dies natürlich zusätzlichen Druch auf die Aktie, die ihren Boden offenbar noch nicht gefunden hat.

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