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Ex Oriente Lux

Philosophie als Überlebens-Strategie. Unsere Gegenwart ist nicht irgendeine Gegenwart, sondern der Wendepunkt in der Geschichte der Menschheit. Wir stehen nun an der letzten Gabelung des Weges der Menschheit und müssen uns jetzt für einen Weg entscheiden – für den Weg in den Untergang oder für den Weg in das Überleben der Art. Dabei kann uns nur die „Mutter und Königin der Wissenschaften“, die (östliche) Philosophie, helfen.

 

von Norbert Knobloch

Die Menschheit steht an dem entscheidenden Wendepunkt ihrer Geschichte. Mit Beginn der modernen Industrialisierung vor rund 250 Jahren ist das irrationale Selbstmord-Programm des tollwütigen Schädlings Homo Consumens („verbrauchender Mensch“ [WOLFGANG SCHMIDBAUER1)]) in die entscheidende und, wenn nicht sofort ein Bewußtseins- und Werte-Wandel eintritt, wohl letzte Phase  getreten: Durch kollektiven Massenmord („Krieg“) und systematische Vernichtung seiner natürlichen Lebensgrundlagen unter dem irrsinnigen Vorwand des zerstörerischen „Fortschritts“ wird der geniale, doch wahnsinnige nackte Affe, der sich selber „Homo Sapiens“ („vernunftbegabter Mensch“) nennt, in einem globalen Amoklauf ohnegleichen die Erde verwüsten und alles Leben darauf vernichten.

Der Sand der selbsterzeugten Wüsten knirscht bereits zwischen seinen Zähnen – wie die Genesis der Bibel (AT, Erstes Buch Mosis [Schöpfungs-Geschichte]) voraussagt, die auch beschreibt, wie ein vormals gesundes Wesen aufgrund und infolge eines über eine Million Jahre praktizierten Kannibalismus körperlich, geistig und seelisch erkrankte und zu dem gefährlichsten Wesen auf der Erde geworden ist. (Vgl. „Homo Sapiens: Durch Kannibalismus zur Intelligenz?“, ->www.mmnews.de, und OSCAR KISS MAERTH2), Der Anfang war das Ende)

Seitdem der Mensch nämlich aufgrund hormonaler Veränderungen infolge des Kannibalisierens der Hypophyse (Hirnanhangdrüse) seiner eigenen Artgenossen existenzgefährdende Defekte physiologischer und psychologischer Art erlitten hat (Verlust des Haarkleides, Verlust der Paarungszeit, Verlust der „übersinnlichen“ Fähigkeiten, Überschuß an Intelligenz, geistige Umnachtung sowie Diskrepanz und Konflikt zwischen Instinkt und Intellekt), hat er sich unnatürlich, nämlich rasend schnell und unkontrolliert wuchernd vermehrt und zerstörerisch in die natürlichen Abläufe auf der Erde eingegriffen.

So hat er infolge der Zwangsvorstellungen seiner umnachteten Intelligenz und mit der Skrupellosigkeit seines pervertierten Charakters die natürliche Aussterberate der auf der Erde lebenden Arten bis heute um das rund vierhundertfache gesteigert: Betrug die natürliche Aussterberate während der vergangenen Jahrmillionen gleichbleibend etwa eine Art pro Jahr, so verschwanden im vorigen Jahrhundert wegen der Taten des Menschen an jedem einzelnen Tag je eine Tier- und Pflanzenart unwiederbringlich von der Erde – bei rasend steigender Tendenz. Bis zum Ende dieses Jahrzehnts wird die selbsternannte „Krone der Schöpfung“ in vorgeblich „göttlicher Mission“ ihre Artenmordquote auf eine Art pro Stunde gesteigert haben

Der ach so „vernunftbegabte“ Mensch vernichtet damit aber nicht nur auch für ihn wichtige, unersetzliche Genspeicher der Evolution unwiederbringlich, sondern schaufelt zugleich sein eigenes Grab, denn „wir sind als Art biologisch unentrinnbar ein Teil der Natur – lebend an ihr Leben, leidend an ihr Leiden, sterbend an ihr Sterben gebunden.“ (HORST STERN3))

Alle Lebensvorgänge auf der Erde sind nämlich ein riesiger Komplex vernetzter, vielfach rückgekoppelter Öko-Systeme – artenreiche, fein aufeinander abgestimmte Lebens-Gemeinschaften von Mikro-Organismen, Pflanzen, Tieren und Menschen, die in enger Wechselbeziehung zueinander und sogar völliger Abhängigkeit voneinander leben – und bilden im Endeffekt ein einziges, kompliziertes, fragiles, labiles Gesamt-Beziehungsgefüge: die Biosphäre. (Vgl. FREDERIC VESTER4) [Kybernetik] und JAMES LOVELOCK5) [Gaia-These])

Jedes der miteinander verbundenen Öko-Systeme hat eigene Stoff- und Energie-Kreisläufe, die teilweise innerhalb ihres Systems ineinandergreifen, teilweise aber auch in die Kreisläufe benachbarter Systeme eingreifen und wiederum von diesen beeinflußt werden. (So zieht das Ausrotten einer einzigen Pflanzenart das Aussterben von zehn bis zwanzig Tierarten nach sich.) Es gibt keinen unabhängigen Kreislauf in den Biotopen und Öko-Systemen der Natur, deren fließendes und deswegen empfindliches Gleichgewicht (Homöostase: Fließ-Gleichgewicht)  von Erzeugung und Verbrauch, Entwicklung und Zerstörung, Alterung und Verjüngung, Entstehen und Vergehen mit ihrer Diversität (Vielfalt, Verschiedenartigkeit), das heißt mit der Anzahl der an ihrer Zusammensetzung beteiligten Arten an Stabilität gewinnt.

Der Münchner Biologe und Kybernetiker PROF. DR. FREDERIC VESTER drückt es modern aus: „Die Natur ist ein gigantisches Unternehmen, das seit nunmehr fast vier Milliarden Jahren nicht pleite gemacht hat.“ Der Mensch aber, offensichtlich geistig umnachtet und charakterlich entartet, zudem körperlich degeneriert, steht mit seinem künstlichen, ungleich jüngeren „Unternehmen Technik“ nach nicht einmal 10.000 Jahren schon vor dem Bankrott.

In Erfindungsreichtum und Funktionstüchtigkeit hat der Mensch die Natur nicht annähernd erreicht. Von ihren Technologien hat er bis heute nur einen verschwindend kleinen Bruchteil künstlich zustande bringen oder nachahmen können – und selbst das auch nur unzulänglich. (Vgl. KURT G. BLÜCHEL6), Bionik. Wie wir die geheimen Baupläne der Natur nutzen können.) Die natürlichen Technologien dagegen hatten schon funktioniert, lange bevor der Mensch auf diesem Planeten auftauchte – und dazu in einer weit besseren, nämlich tatsächlich perfekten Weise: ohne Rohstoff- und Energiesorgen sowie ohne Abfall- und Transportprobleme.

Wer eine Gesamtrechnung aufstellt, wird feststellen, daß alle biologischen Systeme, die von der uralten „Firma Natur“ entwickelt worden sind, nicht nur sanfter und schonender,  ungefährlicher und unschädlicher, sondern auch zigmal effektiver und wirtschaftlicher sind als die vom Menschen geschaffenen Technologien. Die Technik der Natur verursacht weder Dreck noch Lärm noch Gestank; die verschmutzt weder die Luft, noch verseucht sie den Boden, noch vergiftet sie das Wasser; sie verschwendet weder Energie, noch verbraucht sie Material, noch vernichtet sie Lebensraum. All das aber tut die Technik des Menschen.

Will der Mensch überleben, muß er deshalb – zwar spät, aber vielleicht nicht zu spät – als Schüler und Lehrling wieder in dieses alternativlose „Unternehmen Natur“ einsteigen, aus dem er einst ausgestiegen ist, um das chaotische und todgeweihte „Konkurrenz-Unternehmen Zivilisation“ zu gründen. Maßt er – der wahnwitzige Narr – sich jedoch weiter an, den Lehrer und Meister der Natur, deren (entfremdeter) Teil er ja nur ist, spielen zu wollen, wird er mit seinem sowohl lächerlichen wie auch zerstörerischen, philosophielosen System untergehen.

Dieses System ist die Ausgeburt seines umnachteten Geistes in seinem defekten Gehirn, das, als es durch hormonale Veränderungen infolge des Kannibalismus zu viel und zu schnell wuchs und unter dem Druck des nicht entsprechend mitwachsenden Schädels verkrüppelte, mit dem übersinnlichen Wahrnehmungs-Vermögen auch die Fähigkeit zum philosophischen Denken weitgehend und zunehmend verloren hat. Ohne Philosophie aber ist alle Intelligenz nicht nur nutzlos, sondern sogar gefährlich, wie die Geschichte der Menschheit aufzeigt.

Der Begriff „Philosophie“ setzt sich aus den altgriechischen Wörtern philia: die Liebe bzw. philos: der Liebende und sophia: die Weise, die Weisheit zusammen und bedeutet etwa soviel wie „Liebe zur Weisheit“. (Vgl. Philosophie – Königin der Wissenschaften, ->www.mmnews.de)

Als Erster gebrauchte vermutlich einer der drei antiken griechischen Philosophen und Vorsokratiker THALES VON MILET, PYTHAGORAS VON SAMOS oder HERAKLIT VON EPHESOS diese Bezeichnung. Doch das Streben nach Wissen und Weisheit mittels logischen Denkens ist noch viel älter: Die ältesten philosophischen Texte Indiens, der Veda oder die Veden (ved, sanskrit: Wissen; von vid, sanskrit: schauen; ab ca. 2000 v. Chr.) sind die ersten uns bekannten, die sich rein auf das ganzheitliche, logische Denken gründen. Die großen Weisen der Inder – Rishis ( „Seher“), Saddhus („Fromme“, „Heilige“), Sannyasins („Entsager“) und Yogis („Praktizierende“) – erkannten und bewahrten das harmonische System der Wechselbeziehungen allen Lebens in der Natur als Einheit und richteten ihre Lebensweise entsprechend danach aus. Deshalb waren sie gesund, frei, friedlich und glücklich – wie es die freilebenden Tiere, die keine „Arbeit“ und keinen „Fortschritt“ kennen, heute noch sind.

Der philosophielose „zivilisierte“ Mensch hingegen, als einziges Lebewesen (abgesehen von seinen überzüchteten, gewaltsam degenerierten „Nutztieren“) und aus eigenem Verschulden zu einem denaturierten Dasein in lebensfeindlicher Umgebung (Stadt) gezwungen, ist (geistig, seelisch und körperlich) krank, unfrei, kriegerisch und unglücklich. Jede Pflanzen- und Tierart ist in einem harmonischen Entwicklungs-Prozeß (Evolution) ihrem eigenen natürlichen Lebensraum angepaßt – anfangs also auch der Mensch. Doch irgendwann hat er – aufgrund der Konsequenzen des Kannibalisierens – den umgekehrten, falschen Weg eingeschlagen, nämlich seine natürliche Umwelt manipuliert und über Gebühr strapaziert, diese dadurch immer weiter zerstört und sich eine künstliche, unzulängliche (Ersatz-) Umgebung geschaffen, die aber nicht gut für ihn geeignet und der er nicht ausreichend angepaßt ist.

Seine ehedem holistisch-spirituelle Denkweise ist dabei zunehmend von einer reduktionistisch-mechanistischen Handlungsweise abgelöst worden. Der Mensch hat sich voll und ganz einer einzigen, obendrein der untergeordneten und unwichtigsten Substanz, nämlich der Materie, verschrieben und leidet deswegen als einziges Geschöpf unter dem absurden Phänomen „Arbeit“: der selbstauferlegte Fluch der Arbeit lastet auf keinem anderen Lebewesen (außer auf seinen „Nutztieren“). Dabei sind die äußeren Eigenschaften und physischen Bedürfnisse des Menschen grundsätzlich fast die gleichen wie vor einer Million Jahren. Dennoch „arbeitet“ der Mensch heute zigtausendmal mehr, um sie zu befriedigen, was ihm aber trotzdem – oder gerade deswegen – immer schlechter und immer weniger gelingt.

Der Mensch ist auch das einzige Lebewesen, das keine Gegenwart hat: Jeder Tag ist für ihn nur ein Provisorium, denn er arbeitet verbissen und krampfhaft für das „Morgen“, aber auch das „Morgen“ ist nur wieder ein Provisorium für den darauf folgenden Tag, das „Übermorgen“. So hat der Mensch sich selber in einen Teufelskreis getrieben: er wird von der Zeit gejagt, die ihm wegläuft. Um unter dieser selber aufgebürdeten Last nicht vollends zusammenzubrechen, muß der Mensch Selbstbetrug üben: Er redet sich eine vorgeblich „fortschreitende Verbesserung“ seiner Situation ein – unter dem geradezu (unfreiwillig und unwissentlich) selbstverhöhnenden Schlagwort „Fortschritt“. Denn das Gegenteil ist ja in Wirklichkeit der Fall, wie zunehmend mehr Menschen am eigenen Leibe erfahren müssen.

Sein sogenannter „Fortschritt“ ist eine endlose Kette künstlicher, erfolgloser Notmaßnahmen gegen seine seelischen Nöte und körperlichen Defekte, die wiederum Folge des Kannibalismus sind (s. o.) und durch diese Notmaßnahmen sogar noch potenziert werden. Ein daran beteiligter, ursächlicher Faktor ist es, daß der Mensch in seiner geistigen Verwirrung versucht, seine seelischen Nöte durch Maßnahmen materieller Art zu lindern und zu heilen; das kann natürlich ebensowenig – nämlich gar nicht – gelingen, wie echte materielle Nöte durch seelische Behandlungen beseitigt werden können. Die Notmaßnahmen des Menschen erzeugen also nur immer neue seelische und materielle Nöte – und den Fluch der Arbeit.

Der Mensch in seinem Wahn hält sich für die „Krone der Schöpfung“ und den „Statthalter Gottes auf Erden“ als „Verwalter der Natur“, ist aber das genaue Gegenteil: der „Vergewaltiger der Natur“, ein genialer Narr und krimineller Irrer, der als körperlich, geistig und seelisch unheilbar erkranktes Wesen mit sich selber und der Natur nicht mehr in Einklang und mit seinen Artgenossen und allen anderen Lebewesen in Todfeindschaft lebt. All seine Taten sind nichts anderes als das Umgehen, Ändern, Stören und Verhindern natürlicher Prozesse, die sich ursprünglich im Rahmen der kosmischen Ordnung von selber abgespielt hatten, oder das Entfesseln natürlicher Kräfte, die er nicht kontrollieren kann (Atomkraft).

Er zerstört damit das Gleichgewicht jener universellen Kräfte, die die Entstehung und das Bestehen des Lebens auf dem Planeten Erde gewährleistet hatten. Somit schadet und vernichtet er sich jedoch letztlich selber, denn wie die Ökologie gezeigt hat und lehrt, besteht eine Rückkoppelung zwischen dem, was der Mensch in der Natur tut, und dem, wie die Natur darauf reagiert: „Früher oder später, aber gewiß immer, wird sich die Natur am Menschen rächen für alles Tun, das wider sie selbst ist.“ (JOHANN HEINRICH PESTALOZZI7))

Die Philosophie, speziell die indische als älteste und am höchsten entwickelte Philosophie, die davor warnt und den rechten Weg aufzeigt, versteht er nicht mehr und erkennt sie trotzdem (obwohl er sie gar nicht versteht!) noch nicht einmal an. Dabei war sie nicht nur Grundlage für Vedismus, Brahmanismus, Jainismus und Buddhismus, sondern übte selbst auf spätere Lehren außerhalb Indiens (wie die Lehren PLATONS und JESU) noch Einflüsse aus – weil sie nur Wahres zum Inhalt hat, denn nur aus Wahrem kann eine wahrhafte Lehre entstehen.

Leider haben Mißdeutung, Verfälschung und Entartung um so mehr zugenommen, je länger diese Religionen bestehen. Der moderne Mensch setzt »Religion« nicht mehr in sein Tun und Handeln um, er drückt »Religiosität« nicht mehr durch seine Lebensweise aus, sondern er hat beides vom praktischen, täglichen Leben getrennt, theoretisiert und abstrahiert: Er beschränkt sich auf eine Gedanken-lose und damit Sinn-lose, automatisierte Pflichtübung eines zeitlich und förmlich festgelegten Rituals. So ist »Religion«  - ihres Inhalts und Zwecks beraubt – zu einer leeren Hülle degradiert und »Religiosität« auf eine starre Formel reduziert worden. (Hinzu kommt, daß die Religionen von weltlichen Herrschern in Kollaboration mit pseudo-„religiösen“ Institutionen wie der Kirche manipuliert und als pervertierte Ideologie für ihre egoistischen, materialistischen, verbrecherischen Ziele [Macht und Geld] mißbraucht werden)

Der religions- und philosophielose Mensch der Gegenwart kann das Wesentliche nicht mehr vom Unwesentlichen, das Wichtige nicht mehr vom Unwichtigen unterscheiden und rennt blind und blöd in sein Verderben. In allernächster Zukunft werden vier Faktoren das Weiterbestehen des Menschen und vielleicht sogar allen Lebens auf dem Planeten Erde akut gefährden: 1.) die Überbevölkerung, 2.) die Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen, 3.) ein atomarer Unfall und 4.) ein atomarer Krieg. Der Mensch hat keine andere Wahl: Er muß jetzt erkennen oder wenigstens einsehen, daß schon jeder einzelne Faktor allein für seine Art tödlich sein wird, und seine Einstellung sowie sein Verhalten sofort entscheidend ändern.

Sein Überleben als Art hängt von einer sofortigen radikalen Veränderung oder Umstellung sowohl im ideellen wie auch im materiellen Bereich ab. Als Voraussetzung sind Erkenntnis und Einsicht, in der Folge rigoroses Umdenken und konsequentes Umsetzen notwendig – im buchstäblichen Sinn: um die Not (ab-) zu wenden. „An die Stelle von quantitativem Messen muß qualitatives Werten treten – eine holistische, spirituell bewußte Weltanschauung, die unser bankrottes reduktionistisches, mechanistisches Weltbild ablöst.“ (FRITJOF CAPRA8)).

Jeder einzelne Mensch, welcher Rasse, Kultur und Gesellschaft er auch angehört, muß sich total umstellen und zu einer soweit wie noch möglich naturverbundenen und damit gesunden, nämlich einfachen und wesentlichen Lebensweise übergehen. Wenn er dann nur noch so viel arbeiten wird, wie zur Befriedigung seiner wenigen echten, natürlichen Bedürfnisse nötig ist, wird er erkennen, daß er damit kein Opfer bringt, sondern im Gegenteil sich von allen ihm aufgezwungenen, unechten Schein-Bedürfnissen befreit, für deren Ersatz-Befriedigung er bisher sinnlos gearbeitet und so sein Leben unnötig erschwert (und die Natur geschädigt) hat.

„Die größte Leistung besteht darin, nichts mehr zu leisten.“ (OSCAR KISS MAERTH) Das gilt in erster Linie für den „zivilisierten“ Menschen, und da besonders für den maßlosen des Westens, der sich unter ständig steigenden Wahnvorstellungen immer absurdere Ziele setzt und zu deren Verwirklichung rücksichtslos immer gefährlichere und zerstörerische Mittel einsetzt. So hat er sich ohne eigentliche, ursprüngliche Notwendigkeit in einer Art „wirtschaftlicher Masturbation“ (O. K. MAERTH) – einem krankhaften, endlosen Prozeß des Herstellens, Verbrauchens und Wegwerfens – dem selber geschaffenen sogenannten „Wachstum“ ausgeliefert und damit von einem alles verschlingenden, zeitlich begrenzten und deswegen von vornherein zum Scheitern verurteilten künstlichen System abhängig gemacht.

Die gegenwärtige materialistische und philosophielose Plünder-Zivilisation als die absurdeste, pervertierteste, naturwidrigste und menschenfeindlichste Lebens- und Gesellschaftsform in der Geschichte der Menschheit ist auf ständig zunehmende (Selbst-) Versklavung und Vergewaltigung des Menschen durch den Menschen sowie fortschreitende Ausbeutung und Zerstörung seiner natürlichen Umwelt aufgebaut. Mit ihr vernichtet der Mensch unwiderruflich die unersetzlichen Lebensgrundlagen aller Lebewesen auf der Erde und damit auch seine eigenen – Verbrechen und zugleich Wahnsinnstat, denn „da werden sein Heulen und Zähneklappern“, wie auch schon JESUS im Matthäus- und Lukas-Evangelium ankündigt. Allerdings wird das nicht erst in einer fiktiven jenseitigen „Hölle“, sondern in einer sehr diesseitigen „Hölle auf Erden“, die dann nur noch Disteln und Dornen tragen wird, sein:

Furchtbare Angst des Menschen vor dem Menschen und vor dem selbstverschuldeten Ende sowie schreckliche Schmerzen durch selbstverursachte Krankheiten und aneinander begangene Gewalttaten werden den dann unausweichlichen Untergang des Menschen zu einem leid- und qualvollen Weg durch Elend, Not und Verzweiflung werden lassen.

Doch noch hat der Mensch die Möglichkeit, zumindest die Frist seiner Existenz auf der Erde zu verlängern und das Leid seines möglichen Unterganges zu mildern und sich keine unnötigen, zusätzlichen Qualen zuzufügen. Aber schon allein dafür ist es zwingend notwendig, daß er die heutige westliche, typisch amerikanische „Zivilisation“, die in Wirklichkeit die größte Barbarei aller Zeiten ist, bis auf die Grundmauern niederreißt, und daß er die von ihm selber gewählte künstliche Lebensform und materialistische Gesinnung aufgibt und sich, soweit es sein erkrankter Körper und umnachteter Geist noch erlauben, wieder einer weitgehend natürlichen, spirituellen, philosophischen Lebensweise zuwendet und annähert.

Für sein Weiterbestehen als Art ist es unumgänglich, daß der Mensch sich von der Existenzweise des Habens befreit und sich wieder der uralten Philosophie des Ostens, der Existenzweise des Seins (vgl. ERICH FROMM9), Haben oder Sein), zuwendet. Allein jene Philosophie kennt und nennt die einzig sinnvollen, nutzbringenden und segensreichen Ziele des Menschseins – Aufhebung von Gier, Haß und Verblendung (Unkenntnis, Nichtwissen) als Ursachen allen Leids und somit Beendigung allen Leids und Erlangen des Heils – und bietet für deren Erreichen erfolgversprechende, menschenwürdige Konzepte, die mit den Gesetzen der Natur und den geistigen und körperlichen Möglichkeiten des Menschen übereinstimmen.

Bestandteil dieser Konzepte sind Yoga und Meditation – Übungen, die den physischen Defekt des erkrankten menschlichen Gehirns teil- und zeitweise aufzuheben vermögen. (Nur dazu sind sie von den uralten Weisen und Heiligen im Südosten Asiens [Indien] vor Jahrtausenden entwickelt worden) Darum sind „Philosophie und Meditation ein Kategorischer Imperativ für die gesamte Menschheit“ (KEN WILBER10)). Außer einer allgemeinen Notwendigkeit ist dies nicht nur im Interesse, sondern auch die Pflicht jedes Menschen.              

1) PROF. DR. WOLFGANG SCHMIDBAUER (* 1941), Münchner Psychologe, Psychoanalytiker, Psychotherapeut und Autor. Werke: „Homo Consumens. Der Kult des Überflusses.“, „Jetzt haben, später zahlen“, „Das kalte Herz“.

2) OSCAR KISS MAERTH (1914 – 1991), in Rumänien geb. britischer Staatsbürger, schockierte 1971 die Welt mit seinem Buch „Der Anfang war das Ende. Die Menschheit entstand durch Kannibalismus – Intelligenz ist eßbar.“ Seine Erkenntnisse werden von der Evolutions-Theorie, der Geschichts-Wissenschaft, der Archäologie, der Anthropologie, der Biologie, von den heiligen Schriften der Menschheit u. von zeitgenössischen Yogis bestätigt.

3) DR. H. C. HORST STERN (*1922), deutscher Journalist, Schriftsteller und Filmemacher, gründete 1972 (zus. mit Irenäus Eibl-Eibesfeldt, Bernhard Grzimek, Konrad Lorenz, Heinz Sielmann u. a.) die „Gruppe Ökologie“, 1975 (zus. mit Bernhard Grzimek, Frederic Vester u. a.) den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND) u. 1980 die Zeitschrift Natur. Bekannt wurde er durch seine TV-Tier-Reportage-Serie „Sterns Stunde“.

4) PROF. DR. FREDERIC VESTER (1925 – 2003), deutscher Biochemiker, Kybernetiker und Autor, gehörte zu den Gründungs-Mitgliedern des BUND. Er machte das Vernetzte Denken populär. Bekannteste Werke: „Denken, Lernen, Vergessen“, „Neuland des Denkens“, „Vernetztes Denken“, „Wasser = Leben“, „Das Ei des Kolumbus“.

5) PROF. DR. JAMES EPHRAIM LOVELOCK (* 1919), britischer Mediziner, Chemiker, Biophysiker und Erfinder, begründete in den sechziger Jahren zus. mit der Mikro-Biologin Lynn Margulis die „Gaia-Theorie“ (heute Geophysiologie). Die nach der Erdgöttin und Großen Mutter Gaia der altgriechischen Mythologie benannte These besagt, daß die Erde und ihre Biosphäre als ein Organismus, als ein Lebewesen betrachtet werden können.

6) KURT G. BLÜCHEL (* 1934), deutscher Wissenschafts-Autor, hat sich bes. mit dem Thema »Bionik« befaßt: „Bionik“, „Faszination Bionik“, „Das große Buch der Bionik“ Mit seinem Buch „Der Klimaschwindel. Erderwärmung, Treibhauseffekt, Klimawandel – die Fakten.“ deckte er als einer der ersten die Klima-Lüge auf.

7) JOHANN HEINRICH PESTALOZZI (1746 – 1827), Schweizer Pädagoge, Philosoph, Politiker, wurde bekannt als Schul- und Sozialreformer. Er vertrat einen ganzheitlichen Ansatz in der Erziehung von Kindern und erkannte als einer der ersten die Existenz von „Zeitfenstern“ der neuronalen Entwicklung (Laufenlernen, Spracherwerb).

8) PROF. DR. FRITJOF CAPRA (* 1939), österreichischer Philosoph, Physiker, Systemtheoretiker und Autor, Schüler von Werner Heisenberg, arbeitet an einer Synthese von östlicher Philosophie und Mystik sowie westlicher Physik. Bekannteste Werke: „Das Tao der Physik“, „Wendezeit“, „Das neue Denken“, „Lebensnetz“.

9) PROF. DR. ERICH FROMM (1900 – 1980), deutscher Philosoph, Psychoanalytiker und Psychologe, war einer der größten Kritiker der modernen westlichen Gesellschaft. Werke: „Die Kunst des Liebens“, „Haben oder Sein“, „Wege aus einer kranken Gesellschaft“, „Anatomie der menschlichen Destruktivität“, „Die Seele des Menschen“

10) KENNETH EARL WILBER (* 1949), amerikanischer Philosoph, Mystiker, Naturwissenschaftler und Autor, wird auch als “Einstein der Bewußtseins-Forschung” bezeichnet. Wilber bemüht sich um eine Synthese von Philosophie, modernen Wissenschaften und Religion und gilt als Protagonist des Integralen Denkens. Werke: „Das Spektrum des Bewußtseins“, „Wege zum Selbst“, „Halbzeit der Evolution“, „Eros, Kosmos, Logos“ u. a.



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