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Gold kein Angstbarometer

Wer damit rechnet, dass weitere Sorgen um den Euro den Anlegern zur Flucht in den „sicheren Hafen“ Gold verhelfen werden, dürfte enttäuscht sein. Denn vor allem agiert Gold zurzeit als Antipode zum USD und nicht als ein Angstbarometer.

 

von Commerzbank Commodity Research

Gold tendiert seit drei Tagen eher seitwärts und notiert heute bei 1.560 USD je Unze. Offensichtlich warten die Marktteilnehmer ab, ob die politsche Unwägbarkeiten in der Eurozone zu einer weiteren Zuspitzung der Schuldenkrise führen. Wer allerdings damit rechnet, dass weitere Sorgen um den Euro den Anlegern zur Flucht in den „sicheren Hafen“ Gold verhelfen werden, dürfte enttäuscht sein. Denn vor allem agiert Gold zurzeit als Antipode zum USD und nicht als ein Angstbarometer: Der Goldpreis in Euro ist seit dem letzten August nahezu unverändert.

Dass die Angst jedoch sehr hoch ist, zeigt die aktuelle Flucht in die „sicheren“ Staatsanleihen, die als letzter Hort der Stabilität gelten: Erstmals ist die Rendite der 30-jährigen deutschen Bundesanleihen unter 2% gefallen. Die 10-Jahresrenditen in den USA verharren bereits seit dem 3.Quartal 2011 unter 2%. Damit sind die Opportunitätskosten der Goldhaltung eigentlich so niedrig wie nie zuvor. Dass der Goldpreis von den aktuellen Entwicklungen nicht profitiert, liegt wahrscheinlich an einem nach wie vor zu hohen Optimismus der Spekulanten.

Diese haben zwar in den letzten Monaten ihre Long-Positionen massiv zurückgefahren, bleiben allerdings mehrheitlich positiv gestimmt. Der Börsenbetreiber CME könnte den Spekulanten das Leben nun etwas erleichtern, in dem man die Hinterlegungspflichten reduziert. Ab 30. Mai wird die Initialmargin für Spekulanten um knapp 10% auf 9.113 USD für den 100-Unzen Kontrakt gesenkt.

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