Weltbörsen in Hausselaune

    Neues 4 Jahres-Hoch beim S&P-Index. DAX hat 2011-Crash fast wieder aufgeholt. Moskauer Börse Top-Performer mir +25% noch besser als der DAX mit +21%. Griechenland vor der Insolvenz gerettet, aber für wie lange? Banken höher aber kritisch.

     

    von Andreas Männicke

    Der S&P-Index erreichte letzte Woche mit über 1400 eine wichtige Marke, denn dies bedeutete ein neues 4-Jahres-Hoch, was den Aufwärtstrend seit Anfang 2009 bestätigte. Dabei ist der amerikanische Aktienmarkt mit einem Plus von 12% seit Jahresbeginn noch einer der relativen Underperformer der Weltbörsen. Wesentlich besser schnitten in diesem Jahr der Nikkei-Index mit +19%, der DAX mit +21% oder gar die Moskauer Börse mit +25% ab.

    Alle Weltbösen werden aber durch die Signale der Wall Street beflügelt oder bestraft. Daher schaut die ganze Welt immer wieder auf die neuen Konjunkturdaten aus den USA, die zuletzt Anlass zu Optimismus gaben. Der Immobilienmarkt und der Arbeitsmarkt scheinen sich in den USA allmählich zu entspannen, zumindest gibt es jetzt fast jeden Monat etwas bessere Daten. Dies ist auch wichtig für Obama, der gerade damit im Sommer bei seinem Präsidentschaftswahlkampf punkten will.

    Ein Problem bleibt die übermäßige Verschuldung sowohl im privaten Sektor als auch auf Staatsebene. Dies wird im Übrigen ein Generationsproblem, denn mit den USA kann man wohl kaum so verfahren wie jetzt mit Griechenland. Griechenland erhält nun in Tranchen die 130 Mrd € vom der Troika. Im Sommer muss dann der ESM funktionsfähig sein, denn dann wird der nächste Problemfall Portugal auf den ESM zukommen.

    Zuletzt wurden griechische Anleihen von Fitsch zum ersten Mal seit langer Zeit wieder hochgestuft; dennoch ist es fraglich, ob Griechenland in absehbarer Zeit wieder „kaptalmarktfähig“ wird. Diese jetzt durchgeführte Zwangsumschuldung bei den Banken und Privatanlegern ist faktisch eine Teilenteignung von Anleihenbesitzern und so etwas wird nicht so schnell vergessen. Damit ist nun auch endgültig der Mythos gebrochen, dass Staatsanleihen keine Risikopapiere wie Aktien sind. Staatsanleihen können entwertet werden, ebenso wie Aktien und sogar zum Totalverlust führen. Übrigens auch deutsche und amerikanischen Bundesanleihen, nur ist dieses in den Köpfen der meisten „Risiko-Manager“ und erst recht nicht der Politiker bisher angekommen. Es wird so getan als ob jetzt wieder alles in bester Ordnung wäre. Dem ist aber nicht so.

    Es ist aber fraglich, ob Griechenland in Zukunft die dann fälligen, jetzt wesentlich geringeren Zins- und Tilgungszahlungen leisten kann, wenn die Wirtschaft durch den Sparkurs durch die Auflagen der Troika so radikal fortsetzten muss. Das gleiche Problem wird im Sommer aber auch in Portugal haben und damit die Weltbörsen beschäftigen, die immer noch Staatsanleihen-Renditen von über 15% haben, was ein Warnsignal ist. Bei italienischen und spanischen Anleihen kann temporär Entwarnung gegeben werden, aber auch nur temporär, was auch die jüngste Weltbörsen-Hausse begünstigte.

     Es war für die Weltbörsen sehr von Vorteil, dass die EZB die Liquiditätsschleusen in den letzten 6 Monaten fast noch mehr öffnete als die FED. Dadurch wurden Staatsbankrotte und Bankenpleiten vermieden. Ich frage mich aber, wie die EZB und die FED alle die zweifelhaften Forderungen im Wert von zusammen über 4 Billionen USD (!) wieder los werden wird und wie sie ohne Folgen den Märkten auch die Liquidität wieder entziehen wird, um eine Inflation zu vermeiden. Für mich sind nun die FED und die EZB, die eigentlich Währungshüter sein sollen, zu den größten „bad banks“ der Welt mutiert. Und an den Aktienmärkten tut man so als ob nichts passiert sei.

    Die nächste Stufe ist jetzt die Rekapitalisierung der Banken bis zum Sommer, die spannend sein wird. Ein Lackmustest ist dabei die Commerzbank, die die erforderliche Eigenkapitalquote bis zum Sommer ohne Staatshilfe schaffen will. Wenn sie es schafft, werden weltweit die Banktitel in die Höhe springen, allen voran die Commerzbank selbst, deren Kurs sich seit dem Tief schon fast verdoppelt hat.

     Nach dem letzten US-Stresstests bestanden 19 amerikanische Banken den Test, 4 fielen aber durch, darunter auch die Citibank. Das mag auf den ersten Blick positiv aussehen, ist es aber nicht. Denn alleine die Insolvenz der Citibank hätte fatale Folgen für das internationale Banken- und Finanzsystem, das immer noch sehr fragil ist. Die Insolvenz der Citibank hätte die gleichen fatalen Folgen wie damals die Insolvenz von Lehman Brothers.

    Diese vordergründig gute Meldung über den US-Stresstest brachte Banktitel aber wieder nach oben, allen voran die Bank of America. Die Sberbank konnte im Krise seit dem Tief schon um 75% ansteigen. Die Sberbank ist an Apple seit 2001 die am besten performende Aktie der Welt. Der russische Akteimarkt wird von westlichen Investoren trotz seiner Größe immer  noch sehr stiefmütterlich behandelt, was ein Fehler ist. Die Moskauer Börse ist auch in diesem Jahr wieder einer der Outperformer unter den Weltbörsen mit einem Plus von 25%. Damit konnte Russland sogar den DAX und erst recht den S&P-Index schlagen.

    Fazit: Die Moskauer Börse stieg seit Jahresbeginn schon um 25% und konnte damit sogar den DAX klar outperformen. Dabei waren aber nicht nur Öl/Gasaktien, sondern auch Banken, Konsum- und Telekomaktien nachgefragt. Mit einem Kursgewinn-Verhältnis von 5-6 bleibt der russische Aktienmärkt einer der am niedrigsten bewerteten Aktienmärkte der Welt und hat noch Potential. Sind Sie schon dabei? Wie sagte Putins Widersacher und Ex-Präsident „Gorbi“ so schön sinngemäß: „Wer zu spät kommt, den bestraft die Börse“!

    www.eaststock.de

    Anzeige



    Wandere aus, solange es noch geht!

    Haftungsausschluss

    Diese Internet-Präsenz wurde sorgfältig erarbeitet. Der Herausgeber übernimmt für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den aufgeführten Informationen, Empfehlungen oder Hinweisen resultieren, keine Haftung. Der Inhalt dieser Homepage ist ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt. Die Informationen sind keine Anlageempfehlungen und stellen in keiner Weise einen Ersatz für professionelle Beratung durch Fachleute dar. Bei Investitionsentscheidungen wenden Sie sich bitte an Ihre Bank, Ihren Vermögensberater oder sonstige zertifizierte Experten.


    Für Schäden oder Unannehmlichkeiten, die durch den Gebrauch oder Missbrauch dieser Informationen entstehen, kann der Herausgeber nicht - weder direkt noch indirekt - zur Verantwortung gezogen werden. Der Herausgeber übernimmt keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen auf seiner Internet-Präsenz.

     

    Vorsorglicher Hinweis zu Aussagen über künftige Entwicklungen
    Die auf dieser Website zum Ausdruck gebrachten Einschätzungen geben subjektive Meinungen zum Zeitpunkt der Publikation wider und stellen keine anlagebezogene, rechtliche, steuerliche oder betriebswirtschaftliche Empfehlung allgemeiner oder spezifischer Natur dar.

    Aufgrund ihrer Art beinhalten Aussagen über künftige Entwicklungen allgemeine und spezifische Risiken und Ungewissheiten; und es besteht die Gefahr, dass Vorhersagen, Prognosen, Projektionen und Ergebnisse, die in zukunftsgerichteten Aussagen beschrieben oder impliziert sind, nicht eintreffen. Wir weisen Sie vorsorglich darauf hin, dass mehrere wichtige Faktoren dazu führen können, dass die Ergebnisse wesentlich von den Plänen, Zielen, Erwartungen, Einschätzungen und Absichten abweichen, die in solchen Aussagen erwähnt sind. Zu diesen Faktoren zählen

    (1) Markt- und Zinssatzschwankungen,

    (2) die globale Wirtschaftsentwicklung,

    (3) die Auswirkungen und Änderungen der fiskalen, monetären, kommerziellen und steuerlichen Politik sowie Währungsschwankungen,

    (4) politische und soziale Entwicklungen, einschliesslich Krieg, öffentliche Unruhen, terroristische Aktivitäten,

    (5) die Möglichkeit von Devisenkontrollen, Enteignung, Verstaatlichung oder Beschlagnahmung von Vermögenswerten,

    (6) die Fähigkeit, genügend Liquidität zu halten, und der Zugang zu den Kapitalmärkten,

    (7) operative Faktoren wie Systemfehler, menschliches Versagen,

    (8) die Auswirkungen der Änderungen von Gesetzen, Verordnungen oder Rechnungslegungsvorschriften oder -methoden,

    Wir weisen Sie vorsorglich darauf hin, dass die oben stehende Liste der wesentlichen Faktoren nicht abschliessend ist.

    Weiterverbreitung von Artikeln nur zitatweise mit Link und deutlicher Quellenangabe gestattet.

     

    © 2017 MMnews.de

    Please publish modules in offcanvas position.