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Finanzmärkte: Crash-Modus
03.03.2014
Ukraine-Krise: Ökonomen fürchten Konjunktur-Rückschlag. „Sollten die Auseinandersetzungen die Grenze zum Kriegerischen überschreiten, droht der finanzielle Kollaps“. Auswirkungen jetzt schon auf Börsen weltweit. Gold nach oben, DAX Sinkflug. Moskau Börse crasht: -10%, Rubel sinkt. Euro stabil.

 
Auswirkungen der Krim-Krise auf die Finanzmärkte: Gold wird offenbar als sicherer Hafen gesehen mit kräftigen Kurssteigerungen. Euro stabil - obwohl in gleichartigen Situationen bisher eigentlich der Dollar gewann. Die Verwerfungen in Osteueropa könnten vor allem zu neuen Problemen bei den Banken führen. Auch Deutsche Bank und Commerzbank runter. - Die russische Zentralbank hat den Leitzins von 5,5% auf 7% erhöht, um den Rubelsturz aufzufangen. Die Unsicherheiten um die Ukraine werden die Finanzmärkte auch in Zukunft noch im Würgegriff haben, falls sich keine Lösung abzeichnet - und die ist nicht Sicht.
 
 
Deutsche Ökonomen warnen angesichts eines drohenden russischen Militäreinsatzes gegen die Ukraine vor unabsehbaren wirtschaftlichen Folgen. „Geopolitische Unsicherheiten vor der eigenen Haustür und ein potentieller politischer Konflikt mit Russland bedeuten für die EU auch wirtschaftliche Unsicherheiten“, sagte der Chefvolkswirt der Dekabank, Ulrich Kater, Handelsblatt Online. Abgesehen von der Sicherheit der Gaslieferungen aus Russland über die Ukraine, sei die Ungewissheit groß, welche Weiterungen das Vorgehen Russlands im Osten Europas noch haben werde. „Eine generelle Verunsicherung der wirtschaftlichen Erwartungen kann im Extremfall die konjunkturelle Entwicklung insgesamt belasten“, warnte Kater. Aber noch bestünden gute Hoffnungen, dass der Konflikt politisch eingedämmt werden könne.

Darauf hofft auch der Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn. Denn die politische Eskalation in der Ukraine, „die jeder Vernunft Hohn spottet, hat auch ökonomisch fatale Konsequenzen für die Menschen in der Ukraine“, sagte Horn Handelsblatt Online. Die Institutionen seien nur noch begrenzt funktionsfähig. „Sollten die Auseinandersetzungen die Grenze zum Kriegerischen überschreiten, droht der finanzielle Kollaps“, warnte der IMK-Chef. „In einer solchen unübersichtlichen Situation können der IWF oder die EU wenig ausrichten, ein Staatsbankrott wäre dann unvermeidlich.“ Horn befürchtet dann globale Verwerfungen. „Aus europäischer und globaler Sicht verstärkt sich damit die ohnehin vorhandene Unsicherheit, die derzeit immer noch eine erhebliche Bürde für einen stabilen globalen Aufschwung ist.“

Vor negativen Auswirkungen auf die globale Wirtschaft warnt auch Christian Dreger, Forschungsdirektor im Bereich International Economics am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). „Die Krise in der Ukraine beeinträchtigt die Integration der Weltwirtschaft“, sagte Dreger Handelsblatt Online. „Insbesondere dürfte das Verhältnis zwischen Russland und der EU bei einer weiteren Zuspitzung erheblich belastet werden.“ Es komme nun darauf an, die Ukraine „möglichst rasch“ politisch und wirtschaftlich zu stabilisieren. Dazu könne die EU beitragen. „Allerdings kann eine Lösung nicht ohne Russland erreicht werden“, sagte Dreger.

Der Wormser Wirtschaftsprofessor Max Otte sprach von einer "wirklich besorgniserregenden" Lage. "Die Einschnürung Russlands durch den Westen hat das Potential zu einer ganz, ganz großen Krise, die weit über das ökonomische hinausgeht", sagte Otte Handelsblatt Online. Wenn das allerdings verhindert werden könne, "dann ist die kritische Situation oder sogar die Insolvenz eines ökonomisch unbedeutenderen Landes am Rande Europas nichts Neues und würde auch für die Weltwirtschaft keine allzu großen Auswirkungen haben".

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