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EZB Schulden-Pulverfass: Jetzt über 3 Bio.

Die Bilanzsumme der EZB ist erstmals über die magische Grenze von drei Billionen Euro gestiegen. Ökonomen schlagen Alarm. Draghi sieht dagegen kein Problem. Stark: Bilanz des Eurosystems nicht nur in der Dimension gigantisch, sondern auch in der Qualität erschreckend.

 

Die Bilanzsumme der EZB ist auf einen Rekordwert von 3023 Milliarden Euro geklettert. Das ist ungefähr ein Fünftel höher als das BIP der Bundesrepublik. Seit dem Ausbruch der Finanzkrise hat sich also die Bilanzsumme des Eurosystems um das Zweieinhalbfache erhöht. EZB-Präsiden Draghi sieht darin aber kein Problem und verweist darauf, dass der Anstieg der Bilanzsummen bei anderen Notenbanken noch stärker sei und verwies dabei auf die Fed und die Bank of England.

Der Ex-Chefvolkswirts der EZB, Jürgen Stark, sieht dies laut  FAZ ganz anders. Für Stark ist die Bilanz des Eurosystems nicht nur in der Dimension gigantisch, sondern auch in der Qualität erschreckend. Die Bilanzstruktur sei beunruhigend. Es seien immer mehr kurzfristige durch langfristige Forderungen ersetzt worden. Wenig verwunderlich, dass Stark folglich auch die Warnung ausspricht, dass es dadurch eher schwerer werde, die lockere Geldpolitik wieder zurückzunehmen.

Für Michael Schubert, Zentralbankexperte bei der Commerzbank, ist die Qualität der Sicherheiten das entscheidende Manko in der Bilanz des Eurosystems. Für Ihn seien die diversen Ausfallrisiken das Entscheidende. Viele Sicherheiten in der Bilanz des Eurosystems wären nur wenig wert, wenn die dahinter stehenden Staaten ausfallen sollten. Es käme schon bei relativ geringen verkraftbaren Verlusten zu einem immensen Glaubwürdigkeitsverlust. Für den Fall großer Verluste wäre das ganze System bedroht.

Theoretisch muss die EZB nach dem Griechen-Haircut ihre Hellas-Bonds abschreiben. Das könnte jedoch erst der Anfang sein. Die erhoffte Erholung nach dem Griechenland-Schuldenschnitt ist jedenfalls ausgeblieben. Weder der Euro, noch die Banken konnten sich erholen. An der Börse gab es heute bei Deutscher Bank und Commerzbank anfangs sogar Abschläge.

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