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Privatanleger trauen Rallye nicht | Drucken |
20.02.2012

Obwohl die meisten weiter steigende Kurse erwarten, wollen derzeit weniger Privatanleger als noch vor drei Monaten direkt in Aktien investieren / Drei Viertel der Anleger gehen davon aus, dass die Finanzkrise noch andauern wird / Ergebnisse des aktuelle DZ BANK Anlegerindikators.

 

Die deutschen Privatanleger bleiben optimistisch und erwarten weiter steigende Aktienkurse. Doch trotz des Aufschwungs am Aktienmarkt haben sie ihre Risikoscheu nicht abgelegt. Nach den neuesten Ergebnissen des quartalsweise von TNS Infratest im Auftrag der DZ BANK erhobenen Anlegerindikators erwartet aktuell nahezu die Hälfte der Privatanleger (46 Prozent), dass der deutsche Aktienindex in den kommenden sechs Monaten weiter steigen wird, nur 14 Prozent gehen von rückläufigen Notierungen aus. Damit sind die Anleger zwar ähnlich optimistisch wie im August. Seit damals ist der Dax jedoch deutlich gestiegen – der Optimismus allerdings nicht. Die repräsentative Umfrage belegt zudem, dass die Anleger weiter sehr vorsichtig agieren und Rückschlägen an den Aktienmärkten vorbauen. So interessieren sich weniger Privatanleger für ein Investment in Aktien als noch vor drei Monaten.

Auffallend ist, dass derzeit drei Viertel aller Befragten überhaupt nicht bereit sind, bei der Geldanlage Risiken einzugehen. Doch gerade die riskantere Kategorie ist jene mit den größten Kurssteigerungen dieses Jahr. So gehört die Commerzbank mit einem Kursplus von rund 70% zu den Spitzenreitern im DAX. Im MDAX konnten mit Lanxess fast 100% erzielt werden und im Tecdax liegt Aixtron vorne. Doch die meisten Privatanleger scheinen bei der Party nicht dabei zu sein.

„Unsere bisherigen Umfragen haben im Rückblick gezeigt, dass die Privatanleger die Entwicklung an den Börsen häufig recht gut vorausgesehen haben“, sagt Peter Schirmbeck, Bereichsleiter Retail der DZ BANK. „Insofern deutet ihre vorsichtige Haltung auch darauf hin, dass die Anleger befürchten, die Märkte könnten wieder ins Taumeln geraten.“

„Mitten in der Finanzkrise“

Dazu passt, dass das Gros der privaten Investoren beim Thema Finanzkrise pessimistisch ist. Zwei Drittel von ihnen sagt: „Wir sind noch in der Mitte der Finanzkrise.“ Und jeder Zehnte erklärt sogar: „Wir stehen erst am Anfang der Finanzkrise“. Dagegen geht lediglich ein Viertel der Privatanleger davon aus, dass sich diese dem Ende zuneigt.

Zwar gewinnt die Rendite des Investments für die Privatanleger zunehmend an Bedeutung. Sie ist inzwischen für 73 Prozent der Befragten ein wichtiger Aspekt bei der Geldanlage (April 2009: 66 Prozent). Vorne rangieren aber mit 87 Prozent die Aspekte Sicherheit und das Vertrauen zur Bank auf der Relevanz-Skala. Deutlich zugelegt hat seit August 2008 der Faktor Einfachheit und Verständlichkeit der Produkte. 83 Prozent der Anleger legen darauf inzwischen viel Wert (August 2008: 76 Prozent).

Seit August deutlich mehr Interesse an Garantiezertifikaten

Auch bei den Anlageprodukten spiegelt sich das unverändert hohe Sicherheitsbedürfnis wieder. Die Präferenz für ein direktes Aktienengagement ist trotz der anhaltenden Hausse an den Börsen erkennbar gesunken. Erklärten im August noch 21 Prozent der Befragten, dass Aktien für Sie in Frage kämen, wenn sie in den nächsten Monaten 10.000 Euro investieren würden, liegt der Wert jetzt bei 18 Prozent. Zwischen Januar und August dieses Jahres war dieser Wert kontinuierlich von 13 auf 21 Prozent gewachsen. Gleichzeit sinkt die Präferenz für Tages- oder Festgeld-Angebote kontinuierlich. Dafür würden sich derzeit nur 65 Prozent entscheiden nach 76 Prozent zu Jahresbeginn.

Auch bei Zertifikaten ist die Tendenz zur Sicherheit unübersehbar. Dies zeigt das sprunghaft gestiegene Interesse an Garantiezertifikaten. So würden 60 Prozent der Anleger, die über ein Investment in Zertifikate nachdenken, ein Engagement in Garantiezertifikate in Erwägung ziehen. Das sind 14 Prozentpunkte mehr als noch im August. Für die mit einer Teil-Kapitalgarantie ausgestatteten Bonuszertifikate interessieren sich 42 Prozent. Dies ist ein Anstieg von 7 Prozentpunkten. „Das bestätigt, dass ein Aktieninvestment mit Sicherheitspuffer vor dem Hintergrund unsicherer Marktphasen für die Anleger wieder an Bedeutung gewinnt“, sagt Schirmbeck. Das gesamte Zertifikate-Segment selbst ist in der Beliebtheit der Anleger wieder auf das Niveau vom Februar 2008 geklettert. Aktuell würden 12 Prozent der Investoren ihr Geld möglicherweise in diese derivativen Anlageprodukte investieren.


Die Daten wurden in der Zeit vom 13. bis 25. November 2009 im Rahmen einer telefonischen Umfrage von TNS Infratest erhoben. Die Stichprobe von 1.026 ist repräsentativ für anlage-affine Personen in der deutschen Bevölkerung ab 18 Jahren.


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