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MH17: Dramaturgie einer Katastrophe
19.08.2014

MH17: Die Ermittler tun alles, um die Absturzursache zu vertuschen. Trümmer des Wracks werden weder eingesammelt noch untersucht.  Eine Rekapitulation der Ereignisse zeigt, dass sich Minuten nach dem ersten Treffer ein grauenvolles Drama abgespielt haben könnte - bis zum endgültigen Absturz der Maschine.

 

Von Peter Haisenko (Ex-Lufthansa-Pilot)

Ein Monat ist vergangen seit dem Absturz der MH 017 und es gibt keine offiziellen Untersuchungsergebnisse. Das ist außergewöhnlich, aber letztlich nicht verwunderlich. Bereits wenige Tage nach dem Absturz gab es eine kurze Meldung, dass in diesem Fall darauf verzichtet werden soll, die Trümmer des Wracks einzusammeln und wie ein Puzzle zusammenzusetzen. Das aber wäre das normale Verfahren, wenn ein ernsthaftes Interesse bestünde, die Unfallursache objektiv zu ermitteln.

 

Wenn ein Flugzeug abstürzt, dann sind routinemäßig meist binnen 24 Stunden Heerscharen von Fachleuten an der Unfallstelle, die alles peinlich genau registrieren und die Trümmer einsammeln. Allen voran die Experten des Herstellers, – in diesem Fall ist es Boeing – dann die des NTSB (National Transport Safety Board – die US-Flugunfallbehörde, zuständig für Boeing), weiter die Spezialisten der betroffenen Länder. Neben den Flightrecordern begutachten diese Spezialisten vor allem die Trümmer, und um ein tragfähiges Ergebnis zu erhalten, werden diese in eine Halle gebracht, um dort wie ein Puzzle wieder zusammengesetzt zu werden. Nur so kommt man der Absturzursache auf die Spur.

 

Nun könnte argumentiert werden, dass es für Spezialisten zu gefährlich sei, die Unfallstelle in einem umkämpften Gebiet aufzusuchen. Das kann ich nicht gelten lassen. Immerhin war Personal der OSZE vor Ort, und ist es weiterhin, das ungehinderten Zugang hatte und hat. Deswegen gibt es auch den Report des kanadischen OSZE-Beobachters, der von Schusslöchern in Trümmerteilen berichtet hat. Der Zugang war und ist also sehr wohl möglich. Vor allem aber irritiert mich die Abwesenheit der Spezialisten von Boeing. Der Hersteller des verunglückten Flugzeugs dürfte im Normalfall am meisten daran interessiert sein nachzuweisen, dass dieser Absturz nicht mit einer technischen Ursache zu begründen ist, für die er haftbar gemacht werden kann. Es geht hier um sehr viel Geld für Boeing.

 

Wer kritisch hinterfragt, ist ein „Verschwörungstheoretiker“

Am Absturzort sind weitere Leichen geborgen worden, doch um die Wrackteile kümmert sich niemand. Wie schon gesagt, wurde wenige Tage nach dem Unglück bekanntgegeben, dass die Trümmer nicht zusammengesetzt werden sollen. Das lässt nur einen Schluss zu: Der Absturz von MH 017 sollte von Anfang an nicht so aufgeklärt werden, dass die Unfallursache zweifelsfrei festgestellt werden kann. Daraus ergibt sich dann derselbe Zustand, wie wir ihn schon vom World Trade Center am 11. September 2001 kennen: Die Welt ist zweigeteilt in diejenigen, die alles glauben, was die US-Regierung verlauten lässt, und in diejenigen, die selbstständig denken. Es werden folglich für MH 017 dieselben Zustände herrschen: Wer der US-Regierung nicht glaubt, wird als „Verschwörungstheoretiker“ abqualifiziert.

 

Im Fall der MH 017 ist es noch schlimmer. Allein die Bilder, die von den Wrackteilen weltweit sichtbar sind, werden von offizieller Seite nicht ansatzweise kommentiert. Von Anfang an wurde die Unfallursache als bereits klar erkennbar bezeichnet: Eine Rakete, vom Boden aus abgeschossen, ist für dieses Massaker verantwortlich, und diese ist selbstverständlich von den Separatisten abgefeuert worden. Diese Version, die durch keinerlei harte Beweise unterlegt wurde, ist mittlerweile als blanker Unsinn entlarvt. Warum also nimmt die Untersuchung nicht wenigstens jetzt ihren normalen Gang?

 

Unbequeme Wahrheiten werden zurückgehalten

Bild durch Anklicken vergrößern

 

Die Spezialisten in Farnborough/England, die die Auswertung der Recorder vorgenommen haben, kennen die Wahrheit – und das seit mehr als zwei Wochen. Diese Wahrheit kann nur äußerst unbequem sein, um es vorsichtig zu formulieren. Wenn die Wrackteile der MH 017 ordentlich zusammengesetzt und untersucht werden, dann ist diese Wahrheit nicht mehr zu verbergen. Bislang ist es Privatleuten vorbehalten geblieben, der Wahrheit näher zu kommen. Das äußerst belastende Cockpitteil wurde immerhin schon als zugehörig zur Unfallmaschine identifiziert. Siehe Bild rechts.

 

Wer auch immer die unsinnigen und ablenkenden Verschwörungstheorien in die Welt gesetzt hat, die von einem falschen Flugzeug und alten Leichen fabulieren, lasse ich dahingestellt. In jedem Fall sollen sie davon ablenken, der wahren Ursache auf den Grund zu gehen. So lassen sich auch ernsthafte Ergebnisse – von unabhängiger Seite im Internet veröffentlicht – leichter in den Bereich der Verschwörungstheorien abstellen.

 

Ich könnte das Schweigen über die Flightrecorder-Auswertung akzeptieren, wenn darauf hingewiesen würde, dass man die Ergebnisse der Untersuchung der Wrackteile abwarten will. Diese Untersuchung findet aber nicht statt und ist auch nicht geplant. Nach meinem Dafürhalten dürften die Ergebnisse der Flightrecorder-Auswertung und die von der ukrainischen Regierung zurückgehaltenen Aufzeichnungen der Flugkontrolle eindeutig sein. Dennoch würde mit der korrekten Untersuchung der Wrackteile zweifelsfrei nachgewiesen werden, ob Sprengstoffspuren (von den Spreng-Geschossen) an Teilen des Flugzeugs oder an Leichen zu finden sind. Dann nämlich könnte auch die Herkunft des Sprengstoffs eindeutig identifiziert werden, und man würde feststellen, in welchem Bereich des Flugzeugs die Sprengstoffspuren wie verteilt sind.

 

Genauso ließe sich mit einer ordentlichen Untersuchung feststellen, ob Fragmente einer Boden-Luftrakete in den Rumpf der Boeing eingedrungen sind, oder ob es sich doch um direkten Beschuss gehandelt hat. Ebenso die noch offene Frage, ob dem direkten Beschuss ein Treffer einer Luft-Luft-Rakete (hitzesuchende Zielführung) an einem Triebwerk vorangegangen ist. Hier ist anzumerken, dass allein mit einem solchen Treffer ein Verkehrsflugzeug kaum zum Absturz gebracht werden kann. Das wissen wir aus Erfahrung. Wenn also Interesse daran bestünde, den Absturz der MH 017 zweifelsfrei aufzuklären, ist die Untersuchung der Wrackteile unumgänglich. Gerade das aber ist offensichtlich nicht gewollt.

 

Dramaturgie einer Katastrophe – So könnte es abgelaufen sein

Was ich jetzt vorstelle, ist das Ergebnis meiner Recherchen, die ich aber im Gegensatz zur Analyse des Cockpit-Teils nicht beweisen kann. Es handelt sich also um eine Spekulation, die ich allerdings für sehr wahrscheinlich halte.

 

Ein Kampfflugzeug hat eine Luft-Luft-Rakete auf MH 017 im Reiseflug abgefeuert und den rechten Motor getroffen. Es ist hierbei unwesentlich, ob es sich um eine oder zwei SU 25 oder ein anderes Modell handelt, über die die ukrainische Luftwaffe verfügt. Im Cockpit der MH 017 konnte nur ein heftiger Stoß wahrgenommen werden, zusammen mit der Feuermeldung und Ausfall für Motor Nummer zwei. Dass ein Raketentreffer die Ursache war, dürfte für die Piloten nicht erkennbar gewesen sein. (Vielleicht deswegen die Verlautbarung, der Voice-Recorder zeige keine ungewöhnlichen Aufzeichnungen.) Der Treffer bedingt ein starkes Giermoment und sofortigen Abfall der Geschwindigkeit. Die Piloten mussten sofort ihre Verfahren für diesen Notfall einleiten, und waren mit voller Aufmerksamkeit darauf konzentriert.

 

Laut Verfahrensvorschrift mussten die Piloten den Motor sofort abstellen/isolieren, die Geschwindigkeit reduzieren und Höhe aufgeben. Dann einen Notlandeplatz auswählen und ansteuern und der Bodenkontrollstelle ihre Notsituation melden, sobald sie dafür Zeit hatten. Ein Kapitän in einer Notsituation darf alles tun, um sein Flugzeug, sein eigenes Leben und das seiner Passagiere zu retten. Er verfügt über die sogenannte „emergency authority“, die sein Handeln außerhalb jeder Vorschrift zulässt. Der nächste größere Flugplatz für die MH 017 für eine Notlandung dürfte für die Piloten Kiew gewesen sein, obwohl Rostow in Russland näher war. Um Rostow anzusteuern, hätten sie aber einen Wechsel des Kontrollzentrums und eine Grenzüberquerung zu bewältigen gehabt, was zusätzlichen Stress bedeutet hätte.

 

Die MH 017 hat also eine Kurve zurück Richtung Kiew in Verbindung mit einem Sinkflug eingeleitet. Nun stelle man sich vor, die MH 017 wäre in Kiew gelandet und dort wäre nicht zu verbergen gewesen, dass dieses Flugzeug von einer Luft-Luft-Rakete getroffen wurde. Da ist es nicht verwunderlich, dass entweder der Pilot im Kampfflugzeug oder die militärische Leitstelle in Panik geraten ist – oder beide. Die ordentliche Notlandung musste verhindert werden, gleichgültig auf welchem Flugplatz. Das konnte nur durch direkten Beschuss mit Bordwaffen erreicht werden.

 

Dabei mussten an diesem Vorgang nicht notwendigerweise zwei Kampfflugzeuge beteiligt gewesen sein. Es ist durchaus möglich, dass die nunmehr deutlich langsamere Boeing 777 nach den ersten Treffern direkt auf das Cockpit nicht sofort auseinander fiel und ab steil abstürzte. Selbst mit einem zerstörten Cockpit und toten Piloten darin kann eine Passagiermaschine erst einmal weiterfliegen wie ein steuerloses Modellflugzeug. Sie wird einfach mit den Parametern der letzten Einstellung der Trimmung weiter fliegen. Der Pilot des Kampfflugzeugs hatte von da an leichtes Spiel. Er konnte ohne weiteres einen zweiten Anflug auf die jetzt langsame und niedrigere MH 017 fliegen und ihr von der anderen Seite „den Rest geben“.

 

Dass diese Darstellung nicht reine Spekulation ist, belegt die Tatsache, dass die malaysische „New Straits Times“ davon berichtet, dass amerikanische (!) Experten festgestellt haben, dass ein Motor der MH 017 von einer Luft-Luft-Rakete getroffen worden ist. Hier der Link zu diesem Artikel: www.nst.com.

www.anderweltonline.com


h - dein Beitrag hier

 


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