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Kippt China? | Drucken |
07.07.2010

Der rote Drache ist nicht mehr so stark wie zu vor. Die Börse in Schanghai ist im Sinkflug und die Immobilienpreise stürzen hinterher. - Übrig bleibt eine total zerstörte Umwelt, die bald zum globalen Problem werden könnte.

Bild Nr. 29545 - 2 mal gesehen

Die Sonne scheint nicht mehr in Schanghai: Smog liegt über der Stadt. (Bild vom 6.7.2010, 12 Uhr mittags)

 

Von Michael Mross

In China läuft die Sache nicht mehr so rund wie zuvor. Das hört man hier in Schanghai überall. Noch wird nur hinter vorgehaltener Hand davon gesprochen, doch die Befürchtungen sind groß, dass es demnächst bergab geht.

Offizielle Zahlen gibt es kaum. Die Planer in Peking planen auch im nächsten Jahr ein Wachstum von rund 9 Prozent. Ob die Rechnung aufgeht, ist mehr als zweifelhaft. In Schanghai und auch anderswo sollen ganze Hochhäuser leer stehen. Am Bedarf vorbeigebaut.

Einstmals eingeplante hohe Mieten sind nicht mehr zu erzielen. Das Risiko tragen die Banken, welche die Immobilienblase finanzierten. Eine ähnliche Situation wie in Dubai bahnt sich an. Und in der Tat ziehen Experten hier den Vergleich zur Metropole am Golf.

Viele Firmen ziehen langsam aus China weg. Denn China wird zu teuer. Die Arbeiter wollen mehr Geld. Die Lohnsklaven verlangen bis zu zweistellige Lohnerhöhungen. Schon regt sich Protest an vielen Orten wegen der Arbeitsbedingungen. Folge: Die Karawane des Kapitalismus zieht weiter. In diesem Fall nach Kambodscha und Vietnam.

Zurück lassen die Besatzer eine völlig zerstörte Landschaft und eine kaputte Umwelt. Wer einmal in Schanghai war, weiß, was das bedeutet: Die Stadt liegt unter Dauersmog. Die Sonne kommt kaum noch durch. Die Hochhäuser tauchen in dichten Industrienebel. Die Menschen werden depressiv und krank. Die klebrige, grau-braune Luftbrühe schlägt mir ebenfalls aufs Gemüt.

Doch nicht nur die Luft ist verseucht. Auch das Wasser. Im Fluss nur noch braune Brühe. Braun und leblos auch das Meer. Man muss schon einige Hundert Kilometer hinaus fliegen, bis der Ozean wieder die gewohnte blaue Farbe annimmt.

In China bahnt sich die größte Umweltkatastrophe der Menschheit an.  Doch eigentlich bahnt sich diese Katastrophe nicht an, sondern sie ist schon da.  Sie wird nur todgeschwiegen.

Die Umwelt ist weitflächig im Bereich großer Städte total zerstört. Nicht nur in Schanghai, sondern auch in Peking und den anderen Metropolen erstreckt sich der Smog über Hunderte Kilometer. Ungefiltert und ungebremst wird Land, Wasser und Luft weiter verseucht. Wenn das nicht gestoppt wird, hat nicht nur China ein Problem, sondern bald die ganze Welt.

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