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Merkel beklagt Medien-Konkurrenz durch Internet | Drucken |
21.07.2010

Angela Merkel:  "Es gibt nicht nur eine Öffentlichkeit, sondern viele Öffentlichkeiten". Vor allem junge Menschen  informierten sich "ausschließlich über das Internet“ - "und das oft sehr punktuell." Sie erreiche die Politik über Zeitungen oder auch die klassischen Nachrichtensendungen in ARD und ZDF immer weniger.



München. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht in der modernen vor allem durch das Internet geprägten Medienwelt eine Herausforderung für die Politik. "Heute wird es durch die Vielzahl der Informationskanäle, und besonders durch das Internet, immer schwieriger, ein Gesamtmeinungsbild zu erkennen", beklagte die Kanzlerin in einem Interview der Illustrierten BUNTE. Durch diesen "sehr großen technischen Wandel" sei es schwerer geworden, "alle Menschen, alle Generationen zu erreichen, denn diese nutzen die einzelnen Medien mittlerweile sehr unterschiedlich."

Die Kanzlerin zog in BUNTE den Schluss: "Es gibt nicht mehr nur eine Öffentlichkeit, sondern viele Öffentlichkeiten, die ganz verschieden angesprochen werden müssen."

Merkel wies darauf hin, dass sich vor allem junge Menschen "ausschließlich über das Internet“ informierten - "und das oft sehr punktuell." Sie erreiche die Politik über Zeitungen oder auch die klassischen Nachrichtensendungen in ARD und ZDF immer weniger. "Mit dieser Veränderung muss die Demokratie in Deutschland und in den anderen westlichen Ländern umgehen lernen", forderte die Kanzlerin im BUNTE-Interview.

Über ihre eigenen Erfahrungen mit dem Wandel in der Mediengesellschaft sagte Merkel: "Selbst in den 20 Jahren, in denen ich selbst in der Politik aktiv bin, hat sich das politische Geschäft noch einmal erheblich beschleunigt!" Nachrichten würden heute "sehr viel schneller alt". Die Vielzahl der Medien, vom Internet bis zu den zahlreichen Fernsehsendern, verlange von Politikern "ein immer schnelleres Reagieren".

Im Rückblick meinte die Regierungschefin: "Früher, als es nur zwei Fernsehsender gab, gab es allein schon eine deutlich geringere Anzahl von Nachrichtensendungen, von anderen Formaten mal ganz abgesehen. Es ging alles ruhiger zu. Die Menschen unterhielten sich morgens am Arbeitsplatz über die gleichen Themen."

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