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Sarrazin schafft sich ab | Drucken |
Von: Michael Mross   
30.08.2010

Unter großem Medienrummel zetert Sarrazin über die Zinssklaven der Unterschicht. Doch die Frage ist nicht, ob er Recht hat, sondern ob ein Bundesbankvorstand die Kompetenz hat, über diese Probleme zu sprechen.

 



Großer Medienrummel in Berlin. Der Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin stellt sein neues Buch vor. Ratschläge über den Umgang mit Ausländern, provokative Thesen zum Sozialstaat. Ist es das, was ich von einem Buch eines Bundesbankvorstands in der heutigen Zeit erwarte?

Sicherlich nicht!

Statt drängende Fragen in Bezug auf die gegenwärtige Krise zu beantworten zetert Sarrazin über die Zinsklaven der Unterschicht. - Immer dann, wenn es Stress gibt im System, wird schnell der Finger auf vermeintlich Schuldige gezeigt. Gestern Juden, heute Ausländer?

Doch wo liegen denn eigentlich die tieferen Ursachen für die Probleme, die wir jetzt haben? Sind es wirklich ein paar Ausländer, die über die Stränge schlagen? Oder haben wir es nicht mit viel größeren, existentielleren  Problemen zu tun: Die finale Phase unseres Geldsystems!

Darauf hätte ich gerne eine Antwort, Herr Sarrazin!

Deutschland stehe vor einer "Zeitenwende, die öffentlich viel zu wenig Beachtung findet", steht in dem neuen Buch.

Richtig! Aber bestimmt nicht, weil der Muselmann das Ruder übernimmt, sondern weil vorher das Geldsystem zerbricht –mit all seinen schrecklichen Folgen!

Statt gentechnischer Betrachtungen einzelner Völkergruppen hätte ich vom Bundesbankvorstand Sarrazin gerne eine tiefgründige Analyse wo wir stehen, in dieser „Wirtschaftskrise“, die eigentlich eine Geldsystemkrise ist.

Ich hätte gern eine Antwort, wo Herr Sarrazin war, als die Rettungspakete für die sieche Südschiene beschlossen wurden und was seine Meinung zu dieser größten Volksenteignung der Geschichte ist?

Und schließlich hätte ich von dem Bundesbankvorstand noch gern erfahren, wie er das Geldsystem retten will? Ein System, welches darauf beruht, dass Schulden dauernd steigen – und von dem jeder Insider weiß, dass irgendwann mal Schluss ist.

Statt die richtigen Fragen zu stellen reitet die dumme Journaille wie von Sinnen auf dem Thema „Ausländer“ rum. Sie stellt die falschen Fragen an den falschen Mann!  Die ganze Aufregung um Sarrazin ist nichts anderes als eine große Nebelkerze, die von den wahren Problemen ablenkt!

 


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