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Gold-Crash by Fed?
14.04.2013

Mit Spannung verfolgt die Gold-Community die Preisentwicklung bei Edelmetallen. Am Freitag wurden an den US-Terminbörsen 500 Tonnen Gold verkauft. Da die Ware nicht physisch über die Theke ging, kann dafür nur ein großer Player verantwortlich sein: Die Fed?

 

von Michael Mross

Was ist die Ursache für den Goldcrash? Schon am Freitag gings steil nach unten. Der Absturz setzte sich Montagmorgen in Fernost weiter fort. Die Edelmetalle wurden per Future in den Keller gedrückt. Verkaufen Edelmetallbesitzer in aller Welt ihre physischen Bestände? Händler verneinen dies. Der Goldpreis wird also einzig durch die Terminbörse nach unten geschleust.

Für Paul Craig Roberts, stellvertretender Finanzminister in der Regierung Reagan, ist der Fall klar: Die Fed steckt dahinter. Die US-Notenbank sei interessiert an fallenden Edelmetallpreisen, damit an den Finanzmärkten angesichts der Geldsystemkrise keine Panik aufkommt.

Nach Berechnung von Roberts wurden am Freitag Futures im Wert von rund 500 Tonnen Gold verkauft. Das entspricht etwa 16 Millionen Unzen. Haben etwa die Goldbesitzer am Freitag Millionen von Unzen auf den Tresen geworfen? Ganz sicher nicht.

Roberts spricht davon, dass einige wenige Player mit riesigen "naked shorts" den Preis nach unten manipulierten. 500 Tonnen Papiergold entspricht einem Gegenwert von rund 24 Milliarden Dollar. Das sind Dimensionen, die auch für große Banken oder Einzelplayer jenseits von Gut und Böse sind. Die Verlustrisiken sind viel zu hoch. So bleibt am Ende nur ein Verantwortlicher: die Fed. Laut Roberts kann die US-Notenbank mögliche Verluste einfach durch "Nachdrucken" ausgleichen.

Die massiven Papiergoldverkäufe verfehlten ihre Wirkung nicht. Massenhafter Bruch von Stopp-Loss Marken verstärkten die Abwärtsbewegung noch. Der Goldpreis schloss Freitag auf Tagestief mit einem Minus von 73 Dollar. Ein solcher Einbruch ist historisch fast einmalig und wurde vom Mainstream entsprechend bewertet: Gold sei jetzt "bearish" titelt beispielsweise das Wall Street Journal - ähnlich die anderen Medien.

Die Message ist klar: Hände weg vom Gold. Die Rallye ist vorbei. - Eines ist klar: Edelmetallbesitzer, für die das Jahr bereits schon negativ begann, sind verunsichert. Es ist aber kaum davon auszugehen, dass es nun ausgerechnet am Freitag zu Notverkäufen gekommen ist. Edelmetall-Investoren haben meist einen langen Atem und lassen sich nicht von Börsenkapriolen verunsichern.

Wie gehts weiter? Ich gehe davon aus, dass die "erziehersichen Maßnahmen" seitens des Politbüros bei der Fed andauern. Sprich: der Goldpreis dürfte weiter unter Druck bleiben. Die US-Notenbank hat genug Mittel, um das Papiergold-Spielchen weiter zu betreiben.

Lassen sich davon Gold- / Silberbesitzer beeinflussen? Wahrscheinlich nein. Niemand verkauft seine Edelmetallbestände, nur weil sie an der Börse runtergeschaukelt werden. Im Gegenteil: Niedrigere Kurse sind die letzte Einstiegschance, über die jeder froh sein sollte.

Eines ist aber auch klar: Die Erwartung, dass der Goldpreis müssig nach oben wackelt ohne größere Unterbrechungen, ist sicherlich naiv. Börse ist Börse - und das bedeutet, dass es auch mal kräftig nach unten geht.

Wichtig auch in diesem Zusammenhang: In der Endphase neigen Geldsysteme zu deflatorischen Tendenzen. Auch wenn offiziell noch so viel gedruckt wird: es reicht nicht mehr aus, um die Schuldzinsen zu bedienen. Gehen wir davon aus, dass derzeit global 100 Billionen an Geldvermögen existiert = 100 Billionen Schulden, dann sind darauf immerhin pro Jahr 5 Billionen Zinsen fällig. Dafür braucht es neue Schulden, sprich Schuldner. Das wird aber immer schwieriger auch wenn Notenbanken und Staaten einspringen.

Das Geldsystem ist existentiell auf Expansion angewiesen. Stillstand gibt es nicht. Gerät die Expansion ins Stocken, droht sofort der deflatorische Crash. In einer solchen Phase scheinen wir trotz aller Billionen angelangt zu sein. Die Billionen, von den man immer liest, mögen sich zwar nach viel anhören - allein sie reichen nicht mehr, um die Zinslast zu bedienen. Folge: Bankenpleiten, Rezession, Untergang.

Eine mögliche Deflation ist aber nur ein vorrübergehendes Ereignis, bis das Geldsystem in einer riesigen Supernova verglüht. Denn die Notenbanken geben Vollgas: Siehe Japan.

Eines steht jetzt schon fest: jedes Geldsystem zerfällt am Ende. Seit 5000 Jahren wurde Geld mit "o" geschrieben. Es gibt keine Währung, die ewig Bestand hatte. Geld geht, Gold bleibt.

Link: Zentralbanken kaufen Gold

Gold and Deflation


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