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Gold: Tiefpunkt erreicht?
02.07.2013

Der Gold-Crash ist ein Witz der Finanzgeschichte. Angesichts Null-Zins und steigender Staatsverschuldung ist Gold alternativlos. Felix Zulauf: Tiefpunkt könnte erreicht sein.

 

von Michael Mross

Der Gold-Crash entbehrt jeder fundamentalen Grundlage. Der Ausverkauf bei Edelmetallen bleibt nach wie vor ein Rätsel. Nicht ausgeschlossen, dass hier sogar manipulative Kräfte am Werk waren. Was wirklich hinter dem Kurssturz steckt, wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben. Fakt jedenfalls ist: In dieser Papier-Schein-Welt hätte eingentlich jeder einzelne Sektor einen Crash verdient, nur nicht Edelmetalle.

Felix Zulauf bringt es in einem Interview mit der Wirtschaftswoche auf den Punkt: „Wir kommen aus einem risikolosen Zinsumfeld in ein Umfeld mit zinslosem Risiko. Es gibt keine sicheren Anlagen und keine Renditen mehr, sondern nur noch Risiken.“

 

Dieses Zitat dürfte in die Geldgeschichte eingehen, deshalb hier noch mal:

Wir kommen aus einem risikolosen Zinsumfeld in ein Umfeld mit zinslosem Risiko. Es gibt keine sicheren Anlagen und keine Renditen mehr, sondern nur noch Risiken.

 

Unter diesen Umständen muss man sich wundern, dass noch kein Bankrun stattgefunden hat. Bei Zinsen nahe Null bleibt nur noch das Risiko, dass das Geld bei einer Bankpleite weg ist. Wer trägt es unter diesen Umständen noch zu einem Finanzinstitut?

Die Sparer finanzieren mit ihrem Geld die internationalen Super-Hedgefonds - genannt "Banken" - und wenn sie sich verzocken, ist das Geld weg. Schöne neue Finanzwelt.

Alernativen? Gibt es praktisch nicht. Staatsanleihen? Wie dumm muß man sein, einem sowieso schon total überschuldeten Staat zu Minizinsen Geld zu leihen? Anleihen sind sichere Geldvernichtung. Der Zeitpunkt der totalen Enteignung rückt näher: Entweder gehen Staaten pleite, oder die Kaufkraft des Geld verflüchtigt sich in einer Inflations-Supernova.

Börse? Vielleicht. Aber wenn das Geldsystem zerbröselt, wäre es naiv, anzunehmen, dass Aktien steigen. Die Kurse der Banken sind dabei ein Warnsignal. Doch dieses Warnsignal wird gleichwohl von den Anlegern nicht wahrgenommen. Sie sind offenbar der Meinung, dass die Spielcasinos weiter funktionieren, wenn die Banken pleite sind. Doch diese Annahme wird sich als naiv erweisen.

Wie gehts weiter bei Gold? Felix Zulauf: Die Positionen an den Terminmärkten seien massiv auf einen fallenden Goldpreis ausgelegt. „Das sind eigentlich gute Voraussetzungen für ein Tief. Ich denke, der Goldpreis ist diesem Tief ziemlich nahe. Zwischen 1150 und 1250 Dollar je Unze sollte das Tief erreicht werden.“ Massiv kaufen würde er jetzt noch nicht: Wer Gold kaufen will, „der kann portioniert kaufen, aber zunächst piano“.




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