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Deflation oder Inflation? | Drucken |
20.05.2010

Kommt die Inflation oder endet das System in einem deflatorischen Crash? Diskussion zum weiteren Verlauf der Krise. Die Geldmengenausweitung deutet klar auf Inflation in der Zukunft, auch wenn aktuell deflatorische Kräfte dominieren.


Ein Beitrag von Bayerngold

Es wurde schon oft die Diskussion geführt, ob wir aktuell in einer von Inflation oder Deflation dominierten Zeit leben. BayernGold hat immer ganz deutlich klar gestellt, dass wir in einem Inflationsjahrzehnt leben und wir nichts von solchen Diskussionen halten. Für uns war der Fall stets klar und deutlich und gab keinen Anlass zu Diskussionen, denn die extreme Geldmengenausweitung konnte nur Inflation bedeuten und legte das Szenario Deflation Ad acta.

 

Untenstehende Inflationsgrafik soll diesen Umstand verdeutlichen. Hier haben wir für Sie die offizielle Inflationsrate wie sie von staatlichen Stellen erhoben wird, einer mathematisch berechneten Methode gegenübergestellt, wie sie im Übrigen auch von der Europäischen Zentralbank verwendet wird.

Die aktuellen Zahlen sind dabei extrem eingebrochen. Zunächst vielen die offiziellen Inflationszahlen (blaue Balken) ehe die von uns berechneten Inflationsrate ebenfalls einbrach. Das erste Mal seit Jahren notieren unsere eigens berechneten Zahlen im negativen Bereich! Man muss hier jedoch anmerken, dass vorher ein extremer Überschuss an Liquidität in den Markt gepumpt wurde und wir bei unseren Berechnungen auf die Zahlen von offizieller Seite zurückgreifen. Diese dürften etwas geschönt sein und nicht der Wirklichkeit entsprechen. Vermutlich wäre somit auch die berechnete Inflation leicht im positiven Bereich, hätte man wirklich existente Verhältnisse bei den Zahlenwerten.

 

Auch haben wir Ihnen vor einiger Zeit einen unserer Indikatoren vorgestellt, welcher die Geldmengenveränderungen misst und hierdurch Trendwendepunkte an den Aktienmärkten im Voraus sichtbar macht.

Dank diesem Indikator konnte man Ende 2008, Anfang 2009 ganz klar ein Markttief ausmachen und wusste im Voraus, dass die Aktienmärkte bald wieder steigen würden. Der Liquiditätsüberschuss war zu extrem, als dass er nicht seinen Weg an die Börsen dieser Welt finden sollte. Wir hatten damals in unserer Auswertung aber auch darauf hingewiesen, dass der Indikator einen extremen Einbruch in jüngster Zeit zu verzeichnen hatte und dabei das aktuelle Niveau sogar historische Tiefststände erreichte. Meist wurde nach einem so extremen Rückgang eine kurze Korrektur eingeleitet wie wir sie vor wenigen Tagen an den Märkten erleben konnten. Aber, die zuvor aufgebaute extreme Liquidität ist nicht verschwunden, sie befindet sich nach wie vor im Markt. Der Indikator misst lediglich die Veränderungsraten und nicht die wirkliche Liquidität. Somit wird die 2008 und 2009 aufgebaute Liquidität uns noch Jahr lang verfolgen und für einen „Crack Up Boom“ sorgen, zumindest so lange es keine extremen Wertverlust durch Aktien- oder Immobiliencrashs gibt.

 

Heute möchten wir Ihnen jedoch einen weiteren und unserer Meinung nach viel wichtigeren Indikator vorstellen. Er berücksichtigt bei seiner Berechnung die Inflations- und Geldmengenentwicklung. Aktuell kann man hierdurch erkennen, dass die offizielle Inflationsrate schneller steigt, als die Geldmengenentwicklung. Dies ist eigentlich in dieser Form gar nicht möglich, da Inflation durch ein Mehr an Geldmenge entsteht! Es sieht daher aktuell so aus, als würde die aufgestaute Inflation langsam ihren Weg in den Markt finden und die Menschen durch „Hamsterkäufe“ die Preise in die Höhe treiben. Untenstehende Grafik soll Ihnen dies verdeutlichen. Beachten Sie hier vor allem die markierte Stelle im Indikator, welche zum ersten Mal seit Jahrzehnten deutlich unter Null viel!

Haben wir daher vielleicht doch wirklich eine Deflation wenn die Geldmenge so stark fällt? Zunächst einmal muss man festhalten, dass lediglich die Wachstumsraten fallen, aber nicht die Geldmenge an sich. Dies sieht man auch an den Rohstoff-, Aktienpreisen oder dem Ölpreis. Alle haben sich seit ihrem Tief im Jahr 2008 extrem erholt. Von Inflation kann somit keine Rede sein. Doch das aktuell eingetretene Phänomen bedeutet etwas anderes. Da die Preise schneller steigen als die Wachstumsraten der Geldmenge wir es zur Geldknappheit kommen! Würden die Zentralbanken dem Drang neues Geld zu drucken nicht nachgeben, so würden die Preise über kurz oder lang fallen, da nicht genügend Geld im Markt vorhanden ist um die Produkte zu den aktuell gestiegenen Preisen  verkaufen zu können. Die Nachfrage würde schlicht zurückgehen und die Preise anschließend nach unten drücken.

 

Einer der größten und brillantesten Ökonomen aller Zeiten, Rothbard, hat diesen Zusammenhang schon vor Jahren in einem seiner Arbeiten erklärt. „Normale“ Ökonomen würden das aktuelle Schauspiel als Beginn einer großen Deflation interpretieren, jedoch nicht Rothbard! Er behauptet, dass in der Regel auf solch ein Phänomen eine Hyperinflation folgen wird. Dies kommt daher, dass die Regierungen/Zentralbanken dem Verfall der Preise nicht tatenlos zusehen werden und präventiv in den Markt eingreifen und neues Geld schöpfen, was im Anschluss an dieses Phänomen zu einer doppelt explosiven Mischung führt, welche die Inflation in doppelter Geschwindigkeit steigen lässt. Klar, denn die ohnehin schon steigenden Preise werden nochmals in die Höhe getrieben durch wieder steigende Geldmengen.

 

Doch wir wollen nochmals festhalten, dass es nicht hierzu kommen muss! Die Welt hat die freie Wahl ob sie diesen Weg gehen möchte. Wird kein neues Geld gedruckt kommt es zur Rezession, Bereinigung der Märkte und somit zu einem soliden Boden für einen kommenden fundamental begründeten Aufschwung. Betrachtet man aber die letzten beiden Wochen, in welchen die Märkte auf Talfahrt geschickt wurden, so bleibt dieses Verhalten reiner Wunschgedanke. Alleine Japan pumpte umgerechnet an nur einem Tag 18 Mrd. Dollar in den Markt, nachdem der Nikkei über 10 Prozent an Wert verloren hatte. Weltweit wurden wieder neue Rettungspakete geschnürt. Allen Voran in Europa, welches die Griechenlandpleite abwenden wollte und ein Euro-Sicherheits-Pakte  in Höhe von 750.000.000.000 Euro verabschiedete. Das prekäre an der ganzen Sache ist, dass nun auch die EZB in den Kreis der „Geldfälscher“ aufgestiegen ist. Eigentlich ist es der EZB verboten Staatanleihen von ihren Mitgliedsländern aufzukaufen und dies aus gutem Grund. Doch seit dieser Woche wissen wir es besser. In Krisenzeiten sind ehemals sinnvoll erscheinende Gesetze nichts mehr wert und werden durch Mehrheitsentscheidungen außer Kraft gesetzt. Frische Euros fließen somit ungehindert in den Markt und schwemmen in Zukunft alle Preise extrem in die Höhe. Die letzte Hürde ist somit gefallen um vom Inflationsjahrzehnt zum Hyperinflationsjahrzehnt überzugehen. Schnallen Sie sich fest und stellen Sie sich bereits heute auf extreme Preissteigerungen ein. Diese kommen nicht sofort, aber im Laufe der nächsten zwei Jahre. Man muss die Krise den Leuten eben nur richtig verkaufen und anschließend sind gutgemeinte Gesetze hinfällig!

 

Noch ein Wort zu Gold in diesem Zusammenhang. Gold wir in dieser Phase förmlich explodieren. Aktuell raten wir aber dazu eher abwartend zu reagieren. Wir denken, dass kurzfristige Kurssteigerungen zwar extrem wahrscheinlich sind, aber die nächste Korrektur sollte hier bereits in 2-4 Wochen statt finden. Hierauf haben wir bereits in unserem Börsenbrief hingewiesen. Danach kann man gerne nachkaufen und sich die Taschen mit „billigem“ Metall vollstopfen. Panikkäufe wie sie aktuell auf dem Markt auftreten, lassen uns jedenfalls vor Käufen abraten, denn die Masse irrt sich fast immer. Lediglich physische Käufer können auch zu aktuellen Kursen kaufen, jedoch nur geringe Stücke, da der Rücksetzer sicher kommen wird.

www.bayerngold-club.de

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