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Flucht ins Gold
01.06.2010

Wir sind im Endstadium des Geldsystems, konstatiert der schweizer Vermögens- verwalter Felix Zulauf. Man muss sich mit seinem Vermögen außerhalb des Geldsystems bewegen, um Werte zu erhalten. „Die USA und auch viele andere westliche Industrienationen werden schon in Kürze an die Wand fahren“.


Das Hauptproblem der westlichen Industriestaaten sei, dass sie zu hohe Schulden haben -  gemessen an ihrer Wirtschaftskraft, analysiert der schweizer Vermögensverwalter Felix Zulauf in einem Interview mit KingWorldNews. Griechenland sei dafür ein Symbol.

 

Wir haben in den letzten 20 Jahren in der Fiktion gelebt, dass wir nachhaltigen Wohlstand durch Schulden generieren könnten. Wir haben uns mehr und mehr verschuldet und im Grunde einen Lebensstandard geschaffen, den wir mit unserem normalen Einkommen nicht finanzieren konnten.

 

Investoren haben nun den Griechen innerhalb von Wochen die Rote Karte gezeigt. Das gleiche Schicksal blüht nun Spanien, Portugal, Italien.

 

Es scheint so, als hätte die Welt plötzlich erkannt, dass wir nicht mehr so weiter machen können wie bisher. Plötzlich werden fragen gestellt, ob die Schulden überhaupt bedient werden können und es entstehen Zweifel, ob Währungen noch sicher sind.

 

Viele Großinvestoren flüchten deshalb ins Gold, erläutert Zulauf. Das „große Kapital“ möchte nicht mehr davon abhängig sein, ob jemand bei einer Zentralbank den Knopf drückt, um zusätzliche Billionen aus dem Nichts zu schaffen.

 

Der Run auf Gold wird den Preis in ungeahnte Höhen treiben. Eine Währungsreform ist in Zukunft unvermeidbar. Dem System droht zunächst der deflatorische Crash mit anschließender Hyperinflation, verursacht durch die Notenbanken.

 

Gold sei kein Rohstoff, sondern die ultimative Währung, so Zulauf. Ein Stoff, den man nicht ohne weiteres vermehren kann. Dies wurde in Tausenden Jahren bewiesen. Und viele Investoren würden nun ins Gold flüchten, um der komplizierten und hoffnungslosen Lage zu entkommen, in dem unser System derzeit steckt.

 

Früher war der Goldpreis eher durch die Schmuckindustrie getrieben. Doch dies habe sich seit zwei Jahren geändert, so Zulauf. Derzeit ziehe es hauptsächlich große Investoren ins Gold, weil sie den überschuldeten Staaten nicht mehr trauten. Dies sei ein Trend, der sich sogar noch verstärken wird.

 

Hinzu kommt, dass die Zentralbanken in Zukunft eher kein Gold mehr verkaufen würden, weil sie vorsichtiger geworden seien. Auf der Angebotsseite sollte es also demnach in Zukunft zu Engpässen kommen.

 

Ebenfalls knapp sei Gold auf der Produktionsseite. Goldminen könnten nicht von heut auf morgen ihre Produktion erhöhen, nur weil plötzlich die Nachfrage steige. Die Goldproduktion sei eher rückläufig.

 

Trotz höherer Goldpreise prognostiziert Zulauf  für die nächsten Jahre eine Deflation. Das liege an der Überschuldung der Staaten. Wenn eine Unternehmung zu viele Schulden hat, dann muss sie immer mehr leihen, um überhaupt die Zinsen zu zahlen. Und wir sind genau an diesem Punkt des „Ponzi-Scheme“.  Je höher die Zinslast, umso weniger bleibt übrig, um Geld auszugeben.

 

Unser System befindet sich in dem Zustand, dass es überschuldet ist. Und insofern zwingt sich das System selbst zugrunde. Wir werden kein großes Wachstum haben in den nächsten Jahren. Dies wiederum wird dazu führen, dass wir die Schulden nicht bedienen können. Insofern lautet das Problem der nächsten Jahre „Deflation“.

 

„Die USA und auch viele andere westliche Industrienationen werden schon in Kürze an die Wand fahren“ so Zulauf. Wir sind in der Endphase des Systems, „Endgame“. Es wird auf keinen Fall mehr so weiter gehen, wie wir es in den letzten 70 Jahren gewohnt waren. Die Politik versucht zwar verzweifelt, Inflation herbeizuführen, doch sind die Politiker derzeit damit nicht sonderlich erfolgreich.

 

Zulauf vergleicht den Zustand des Systems gegenwärtig einem „Tanz auf dem Vulkan“, bei dem das System zwischen totaler Deflation und totaler Inflation pendelt. Manche glauben an einen deflatorischen Crash, andere an Hyperinflation.

 

Zulauf dagegen geht davon aus, dass die deflatorischen Tendenzen in den nächsten Jahren klar dominieren. Anschließend drohen dann Hyperinflation und Währungsreform.

 

Hyperinflation und Währungsreform sieht Zulauf wie folgt heraufziehen: Schon in naher Zukunft werden wieder große Banken in Schwierigkeiten kommen. Sollte dies passieren, können dann die Staaten nicht mehr helfen, weil diese ebenfalls schon als überschuldet gelten.

 

Das wäre dann der Zeitpunkt, an dem die Zentralbanken ihre Bilanzen abermals verlängern. Und zwar nicht um den Faktor 2 oder 3, sondern um den Faktor 50 oder 100. Damit würden dann praktisch die Währungen entwertet. Das würde dann sofort binnen Wochen in eine Hyperinflation umschlagen; das Vertrauen in die Währung wäre kaputt. Das ist dann der Zeitpunkt der Währungsreform. Zulauf geht davon aus, dass dies spätestens in 5-6 Jahren der Fall sei, genau wolle er sich aber nicht festlegen. Es könne auch früher passieren.

 

Das Hauptproblem sei, dass dieses Mal – anders als früher – die komplette westliche Welt betroffen sei. Früher gingen einzelne Länder Pleite. Heute steht das Gesamtsystem auf dem Spiel. Das sei die große Gefahr in den nächsten Jahren, erläutert Zulauf. - Das englische Original-Interview hier

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