Seit dem 28. Februar 2026 ist der Iran fast komplett vom Internet getrennt. Die Verbindung ist auf ein winziges Bruchteil der normalen Geschwindigkeit heruntergefahren.
Von Meinrad Müller
Stunden- und tagelang funktioniert gar nichts. Nur wenige regierungsnahe Stellen und Staatsmedien haben noch Zugang. Für die meisten der 89 Millionen Menschen bedeutet das: kein Internet, keine Nachrichten von außen, keine Möglichkeit, privat mit Freunden in Kontakt zu treten.
Familien ohne jedes Lebenszeichen
Millionen Iraner können seit Wochen ihre Angehörigen nicht mehr erreichen. Anrufe ins und aus Ausland brechen ab. Nachrichten-Apps laden nicht. SMS kommen nicht an. E-Mails verschwinden spurlos. Viele im Ausland lebende Iraner warten tagelang, manchmal wochenlang auf ein einziges Zeichen von Leben.
Eine Frau in Berlin berichtete kürzlich, sie habe seit 19 Tagen nichts mehr von ihrer alten Mutter in Isfahan gehört. In den bombardierten Gebieten ist die Lage noch schlimmer. Wer dort einen Verletzten oder Toten in der Familie hat, erfährt es oft erst Tage später, wenn überhaupt. Die ständige Ungewissheit zerrt an den Nerven. Viele Betroffene schlafen kaum noch, haben Angstattacken oder brechen zusammen. Besonders Kinder leiden: Sie fragen täglich nach den Großeltern oder dem Vater, bekommen aber keine Antwort. Diese Art von Isolation trifft die Schwächsten am härtesten.
Warnungen vor Angriffen erreichen fast niemanden
Das israelische Militär veröffentlicht regelmäßig Aufrufe, bestimmte Gebiete sofort zu verlassen. Diese Warnungen sollen Leben retten. Sie werden über soziale Medien und andere Online-Kanäle verbreitet. Genau diese Kanäle wie Facebook, X und Telegram sind aber im Iran blockiert. Die meisten Menschen erfahren nichts von der drohenden Gefahr. Viele bleiben einfach in ihren Häusern oder Wohnungen.
Wer niemanden erreichen kann, organisiert keine Proteste
Die Abschaltung ist kein Zufall sondern Kriegsmethodik. Das Regime hat den Zugang bewusst und dauerhaft eingeschränkt. Wer seine Nachbarn nicht warnen oder Hilfe rufen kann, bleibt allein. Jede Form von Zusammenschluss wird unmöglich gemacht. Stattdessen läuft nur noch das Staatsfernsehen. Dort kommen immer die gleichen Bilder und die gleiche Botschaft.
Iranischer ÖRR: Das Land wird heldenhaft verteidigt
Der Feind ist böse, alle müssen zusammenstehen. Kritische Stimmen dringen nicht durch. Normale Bürger können keine Bilder von zerstörten Häusern oder verletzten Kindern hochladen. Die Welt sieht fast nur, was das Regime zeigen will. Unabhängige Berichte schaffen es kaum nach draußen. Internationale Nachrichten sind auf wenige durchgesickerte Informationen angewiesen. Die Wahrheit bleibt weitgehend unsichtbar.
Die Vereinten Nationen und mehrere Menschenrechtsgruppen fordern seit Tagen die sofortige Freischaltung. Ohne Internet fehlt es an allem: an medizinischer Hilfe, an Lebensmittelverteilung, an Strom- und Wassermeldungen. Krankenhäuser können Angehörige nicht benachrichtigen. Die Lage für die normale Bevölkerung wird von Tag zu Tag schlimmer. Die Menschen sollen geschwächt, isoliert und zum Schweigen gebracht werden, damit sie sich nicht gegen das Regime auflehnen können. Die Zivilisten zahlen den höchsten Preis.
Meinrad Müllers Blog: www.info333.de/p



