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Der Irankrieg im Wohnzimmer frisst unseren Lebensmut

Der Irankrieg ist weit weg, aber er findet auch direkt im Wohnzimmer statt. Aus Fernseher und Radio hagelt es im Viertelstundentakt immer neue Schreckensnachrichten.

Von Meinrad Müller

Fernsehzuschauer werden damit regelrecht zugeschüttet. Das ist nicht mehr Information, sondern für Beschuss. Das setzt sich im Kopf fest und tut weh.

Millionen von Menschen in gedanklicher Haftung

Gerade bei vielen Älteren läuft der Fernseher den ganzen Tag, weil er ihre Einsamkeit vertreiben soll. Bei Corona sprach man von besonders „vulnerablen“, verletzlichen Gruppen. Unsere Alten, die den Krieg noch aus ihrer Jugend kennen, gehören dazu. Und sie bekommen alles ungefiltert ab. Sie haben den Krieg erlebt, und sie spüren diese Bilder körperlich. Der Fernseher, der eigentlich Gesellschaft leisten soll, wird zur Kanone, die ununterbrochen auf ihre Seele feuert.

Kein Mensch hält diesen Zustand aus

Der Mensch ist nicht dafür geschaffen, dauerhaft im Alarmzustand zu leben. Genau dahin treibt uns diese ständige Berieselung. Die Bilder bleiben hängen, sie nisten sich ein und erzeugen dieses dumpfe Gefühl, dass jederzeit etwas passieren kann. Aus einzelnen Nachrichten wird ein dunkles Grundrauschen, das den Alltag überzieht. Es nimmt die Leichtigkeit, raubt die Ruhe und frisst sich langsam in Mark und Bein.

Auch junge Menschen verlieren den Mut

Genauso gravierend ist die Wirkung auf junge Menschen, die am Anfang ihrer Karriere stehen. Wer das täglich sieht, stellt sich irgendwann zwangsläufig die Frage, wozu das alles gut sein soll. Wozu lernen, arbeiten und Pläne machen, wenn morgen schon alles zerstört sein kann. Diese Gedanken kommen nicht laut, sie kommen leise, aber sie bleiben. Ganz praktisch gesehen ist für die Zukunftsplanung eine positive Grundstimmung notwendig.

Quote schlägt Verantwortung

Die Sender tragen dafür Verantwortung, und darüber wird erstaunlich wenig gesprochen. Der öffentlich rechtliche Rundfunk liefert Kriegsbilder als ob sie ein Hollywoodfilm wären. Die Bilder kommen längst nicht mehr nur in den Nachrichten, sie laufen auch in Unterhaltungssendungen. Das bringt Aufmerksamkeit, und Aufmerksamkeit bringt Quote. Die Privatsender machen mit, weil sich Angst gut verkauft. Es entsteht ein Wettbewerb um die heftigsten Eindrücke.

Kein Mensch denkt an die Betroffenen hierzulande

Wer eine Gesellschaft pausenlos mit Bedrohung füttert, darf sich nicht wundern, wenn die Menschen müde werden, schlecht schlafen und langsam den Glauben verlieren. Innere Unruhe, Schlafstörungen, dieses Gefühl, dass nichts mehr sicher ist. Kurzum, und das muss man so deutlich sagen, diese Art von Nachrichten macht Menschen krank.

Meinrad Müllers Blog: www.info333.de/p

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