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Mit dem Iran war gut Pistazien essen

Mit dem Iran Kirschen zu essen erweist sich als deutlich schwieriger. Der US-Vizepräsident ist ohne Einigung aus Islamabad abgereist. Ein „Deal“ kam nicht zustande.

Von Meinrad Müller

Während man auf der großen Bühne noch politisch verhandelte, lief im Hintergrund längst etwas anderes an. Und das trifft unsere Küche.

Lebensmittel-Exportstopp seit März 2026

Seit dem 3. März 2026 hatte der Iran den Export von Lebensmitteln und landwirtschaftlichen Erzeugnissen vollständig ausgesetzt. Die Maßnahme betraf zentrale Exportgüter wie Pistazien, Safran, Datteln und Trockenfrüchte. Produkte, die bereits zuvor produziert und exportiert worden waren, sind weiterhin im Handel erhältlich. Aber der Nachschub fehlt. Liebhaber sichern sich jetzt noch schnell die Restbestände.

Iranische Lebensmittel in Deutschland

Wer Nüsse, Gewürze oder Trockenfrüchte einkaufte, stieß häufig auf Produkte mit dem Hinweis „Ursprung: Iran“. Besonders bekannt waren die aromatischen, intensiv grünen Pistazien, die in vielen Supermärkten und orientalischen Geschäften regelmäßig im Regal standen. Doch das Angebot ging weit darüber hinaus.

Traditionelle Exportprodukte aus dem Iran

Neben Pistazien zählten zu den klassischen iranischen Exportprodukten im Lebensmittelbereich vor allem:

Safran

Das teuerste Gewürz der Welt wird fast ausschließlich per Hand geerntet. Eine geübte Pflückerin schaffte am Tag oft nur 60 bis 80 Gramm der kostbaren Blütenfäden. Hochwertiger iranischer Safran kostete in Deutschland rund 58,90 Euro für 5 Gramm, das entsprach etwa 11.780 Euro pro Kilogramm. In der Küche wurde er sparsam eingesetzt und verlieh Risotto, Paella oder persischem Safranreis die typische Farbe und das charakteristische Aroma.

Datteln

Besonders die weichen Mazafati-Datteln aus dem Iran waren gefragt. Sie wurden pur gegessen, in Müslis und Smoothies verarbeitet oder gaben herzhaften Gerichten eine natürliche Süße.

Trockenfrüchte und Rosinen

Iranische Sultaninen, getrocknete Feigen und Aprikosen zeichneten sich durch ihren intensiven Geschmack aus. Sie fanden Verwendung in Backwaren, im Frühstück, in Broten oder als Ergänzung zu herzhaften Speisen.

Persischer Langkornreis

Der duftende Reis war für seine lockere Körnung bekannt. Er wurde für Reisgerichte mit Safran, Kräutern oder Nüssen eingesetzt und diente auch als Beilage zu Fleisch- und Gemüsegerichten.

Verwendung in der deutschen Küche

Viele dieser Produkte hatten längst ihren festen Platz in deutschen Küchen gefunden. Sie wurden nicht nur in Restaurants, sondern auch im Alltag verwendet. Safran kam in Reisgerichten und Desserts zum Einsatz. Datteln wurden als Snack gegessen oder in Speisen integriert. Trockenfrüchte gehörten zu Müslis und Backwaren. Gewürze wie Sumach oder getrocknete Limetten wurden zunehmend auch in der heimischen Küche genutzt.

Aus humanitären Gründen ausgenommen

Sanktionen gegen den Iran betreffen vor allem Öl, Gas und bestimmte Industrieprodukte. Lebensmittel und landwirtschaftliche Erzeugnisse waren jedoch aus humanitären Gründen von diesen Beschränkungen ausgenommen. Dadurch konnten Pistazien, Safran, Datteln und andere iranische Spezialitäten weiterhin in Deutschland und der EU angeboten werden.

Meinrad Müllers Blog: www.info333.de/p

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