Auf dem Katholikentag in Würzburg rät Bundeskanzler Friedrich Merz am 15. Mai 2026 jungen Menschen von Amerika ab. „Ich würde meinen Kindern heute nicht empfehlen, in die USA zu gehen, dort ausgebildet zu werden und dort zu arbeiten.“
Von Meinrad Müller
Damit beleidigt er Donald Trump und gefährdet deutsche Interessen. Dieser Satz reicht. Mehr braucht es gar nicht. Was der deutsche Kanzler sagt in spätestens in einer Minute in aller Welt. Auch in Washington wird dieser Satz einschlagen. Bei Donald Trump wird er als Beleidigung ankommen. Trump hört: Der Kanzler von Deutschland warnt seine Familie vor Amerika.
Merz schadet Deutschland
Merz kann danach zwar erklären, er sei ein Bewunderer Amerikas. Das ändert den Kern der Aussage nicht. Wer öffentlich vor dem Land des wichtigsten Verbündeten warnt, setzt ein Signal. Dieses Signal lautet: Amerika ist für die eigenen Kinder nicht mehr gut genug. Das ist eine Kränkung. Gerade gegenüber Trump, der jedes Wort über Amerika persönlich nimmt. Merz weiß das oder müsste es wissen.
Deutschland hat bei Amerika viel zu verlieren. Die USA sind Schutzmacht, Handelspartner, Energieanbieter und politischer Schlüsselspieler. Wer diesen Partner öffentlich herabsetzt, spielt mit fremdem Geld. Merz spricht. Bürger und Betriebe zahlen.
Deutschland braucht Amerika.
Bei Sicherheit, bei Handel, bei Investitionen und beim Flüssiggas. Nach dem Ende der billigen russischen Energie hängt Deutschland stärker am Weltmarkt. Die USA gehören zu den wichtigsten Lieferanten von Flüssiggas. Es reicht, wenn Washington bei Exporten, Verträgen, politischer Stimmung oder Verhandlungen die Daumenschraube etwas anzieht. Dann wird es in Deutschland teuer.
Das ist der Punkt. Merz gefährdet nicht nur gute Stimmung. Er gefährdet Interessen. Ein Kanzler darf kritisch sein. Aber er darf nicht vergessen, dass jedes Wort Gewicht hat. Besonders dann, wenn der Adressat Donald Trump heißt. Heute kommt aus Berlin Belehrung. Und wenn Trump die Kränkung heimzahlt, wundert sich Deutschland wieder über die Gasrechnung.
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