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Therapie-Sprechzimmer Peking, der nächste Bitte, Putin

Wer was von mir will, der kommt zu mir. Diese alte Weisheit lebt gerade in Peking wieder so richtig auf. Die Drehtür steht nicht mehr still.

Von Meinrad Müller

Kaum ist Donald Trump raus aus Peking, steht schon der Nächste in der Tür: Wladimir Putin kommt am 19. und 20. Mai nach Beijing. Innerhalb weniger Tage legt Xi Jinping zwei der mächtigsten Männer der Welt nacheinander auf die Couch. Willkommen zur nächsten Sitzung im globalen Therapie-Sprechzimmer Peking.

Der Jakobsweg führt ins Reich der Mitte

Für China sind die USA nur noch ein wichtiger Patient unter vielen. Russland, Golfstaaten, Indien, Brasilien – alle pilgern inzwischen nach Peking. Wer etwas braucht (Einfluss, Märkte, Rohstoffe), der pilgert demütig gebeugt ins Reich der Mitte.

Allein in den letzten vier Wochen hat Xi schon den Präsidenten von Tadschikistan und dann Trump empfangen. Putin ist nur der nächste in der Schlange. Peking entscheidet, wen es wann auf die Couch bittet. Der Rest der Welt wartet artig.

Energie: Pipeline statt wochenlanger Seereise

Putin braucht dringend neue Abnehmer für sein Gas, klar. Aber auch China braucht die Energie – und zwar mindestens genauso dringend. Peking hat die Lektion aus der Straße von Hormus gelernt: Wer auf Tanker aus Katar, Iran oder den USA setzt, riskiert jederzeit, dass ihm jemand die Gurgel zudrückt.

Deshalb ist Putin mit seiner Power of Siberia 2-Pipeline so scharf auf einen Deal. Bis zu 50 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr direkt aus Sibirien nach China – sicher, preiswert und vor allem: keine feindlichen Kriegsschiffe im Weg.

TCM – Traditionelle Chinesische Medizin, nur moderner

Wenn die westliche Schulmedizin nicht mehr weiterweiß, dann greifen viele zur TCM. Der chinesische Meister legt die Kranken auf seine Couch – und das wird richtig teuer.

Früher hatte er hunderte Pülverchen, heute hat Xi andere Pülverchen, seltenen Erden, Lithium und die ganzen Hightech-Komponenten, ohne die beim Westen gar nichts mehr läuft. Dann kommt das Schröpfen als nächste Therapie.

Nur dass China heute nicht mehr am Rücken schröpft, sondern direkt am dick gefüllten Geldbeutel. Und das tut bekanntlich besonders weh.

Chinas neue Macht

Im 21. Jahrhundert gewinnt nicht der, der am lautesten schreit – sondern der, zu dem alle anderen zur Therapie pilgern müssen.

Meinrad Müllers Blog: www.info333.de/p

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