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Venezuela ist gekapert, jetzt ist Kuba an der Reihe, Marco Rubios Rede

Am 20. Mai 2026, dem kubanischen Unabhängigkeitstag, richtete US-Außenminister Marco Rubio eine knapp sechsminütige spanischsprachige Videobotschaft direkt an das kubanische Volk.

Von Meinrad Müller

Es war eine Anklage gegen GAESA, dem militärischen Wirtschaftskonzern des Regimes, der nach Rubios Worten 18 Milliarden Dollar kontrolliert, während die Kubaner bis zu 22 Stunden am Tag im Dunkeln sitzen. Ja, die US-Sanktionen haben Kuba schwer getroffen. Aber Sanktionen erklären nicht, warum ein militärischer Wirtschaftskonzern Milliarden kontrolliert, während das Volk darben muss.

Rubio greift Havannas Elite an und bietet 100 Millionen Dollar Hilfe

Eine US-Invasion müsste in Kuba inzwischen wohl tagsüber stattfinden, denn nachts sind dort vielerorts die Lichter aus. Doch Washington braucht keine Landungsboote am Strand von Varadero. Die USA kennen andere Daumenschrauben. Öl, Sanktionen, Hilfe am Regime vorbei und jetzt Marco Rubio mit einer Rede, die für Havanna wie eine öffentliche Anklageschrift klingt.

Rubio nennt den wahren Machtkern beim Namen: GAESA. Das ist der vom Militär kontrollierte Wirtschaftskonzern des kubanischen Regimes. Er beherrscht Hotels, Banken, Geschäfte, Bauprojekte, Devisenströme und Teile der Überweisungen aus dem Ausland. Nach Rubios Worten sitzt dieser Apparat auf 18 Milliarden Dollar und kontrolliert 70 Prozent der kubanischen Wirtschaft. Damit ist die Sache klar: GAESA ist die Kasse der Diktatur.

Kuba geht das Licht aus

Die erste Daumenschraube heißt Energie. Kuba lebte lange von billigem oder politisch gestütztem Öl aus Venezuela. Diese Lebensader wird nun eng. Auf der Insel zeigt sich das sofort. Stromausfälle von bis zu 22 Stunden am Tag, leere Kühlschränke, kein fließendes Wasser, kaum Medikamente und Menschen, die ihr Handy laden müssen, sobald irgendwo kurz Strom kommt.

Das Regime spricht von amerikanischer Aggression. Das Volk sieht zuerst die Dunkelheit. Rubio nimmt Havanna dabei die bequemste Ausrede aus der Hand. Er sagt den Kubanern sinngemäß: Euer Elend kommt nicht nur von außen. Es kommt von innen. Die Männer, die euer Land kontrollieren, verwalten Milliarden und lassen euch Kerzen übrig.

GAESA ist die Kasse der Diktatur

Genau dieser Punkt macht Rubios Rede gefährlich. Er spricht nicht nur über Hunger, Stromausfälle und Repression. Er zeigt auf die Kasse. Eine Diktatur kann vieles erklären. Sie kann Mangel dem Feind zuschieben. Sie kann Proteste als Sabotage beschimpfen. Sie kann Opfer verlangen und das Ganze dann Patriotismus nennen.

Aber eine Frage bleibt stehen: Warum besitzt der Machtapparat Milliarden, während Familien kein Licht haben? Das Volk sucht Lebensmittel. GAESA kontrolliert Geschäfte. Das Volk sucht Medikamente. GAESA kontrolliert Devisen. Das Volk sitzt im Dunkeln. GAESA verdient an Hotels. Das ist der eigentliche Peitschenhieb dieser Rede.

Hilfe für das Volk, Misstrauen gegen die Funktionäre

Rubio bietet 100 Millionen Dollar für Lebensmittel und Medikamente an. Diese Hilfe soll nicht durch die Hände des kubanischen Staates laufen. Sie soll über die katholische Kirche oder vertrauenswürdige Hilfsorganisationen direkt an die Bevölkerung gehen.

Das ist ein Schlag ins Gesicht der Funktionäre. Washington sagt damit: Wir helfen dem kubanischen Volk, aber wir geben den Machthabern nicht einmal einen Sack Reis in die Hand. Für ein Regime, das seit Jahrzehnten behauptet, nur dem Volk zu dienen, ist das eine öffentliche Entlarvung.

Jeder Kubaner versteht die Botschaft. Wenn Hilfe am Staat vorbei organisiert werden muss, ist dieser Staat selbst Teil des Problems, denn die kommunistische Partei kommt zuerst. Der leere Teller der Menschen kommt später. Vielleicht.

Die Rede kam nicht im Staatsfernsehen

Rubios Botschaft lief nicht als freundliche Sondersendung im kubanischen Staatsfernsehen. Eine Diktatur verbreitet keine Rede, in der ihr eigener Machtapparat als Plünderungsmaschine beschrieben wird. Die Botschaft kam über andere Wege ins Land. Über Exilkubaner, Verwandte in Miami und Madrid, WhatsApp-Schnipsel, Radio Martí, kurze Stromfenster, geladene Handys, USB-Sticks und Mundpropaganda.

So sieht Information in einer Diktatur aus. Der Staat kontrolliert die Sender. Das Volk sucht die Wahrheit auf Umwegen. Genau deshalb ist Rubios Rede so gefährlich. Sie braucht keinen Panzer. Sie braucht nur einen Kubaner, der hört, dass GAESA Milliarden besitzt, während seine Wohnung dunkel bleibt und das Essen im Kühlschrank verdirbt.

Das Militär hat noch Macht nach innen

Das kubanische Militär ist nach außen kein Gegner für die USA. Dafür fehlen moderne Kraft, Treibstoff, Ersatzteile. Nach innen bleibt es gefährlich. Dort zählen Polizei, Geheimdienst, Gefängnisse, Einsatzfahrzeuge und der Befehl, Türen einzutreten.

Kuba hat keine Energie mehr für ein normales Leben. Aber für die Angstmaschine reicht es offenbar noch. Während die Bevölkerung hungert, rüstet das Regime weiter auf. Berichte über Militärdrohnen passen genau in dieses Bild. Für Strom, Wasser, Medikamente und Lebensmittel fehlt angeblich alles. Für Machterhalt ist immer noch etwas da.

Wenn der Kühlschrank leer ist, spricht man vom äußeren Feind. Wenn das Kraftwerk ausfällt, redet man von Verteidigung. Wenn Menschen auf Töpfe schlagen, kommt die Staatsmacht. Die Revolution hat keinen Strom mehr, aber die Repression läuft weiter.

Kuba kapituliert noch nicht, aber die Ausreden gehen zu Ende

Von einer offenen Kapitulation des Regimes spricht niemand. Alte Diktaturen treten nicht freiwillig ab. Sie drehen zuerst die Propaganda lauter, dann schicken sie die Polizei, dann verteilen sie ein paar Säcke Reis und nennen den Hunger Standhaftigkeit.

Doch Rubios Rede verändert die Lage. Er widerspricht nicht nur. Er nennt den Apparat. Er nennt die Kasse des Staatskonzerns. Er nennt die Zahlen. 18 Milliarden Dollar Vermögen. 70 Prozent Kontrolle über die Wirtschaft. Hotels statt Kraftwerke. Devisen statt Medikamente. Drohnen statt Licht. Wo wohl das Geld geparkt ist?

Meinrad Müllers Blog: www.info333.de/p

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