Die Regierung braucht mehr Geld, um es in aller Welt zu verpassen. Jetzt sollen die Raucher zur Kasse gebeten werden. Mit höheren Steuern will die Regierung 4,5 Mrd. zusätzlich abzocken. Doch die Rechnung geht nicht auf.
Von Meinrad Müller
Die nächste große Tabaksteuer-Erhöhung soll am 1. Januar 2027 kommen. Bis 2030 erwartet der Staat knapp 4,5 Milliarden Euro zusätzlich. Doch höhere Steuern führen nicht automatisch zu höheren Einnahmen. Raucher kaufen weniger, weichen ins Ausland aus oder bedienen den Schwarzmarkt.
Doch wer die Tabaksteuer erhöht, bekämpft nicht automatisch die Sucht. Er belastet vor allem Haushalte, in denen ohnehin jeder Euro fehlt. Besonders betroffen sind die Kinder rauchender Eltern.
Die Milliardeneinnahmen sind nicht sicher
Der Staat plant die zusätzlichen Einnahmen bereits fest ein. Doch Raucher sind keine Geldautomaten. Stiegen die Preise stark, wird der Verkauf versteuerter Zigaretten sinken. Das hat jedenfalls die Vergangenheit gezeigt.
Im Jahr 1991 wurden in Deutschland noch 146,5 Milliarden Zigaretten versteuert. Im Jahr 2025 waren es nur noch 66,4 Milliarden. Manche Raucher kaufen im Ausland oder greifen zu geschmuggelter Ware.
Der Finanzminister kann die Steuer erhöhen. Ob damit aber mehr Geld in den Staatsrachen fließt, ist fraglich. Der Staat kann nämlich nicht bestimmen, wie viele Packungen anschließend noch legal verkauft werden.
Der Schwarzmarkt profitiert
Schon heute werden in Deutschland große Mengen unversteuerter Zigaretten geraucht. Je stärker der Preis steigt, desto größer wird der Anreiz für Schmuggler und Schwarzhändler.
Dann würde weitergeraucht, aber der Staat verdiente nichts. Die erwarteten Milliarden stehen zwar im Haushaltsplan, müssten deshalb aber noch lange nicht in der Kasse landen.
Sucht verschwindet nicht durch höhere Preise
Rauchen ist eine Abhängigkeit. Viele Betroffene hörten wegen einer Steuererhöhung nicht einfach auf. Der Suchtdruck bliebe, nur die Kosten stiegen. Kostete eine Packung statt acht künftig zwölf Euro, stiegen die monatlichen Ausgaben bei einer Packung täglich von 240 auf 360 Euro. Das wären 120 Euro mehr.
Rauchten beide Eltern, stiege die Belastung von 480 auf 720 Euro. Der Familie fehlten damit jeden Monat zusätzlich 240 Euro.
Die Kinder können sich nicht wehren
Das Geld für Zigaretten würde trotz steigender Preise häufig weiter ausgegeben. Gespart würde deshalb an anderer Stelle. Neue Kleidung würde verschoben, Ausflüge fielen aus, der Vereinsbeitrag würde gestrichen. Die Kinder entscheiden weder über die Sucht noch über die Haushaltskasse. Trotzdem trügen sie die Folgen.
Der Staat als Suchtprofiteur?
Offiziell dient die Steuer dem Gesundheitsschutz. Gleichzeitig rechnet der Staat mit Milliarden aus dem weiteren Zigarettenverkauf. Hören viele Menschen auf, fehlen die Einnahmen. Rauchten sie weiter, zahlten besonders einkommensschwache Familien den Preis.
Das ist keine verlässliche Finanzplanung. Es ist eine Wette auf die Abhängigkeit. Die Kinder zahlten dabei die bitterste Zeche.
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