Nach der Straße von Hormus ist das zweite Nadelöhr ist jetzt auch zu. Die Meerenge Bab el-Mandeb gesperrt von Huthi-Rebellen im Jemen. Saudi-Arabien liegt zwischen zwei Meeren.

Von Meinrad Müller
Der nördliche Ausgang des Roten Meeres ist der Suezkanal, doch dieser seit 156 Jahren bestehende Kanal ist für die ganz großen Öltanker viel zu schmal. Und im Süden des Roten Meeres, an der nur rund 30 Kilometer breiten Meerenge Bab el-Mandeb, ziehen die Huthi-Rebellen nun den Riegel zu. Sie sind enge Verbündete des Iran.
Die Huthis, Kriegspartei im Jemen, eröffnen die nächste Mühle
Die Huthis haben eine maritime Blockade gegen Saudi-Arabien ausgerufen, die sofort in Kraft treten soll. „Auge um Auge“, erklären ihre Sprecher. Saudi-Schiffe und alles, was mit dem Königreich in Verbindung steht, dürfen die Meerenge nicht mehr passieren.
Seit Monaten dient die Ost-West-Pipeline durch Saudi-Arabien als wichtigste Ausweichroute. Millionen Barrel Öl fließen quer durch die Wüste zum Roten Meer. Ab dem Hafen Yanbu dann südwärts durch die nur 30 Kilometer breite Meerenge Bab el-Mandeb. Bis zu vier Millionen Barrel täglich, fast ein Zehntel der globalen Versorgung, wurden hier verschifft. Dies ist die Schwester von Hormus.
Trump kündigt harte US-Reaktion an
Im Oval Office erklärte er, die Blockade sei bislang noch nicht voll wirksam. Sollte sie jedoch greifen, „werden wir uns darum kümmern müssen“. Die USA hätten die Huthis früher schon entschlossen bekämpft und danach lange Ruhe gehabt. Nun drohe eine neue Eskalation. Washington werde nicht tatenlos zusehen, wenn die zweite lebenswichtige Ölroute in Gefahr gerät.
Saudi-Arabien in der tödlichen Zange
Riad sitzt fest in der Falle. Der östliche Ausgang durch Hormus ist durch den Iran-Konflikt massiv behindert. Die Rebellen kontrollieren die jemenitische Küste und halten Raketen sowie Drohnen bereit. Eine tatsächliche Blockade würde die Ölpreise explodieren lassen und die Weltwirtschaft hart treffen.
Das doppelte Mühle-Spiel des Iran
Der Iran hat zweifellos eine Zwickmühle geschaffen. In diesem Dilemma steht nicht nur Saudi-Arabien, sondern die gesamte Welt. Jede Handlungsoption zieht negative Konsequenzen nach sich.
Außer jemand wirft im Zorn das Brett vom Tisch. Und genau in dieser Lage befinden wir uns.
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