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Mach mir den Horst | Drucken |
06.06.2010

Unsere Rest-Demokratie nähert sich mit riesigen Schritten Ihrem endgültigen Zerfall. Auswandern war gestern noch Luxus oder galt als „übertrieben“. Heute hingegen ist es eine gut zu prüfende Alternative. Morgen wird es vermutlich eine Notwendigkeit werden um sich und seine Familie vor Übergriffen und Verfolgung durch staatliche Institutionen zu schützen.

 

 

Von Martin Stephan, Chefredakteur "Travel Trader"

Jedes Dorf hat einen Horst...

Der Bundespräsident a.D. hat zumindest mein vollstes Verständnis für seine unpopuläre Entscheidung den Affenzirkus nicht länger mitzumachen. Köhler wollte stets beim Volk populär sein, die Bürger waren seine Bezugsgröße. Doch das konnte dem Merkel-Regime natürlich nicht gefallen, immerhin wurde Köhler von Politikern und eben nicht vom Volk gewählt. Seine Loyalität hätte daher den Volksverrätern gelten sollen, nicht den Vasallen, der Ausplünderbasis.

So musste sich der Horst zuletzt immer häufiger rechtfertigen, wohlgemerkt gegenüber den Politikern, auch gegenüber Parteifreunden. Jeder Politfuzzi fühlte sich zuletzt berechtigt dem Horst einen mitzugeben und ihn damit tatsächlich zum „Horst“ zu machen. Köhlers Rücktritt war damit folgerichtig, zumal er seiner indirekten Hauptgegnerin, Angela Merkel, noch schön einen einschenken konnte, denn die hat jetzt die Probleme. Merkel versuchte bis zuletzt Köhlers Rücktritt zu verhindern, doch dieser blieb standhaft – trotz der Merkel’schen Warnungen.

 

…und mindestens einen Koch!

Damit schmiss innerhalb von nur anderthalb Wochen der zweite CDU-Spitzenpolitiker hin, weil er Angela Merkel nicht länger ertragen wollte. Während Köhler die Demontage des offiziell höchsten Amts der Bundesrepublik Deutschlands durch „Kohls Mädchen“ nicht länger hinnehmen wollte, musste Roland Koch einsehen, dass er keine Chancen hatte, sich anstelle von Merkel zum „König von Deutschland“ emporzuschwingen. Vielmehr drohte, dass er als eine Art von „Kleiner König Kalle Wirsch“ lediglich als Erdmännchen die hessischen Untertanen bis zur Erschöpfung, bzw. der nächsten Wahl, regieren durfte und das, obwohl er doch, zumindest aus seiner Sicht, ganz klar zu „Höherem“ bestimmt war – folglich zog Koch die Konsequenzen.

 

Vom Kleinen aufs Große schließen

Doch nun zu den neuesten Vorstellungen der Berliner Wegelagerer bezüglich der Aufbesserung Ihrer Einnahmen um anschließend noch mehr Geld veruntreuen zu können.

Keine Idee scheint dabei zu abwegig zu sein um mit Ihr nicht doch die Bevölkerung oder die Unternehmen zu erfreuen. Jeder Polittrottel darf sich dabei zu Wort melden und seinen Sprachmüll absondern. Und was für tolle neue Steuern dabei sind, zum Beispiel die „Brennelementesteuer“ oder aus dem Zigarettenmilieu eine sogenannte „Feinschnittsteuer“. Ferner eine Ticketsteuer für Flugreisen. Immer noch hoch im Kurs steht zudem eine wie auch immer geartete „Finanzmarkttransaktionssteuer“ („FinSter“). Die findet auch DGB-Chef Michael Sommer ganz toll und erwartet daraus jährliche Mehreinnahmen in Höhe von 12 Mrd. Euro für die Staatskasse.

Ferner meint Sommer, ganz und gar nicht überraschend, dass man doch „eher darüber nachdenken müsse, wie man die Einnahmebasis des Staates verbessert“ als wohlmöglich einzusparen. Sommers Ansichten zu diesem Themenkomplex sind genauso hohl wie jene aus der Politik, Beispiel „FinSter“: von wegen 12 Mrd. Euro an zusätzlichen Einnahmen, vielleicht 20 % verfangen sich in den Maschen der Freibeuter – und die zahlen sicherlich nicht die Banken sondern Privatanleger. Hinzu kommt – quasi gratis – die Erosion des Finanzplatzes Deutschland durch entsprechende Kapitalflucht. Auch ich kann Ihnen an dieser Stelle versprechen, dass bei der Einführung einer etwaigen „FinSter“ meine Bestrebungen und Empfehlungen ganz klar auf ein „Unterlaufen“ dieser bescheuerten Abgabe hinauslaufen werden! Auch ein mögliches Verbot von Derivaten, die unserer Parteien-Diktatur nicht in den Kram passen, wie zum Beispiel Währungs-spekulationen, wird dieser Börsenbrief explizit missachten und Ihnen entsprechende Alternativen an ausländischen Börsen aufzeigen, da können Sie ganz sicher sein. Trotz übergreifender Kritik von Fachleuten hält die Regierungs-Junta noch immer an Ihrem entsprechenden Vorhaben fest, dümmer geht’s nimmer.                                                                  

 

Kennen Sie die „Kanzler-U-Bahn“?

Während die Politik beim Thema Ausgabenkürzungen stets einen Hang zur Überforderung erkennen lässt, oder wenn doch, dann auf jene abzielt, die nicht genug Wählerstimmen auf sich vereinigen können um dem Leviathan entscheidend zu schaden, gibt es dennoch genug Möglichkeiten der Ausgabenwut von Bund, Ländern und Gemeinden Einhalt zu gebieten. Sinnvollerwiese sollte nicht dort gespart werden wo die Ausgaben direkt oder indirekt Investitions-Charakter besitzen, zum Beispiel im Bildungsbereich. Viele Bauvorhaben, die an den Notwendigkeiten vorbeigehen, kommen da schon eher in Frage. Ein gutes Beispiel für die unbeschreibliche Verschwendungswut öffentlicher Stellen ist die sogenannte „Kanzler-U-Bahn“ in der Bundeshauptstadt. Ursprünglich als Erweiterung der bestehenden U5 gedacht, fährt nun eine U55 zwischen dem neuen Hauptbahnhof (auf dem Feiertags alle Geschäfte geschlossen sind – willkommen in Posemuckel!) und dem Brandenburger Tor. Bitte lesen Sie unbedingt den Wikipedia-Beitrag zu diesem Thema, dafür einfach „U55“ anklicken. Am besten gefällt den Geldverschwendern sicherlich der folgende Sachverhalt: Trotz einer bisherigen Investitionssumme von mehr als einer Drittelmilliarde Euro für 1,8 km U-Bahn-Trasse gilt folgendes: „Besonderheiten der Linie U55 sind das Fehlen eines Anschlusses an das Berliner U-Bahn-Netz (!!!) und eine von Hand zu bedienende Weichenanlage am Hauptbahnhof.“ Immerhin passiert die Bahn den Reichstag, der auch einen eigenen U-Bahn-Ausgang (leicht versetzt) besitz. Auf Drängen des Ältestenrats wurde die Station „Reichstag“ dann aber kurzerhand in „Bundestag“ umbenannt – warum eigentlich? Viel passender wäre doch die Umbenennung in „Irrenanstalt“ gewesen. Die entsprechende Schnellstraße hätte in Abwandlung eines verfilmten Buches von Hubert Selby mit dem Hinweis „letzte Ausfahrt Irrenanstalt“ betitelt werden können – und alle wüssten instinktiv, dass es ab dort in einer fast gänzlich von Intelligenz befreiten Zone gefährlich werden dürfte.

 

Hier noch einige Steuerideen

Hier noch einige Gedanken für unsere Politiker in Bezug auf neue Steuereinnahmen, es ist doch nur zu unserem Besten!

-          Gut zur Feinschnitt-Steuer würde eine Toilettenpapiersteuer-Steuer passen. Um eine Umgehung dieser Steuer zu verhindern, sollten vorsorglich auch alle Küchenrollen, Kosmetiktücher und nicht fusselnden Stofftiere mit dieser gutgemeinten Abgabe belegt werden.

-          Wer Brennelemente besteuern will, der darf auch vor Kugellagern nicht halt machen. Am besten auf alles was rund ist, eine Abgabe erheben. Immerhin verdient sich der deutsche Werkzeugmaschinenbau gerade durch die Euroabwertung eine goldene Nase. Und warum sollen immer nur die Autofahrer zur Kasse gebeten werden? Auch Rad- und Dreiradfahrer haben keine echte Lobby und wollen geschröpft werden. Für runde Wasserköpfe in der Politik sollte eine Ausnahmeregelung gelten.

-          Eine Ticketsteuer auf alle „Tickets“ – nicht nur für Flugtickets sollte her. Warum nicht auch für Busse und Bahnen – oder Falschparker. Einfach auf den Fahrpreis oder die Strafe noch einmal 50 % Ticketsteuer obendrauf – die Lümmel haben es schließlich verdient!

In diesem Sinne – und halten Sie Ihr Hab und Gut gut fest – solange es noch geht, bzw. es Ihnen erlaubt wird. Unsere Rest-Demokratie nähert sich mit riesigen Schritten Ihrem endgültigen Zerfall. Auswandern war gestern noch Luxus oder galt als „übertrieben“. Heute hingegen ist es eine gut zu prüfende Alternative. Morgen wird es vermutlich eine Notwendigkeit werden um sich und seine Familie vor Übergriffen und Verfolgung durch staatliche Institutionen zu schützen.

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