Der gerade erst geschasste Baron zu Guttenberg und der bei den Wählern und in seiner Partei noch nie gut angekommene Peer Steinbrück sind nicht auf normalem Wege wieder ins öffentliche Gespräch gekommen. Haben die Bilderberger nachgeholfen?
von Rolf Ehlers
Der eigentlich politisch abgeschriebene CSU- Baron Karl Theodor zu Guttenberg ist wie durch ein Wunder wieder in aller Munde. Wieder wird abgefragt, ob das nicht der richtige Kanzler für 2013 wäre. In der Woche zuvor sah man bei Beckmann ganz überraschend schon seinen Vater Enoch, der sonst kaum jemals die Öffentlichkeit gesucht hatte. Die Pressemeute berichtete erst ausführlich über den Vater und dann über den Sohn. „KT“ betrat dann doch tatsächlich wieder die öffentliche Bühne. Die für Digitales zuständige EU-Kommissarin Neelie Kroes nahm ihn an der Hand und zog mit ihm vor die Kameras und Mikrofone, um ihn als ihren neuen Berater für die Internetfreiheit zupräsentieren. Welche Ironie! Ausgerechnet Internetfreiheit, nachdem ihn erst „Guttenplag“ im Netz als Plagiator überführt hatte!
Zuvor war nach längerer Vorbereitung durch den Altkanzler Schmidt auch der allgemein wenig beliebte ehemalige Finanzminister Peer Steinbrück auf dem Berliner Parteitag der SPD der Öffentlichkeit als möglicher Kanzlerkandidat präsentiert worden. Auch da waren die Medien davor und danach voll davon.
Heiko Schrang zeigt in seinem Blog die unübersehbaren Zusammenhänge dieser Präsentationen mit den Kontakten der künstlich neu ins Rampenlicht gerückten Politiker. Diese Aktionen gehen aus von der längst allen Insidern bekannten, der Öffentlichkeit aber nicht näher gebrachten, Organisation der Bilderberger aus. Neelie Kroes findet sich auf den Teilnemherlisten, ebenso wie Kissinger-Freund Helmut Schmidt und Peer Steinbrück, natürlich auch Wolfgang Schäuble in Begleitung von Hilmar Kopper (Deutsche Bank). Regelmäßige Besucher sind die Mitglieder der hyperreichen US-Familien Rockefeller und Rothschild, denen man eine stete Einmischung in die Weltpolitik nachsagt, um es vorsichtig auszudrücken. Die jährlichen Bilderberger-Konferenzen jedenfalls sind eines der bedeutendsten Foren, bei denen sich Geld und Politik treffen, um – wen wohl? – in die richtige Spur zu bringen.
Schrangs Schlussfolgerugen leuchten ein:
„Nach den Bilderberg-Konferenzen der letzten Jahre treten für den Einfältigen „zufällige“ Ereignisse mit enormer Bedeutung für die Weltwirtschaft auf. Mitte 2008 fand die Konferenz in Washington statt und wenige Monate später wurde die Investmentbank Lehman bewusst in die Pleite geschickt. Im Sommer 2009 wurde in Athen getagt und kurze Zeit später begann die griechische Schuldenkrise. In diesem Jahr an der Seite des zukünftigen Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück, fand das Treffen in der Schweiz statt, wo ganz durch Zufall der Präsident der Schweizer Notenbank SNB anwesend war und kurze Zeit danach die Anbindung des Schweizer Franken an den Euro verkündete und faktisch damit dem „Euro-Club“ beigetreten ist.“
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