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Juncker schlägt Alarm: Euro-Zone Zerfall droht | Drucken |
29.07.2012

Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker schlägt und Alarm und warnt vor dem Zerfall der Währungsunion. "Wir sind an einem entscheidenden Punkt angekommen. Um den Euro zu retten, sei "keine Zeit mehr zu verlieren".

 

Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker warnt vor dem Zerfall der Währungsunion. "Wir sind an einem entscheidenden Punkt angekommen", sagte Juncker der "Süddeutschen Zeitung". "Die Welt redet darüber, ob es die Euro-Zone in einigen Monaten noch gibt." Um den Euro zu retten, sei "keine Zeit mehr zu verlieren", fügte der Vorsitzende der Euro-Gruppe, des mächtigen Gremiums der 17 Euro-Finanzminister, hinzu.
 
"Wir müssen jetzt mit allen verfügbaren Mitteln überaus deutlich machen, dass wir fest entschlossen sind, die Finanzstabilität der Währungsgemeinschaft zu gewährleisten." Juncker bestätigte zugleich, dass sich die Euro-Länder zusammen mit dem Rettungsfonds EFSF und der Europäischen Zentralbank darauf vorbereiten, notfalls Staatsanleihen klammer Euro-Länder aufzukaufen. Daran bestehe kein Zweifel, sagte er. "Es ist noch zu entscheiden, was genau wir wann machen werden." Dies hänge "von den Entwicklungen der nächsten Tage ab und davon, wie schnell wir reagieren müssen".

Die Staats- und Regierungschefs der 17 Euro-Länder hatten auf ihrem Gipfel Ende Juni grundsätzlich grünes Licht für den Aufkauf von Staatsanleihen gegeben. Dadurch soll die Nachfrage gesteigert und die Zinslast für das betreffende Land gesenkt werden. Hintergrund ist die Sorge um Spanien und Italien - und um die Währungsunion insgesamt. Madrid hatte in den vergangenen Tagen Rekordzinsen von mehr als sieben Prozent für seine Staatsanleihen zahlen müssen.

Bei dieser Zinslast erhöhen sich die Finanzierungskosten des Landes so stark, dass sie alle Spar- und Reformmaßnahmen zunichtemachen. Sollte es nicht gelingen, diese Entwicklung zu stoppen, ist die Währungsunion gefährdet. Angesichts der Krise bemühen sich die Euro-Länder, ihre Reihen zu schließen. Frankreichs Staatspräsident François Hollande, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Italiens Ministerpräsident Mario Monti bekräftigten nach telefonischen Beratungen, alles zu tun, um den Euro zu retten und die Beschlüsse des Gipfels "rasch" umzusetzen.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) zeigte sich seinerseits in der "Welt am Sonntag" demonstrativ gelassen. Die Welt gehe "nicht unter", wenn bei einigen Anleiheauktionen höhere Zinsen zu zahlen seien, sagte er. Dennoch ist die Lage offenbar so ernst, dass Schäuble an diesem Montag in seinem Urlaubsort auf Sylt den US-Finanzminister Timothy Geithner empfängt. Geithner reist anschließend nach Frankfurt, um sich mit Mario Draghi, dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank, zu beraten.

 

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