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Abwärts geht es
24.11.2012

Auf den Finanzmärkten tut sich im Moment nicht sehr viel, aber die Realwirtschaft bricht überall ein. Jetzt nicht nur in den Euro-Südstaaten, die grossteils schon in einer Depression sind, sondern auch bei uns. Milch und Honig hören auf zu fliessen, dafür kommen jetzt Massenentlassungen.

 

Von Walter K. Eichelburg

Der Euro lebt noch:

Die Eurokrise wurde seit etwa einem Jahr massivst bekämpft, nachdem im November 2011 die Banken in einer Reihe von Eurostaaten vor dem Kollaps standen. Zuerst gab die EZB etwa eine Billion Euro über 3 Jahre aus und akzeptierte dafür jedes Mistpapier als „Sicherheit“. Dann kamen verschiedene andere Operationen, die die lokalen Zentralbanken des Eurosystems machten, genannt ELA (Emergency Liquidity Operation). So wurden etwa die Bankensysteme von Griechenland und Spanien vor dem Kollaps bewahrt. Real wird der Euro durch solches Gelddrucken und durch Stützungsoperationen durch andere Zentralbanken künstlich am Leben erhalten. Es geht immer nur darum, eine Panikflucht durch die Finanzmärkte aufzuhalten, welche den Euro-Crash auslösen würde.


Der Goldpreis durfte in der Zwischenzeit zwar etwas steigen, wird aber immer noch streng unter Kontrolle gehalten. Ermöglicht wird das nicht nur durch verschiedene Methoden der Goldpreisdrückung, speziell aber durch die Dummheit der Sparer, auf meiner Gold-Website www.hartgeld.com auch „Sparerschafe“ genannt. Diese akzeptieren Zinsen, die oft unter 1% pro Jahr liegen, also noch unterhalb der offiziellen Inflationslüge von etwa 3% in der Eurozone. Ewig werden solche Negativzinsen nur eine gewisse Zeit lang akzeptiert, das zeigt die Wirtschaftsgeschichte.


Die Inflation lebt:

Die realen Preissteigerungen über das Jahr liegen in der Eurozone derzeit bei etwa 8%. In den USA ist es laut John Williams etwa 10%. So geht das jetzt Jahr für Jahr. Sobald die Sparer den Betrug an ihnen durch diese Statistikfälschung bemerken und aussteigen, kollabiert das Finanzsystem. Eine solche „Finanzielle Repression“ mit Negativzinsen geht nicht ewig. Daher ist auch damit keine Entschuldung möglich, auch wenn die Politiker davon träumen. Am Ende werden die Massenvermögen bei den Sparern über eine Hyperinflation oder Währungsreform abgeschrieben.


Nicht nur die Sparer verlieren durch diese Inflation massiv, auch die Masseneinkommen werden davon aufgefressen, denn diese hängen von den Lohnsteigerungen ab, die selten über der offiziellen Lügen-Inflationsrate liegen. Es mag zwar heute billigere Digitalkameras als vor einem Jahr geben (auch das ist nicht sicher), aber Energiekosten, Lebensmittelpreise sowie Mieten mit Nebenkosten steigen mit der realen Inflationsrate oder gar stärker. Auf der Seite „Inflation“ von www.hartgeld.com werden von den Lesern gigantische Preissteigerungen gemeldet, etwa bei Strompreisen, privaten Krankenversicherungen oder im Supermarkt.


Vom nominellen Wachstum des Bruttosozialprodukts muss die Inflation abgezogen werden. Zieht man die reale Inflation ab, stellt man fest, dass fast alle Staaten in einer Rezession sind, und zwar schon seit Jahren. Das sieht man etwa an der realen Arbeitslosigkeit der USA von 23% nach John Williams, oder der Jugendarbeitslosigkeit in Spanien, die schon bei gigantischen 60% liegt. Real schrumpft überall die Wirtschaft, nur einzelne Regionen oder Branchen, wie die Exportindustrie in Deutschland wuchsen in den letzten Jahren wirklich. Aber auch das endet gerade.


Die Massenentlassungen kommen:

So wird aus Österreich, der Schweiz und Deutschland wieder eine zunehmende Entlassungstätigkeit der Firmen gemeldet. Alle Wirtschaftsprognosen weisen nach Unten. Das bestimmte Staaten der EU-Südstaaten bereits in einer Depression sind, wirkt sich weltweit bei den Exporteuren aus. Flugzeuge aus den USA, Elektronik aus China oder Autos und Maschinen aus Deutschland sind dort kaum mehr abzusetzen. Das zeigt sich etwa in der Autoindustrie, wo in Europa bereits 1/3 der Fabriken überflüssig ist und jetzt geschlossen werden.


Nicht nur die PIGS-Staaten im Süden Europas sind bereits in einer Rezession/Depression, auch Staaten wie Frankreich und Niederlande gehen bereits in eine Rezession. Nur in Staaten wie Deutschland und Österreich fliessen noch einigermassen „Milch und Honig“. Aber auch nicht mehr lange. Warum bei uns der Wirtschaftseinbruch 2012 nicht so scharf wie in 2008/9 war, liegt daran, dass es diesesmal real keinen Credit Crunch gegeben hat. Kredit an die Firmen fliesst immer noch reichlich. Das wird aber nicht so bleiben. Unternehmer berichten bereits von anlaufenden Massenentlassungen bei ihren Kunden und Lieferanten.


Wenn auch Deutschland und andere Nordstaaten signifikant in eine Rezession gehen, was für 2013 zu erwarten ist, wird der Euro nicht mehr zu halten sein. Denn die Finanzmärkte mögen es gar nicht, wenn der wichtigste Zahlerstaat auch nicht mehr zahlen kann. Dann helfen auch keine Tricks der Marktmanipulation mehr. Dann hilft uns nur mehr Gold.

www.hartgeld.com


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