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Staat und Banken - eine unheilige Allianz
16.06.2014

Entgegen der Vorstellung der meisten Menschen braucht Geld keinen Staat. Geld ist, sofern es sich um gutes Geld handelt, eine Ware wie jede andere auch. Allerdings mit der Eigenschaft, dass es die für Tauschzwecke am besten geeignete Ware ist.

 

Von Philipp Bagus und Andreas Marquart

Niemand formulierte es treffender als der Nobelpreisträger Friedrich August von Hayek (1899–1992): Die Geschichte des staatlichen Umgangs mit Geld ist eine Geschichte von unablässigem Lug und Betrug. Aber, so wird so mancher hier fragen, ist das Geldwesen nicht immer noch besser beim Staat aufgehoben, als es dem bösen und gefräßigen Raubtier namens Kapitalismus zu überlassen? In Zusammenhang mit dieser Frage sind zwei ganz entscheidende Irrtümer weit verbreitet: Zum einen, der Staat sei, weil er das Geldmonopol hat, für die Entstehung neuen Geldes alleine verantwortlich und zuständig. Zum anderen, der Kapitalismus sei ein böses Raubtier. Doch der Reihe nach.

 

Entgegen der Vorstellung der meisten Menschen braucht Geld keinen Staat. Geld ist, sofern es sich um gutes Geld handelt, eine Ware wie jede andere auch. Allerdings mit der Eigenschaft, dass es die für Tauschzwecke am besten geeignete Ware ist. Braucht man aber jemand, beispielsweise Politiker, Beamte oder sonstige Bürokraten, die den Menschen zu diesem Zweck eine bestimmte Ware empfehlen oder im schlimmsten Fall sogar zwingen, eine bestimmte Ware als Geld zu verwenden? Klare Antwort: Nein! Lange bevor es Staaten gab, haben die Menschen sich - immer in einer Art Marktfindungsprozess - untereinander auf ein oder mehrere Tauschmittel geeinigt, ohne jeglichen Zwang von außen. Und siehe da ... schon war Geld entstanden. Geld, das sich nicht beliebig vermehren lässt.

 

Obzwar Geld keinen Staat braucht, gilt die Umkehrung nicht. Die chronosch klammen Staaten haben daher die Macht über das Geld an sich gerissen und sich in eine unheilige Allianz mit den Banken begeben. Waren Banken in ihrer Ursprungsform noch Hinterlegungstätten für Geld, mutierten sie im Laufe der Geschichte immer mehr zu sogenannten Teilreservebanken, die nur noch Teile der Kundeneinlagen als Reserve vorhalten müssen. Neues Geld entsteht so heute aus dem Nichts in Form von Krediten. Staaten haben diesem Treiben aus Eigeninteresse heraus schon immer wohlwollend zugesehen und es erlaubt. Natürlich, denn so kommt der Staat ja leichter an neue Kredite, leichter jedenfalls, als wenn das Geld erst von jemandem hätte gespart werden müssen. Apropos Sparen, diese Wort scheint es im Vokabular der Herren Politiker nicht zu geben. Solange man dieser Mentalität übrigens keinen Riegel vorschiebt, wird sich daran auch nichts ändern. Aber das nur nebenbei bemerkt.

 

Darlehen aus neu entstandenem Geld können natürlich auch Unternehmen und jeder Bürger bekommen. Allerdings mit einigen wesentlichen Unterschieden: bei Unternehmen und Normalbürgern wird die Bank - im Regelfall zumindest - eine strenge Bonitätsprüfung vornehmen und Sicherheiten verlangen. Vater Staat muss das nicht. Und, alle außer dem Staat müssen ihre Kredite irgendwann auch einmal zurückzahlen. Der Staat aber zahlt seine Schulden nie zurück, im Gegenteil, es kommen immer neue hinzu.

 

Dieses "Geld aus dem Nichts" hat negative Auswirkungen, auf Wirtschaft und Gesellschaft. Kommt das neu geschaffene Geld in Umlauf, erhöht es die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen und lässt deren Preise ansteigen. Doch das ist nicht alles, denn Kreditgeld löst künstliche Wirtschaftsaufschwünge aus, die regelmäßig in der Rezession enden. Die Zinsen müssen am Ende immer tiefer gesenkt werden, damit die Gesamtverschuldung von Staat, Unternehmen und Privaten überhaupt noch geschultert werden kann. Genau so, wie es die letzten Jahre zu beobachten war.

 

So kommen wir zum zweiten Irrtum, den die Politik den Bürgern ständig einzureden versucht. Die bösen Kapitalmärkte seien Schuld an den Missständen in Wirtschaft und Gesellschaft und der Staat müsse nun regulierend eingreifen. Kein Wort - natürlich nicht - über das Grundübel "Geldschöpfung". Nur über Symptome wird gesprochen. Dabei haben wir gar keinen Kapitalismus, keine freien Märkte, schon gar nicht im Geldsystem. Hier herrscht Planwirtschaft.

 

Und so kommt es, dass in einer scharfen Rezession, wenn Abschreibungen wieder einmal ganz hässliche Löcher in den Bankbilanzen hinterlassen haben, der Staat die Banken rettet. Weil das doch alternativlos ist. Natürlich ist das alternativlos, nämlich für den Staat. Wenn Banken nämlich pleite sind, wer finanziert dann die Politikerkaste und ihren Ausgabewahn? So wird die symbiotische Verbindung deutlich, die sich zwischen Staat und Banken entwickelt hat, und warum Gewinne regelmäßig privatisiert und Verluste regelmäßig sozialisiert werden. Raubtiersozialismus.

 

Am Ende noch ein Beispiel aus der Praxis gefällig, wie es jederzeit passieren kann oder vielleicht schon passiert ist? Ein Ingenieur hat fleißig gespart, um für sich und seine Familie eine Eigentumswohnung zu erwerben, nehmen wir an nahe Frankfurt. Er hat sich genau ausgerechnet, was diese Wohnung kosten darf, 300.000 €. Er hat 30 Prozent davon angespart, den Rest möchte er mit einem Darlehen finanzieren. Nun hat er das passende Objekt endlich gefunden. Er will bereits den Notartermin vereinbaren, um den Kaufvertrag zu unterzeichnen, da ruft ihn der Makler an: "Das wird nun doch nichts, ein anderer Interessent hat für die Wohnung 30.000 € mehr geboten".

 

Unser Ingenieur kann sich die Wohnung nun nicht mehr leisten. Wer der andere Interessent war? Ein Hedgefonds-Manager, der gerade seinen Bonus eingestrichen hatte. Ein supererfolgreiches Jahr liegt hinter ihm. Er hatte auf steigende Kurse bei spanischen und italienischen Staatsanleihen gewettet, mit Erfolg. Die Kurse waren dank spottbilligen Geldes von der Notenbank aus dem Nichts massiv gestiegen. Die Rendite hat der Fondsmanager zusätzlich nach oben getrieben, in dem er gehebelte Geschäfte mit Krediten eingegangen ist. Mit Krediten ....na? Genau, entstanden aus dem Nichts.

 

Geldschöpfung aus dem Nichts bereichert Wenige zu Lasten Vieler, bereichert Staat, Banken und Großunternehmen zu Lasten der kleinen Leute.

 

Bevor wir also mutwillig eine ruinöse Energiewende versuchen - subventioniert mit Geld aus dem Nichts, brauchen wir vorher eine echte Geldwende, weg von schlechtem Staatsgeld, hin zu gutem privatem Geld.

 

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