Vom 19. bis 23. Januar 2026 trifft sich im schweizerischen Davos erneut das Weltwirtschaftsforum, ein privater Verein, auch wenn World Economic Forum (WEF) irgendwie behördlich klingt.
Von Meinrad Müller
Fünf Tage lang, abgeschirmt, bewacht und weit entfernt vom Alltag jener Menschen, die sich mit steigenden Rechnungen, unsicheren Arbeitsplätzen und überlasteten Kommunen herumschlagen müssen. Während hierzulande jeder Euro zweimal umgedreht wird, wird dort darüber beraten, wie die Welt künftig zu funktionieren hat.
Davos ist kein Zufall und kein harmloses Klassentreffen.
Jahr für Jahr versammelt sich eine Elite aus Konzernchefs, Finanzlenkern, Technologiemilliardären, Regierungsvertretern und EU-Funktionären. Offiziell ist von Dialog und Verantwortung die Rede. Tatsächlich entstehen dort Leitlinien, die später als Gesetze, Verordnungen und Pflichten bei den Bürgern ankommen. Ohne je gewählt worden zu sein, ohne demokratisches Mandat und ohne irgendeine Haftung für die Folgen ihrer Entscheidungen bestimmen diese Kreise mit, wie unser Alltag künftig aussehen soll.
Ein Forum ohne Wähler, aber mit Wirkung
Keiner der Teilnehmer muss sich einer Wahl stellen. Dennoch prägen ihre Vorstellungen die Politik ganzer Länder. Energie, Klima, Migration, Unternehmensauflagen und die zunehmende Kontrolle von Zahlungsströmen. Was dort als alternativlos gilt, wird in Berlin und Brüssel erstaunlich geräuschlos zum Gesetz erklärt. Geld regiert die Welt. Die Rechnung landet zuverlässig bei den Bürgern.
Die Teilnahme am Weltwirtschaftsforum ist kein Fortbildungsseminar
Unternehmen zahlen je nach Mitgliedsstufe jährlich zwischen 60.000 und 600.000 Franken, allein um Teil dieses Zirkels zu sein. Wer seine Spitzenleute nach Davos schickt, legt zusätzlich rund 25.000 bis 45.000 Franken pro Person auf den Tisch, nur für den Zugang. Wer dort sitzt, gehört nicht zufällig dazu, sondern weil er es sich leisten kann.
Energiepolitik fern der Wirklichkeit
Die Folgen sind in Deutschland längst sichtbar. Strom und Gas bleiben teuer, trotz aller Versprechen. Mittelständische Betriebe kämpfen ums Überleben oder geben auf, industrielle Arbeitsplätze verschwinden, Produktionsketten wandern ins Ausland. Die Haifische fressen die Karpfen, die Konzerne den Mittelstand.
Versprochen wurde Entlastung. Geliefert wurde Dauerbelastung. Die viel beschworene Energiewende trifft keine Konferenzräume, sondern Werkhallen, Haushaltskassen und regionale Wirtschaftskreisläufe.
Migrationsbegrenzung hat der WEF nie verlangt
Auch die Migrationspolitik folgt bekannten Mustern. Klare Entscheidungen werden durch wohlklingende Formeln ersetzt. Kommunen sind überfordert, Wohnraum wird knapp, die Kosten steigen. Wer diese Entwicklung anspricht, gilt schnell als unsensibel. Wer sie ignoriert, lebt meist weit entfernt von ihren Folgen. Das Volk wird geknechtet und gefügig gehalten.
In Davos spricht man über Vielfalt. In deutschen Städten spricht man über das Stadtbild, Sicherheitsdienste und leere Kassen.
Ein Blick nach oben genügt
Und während in Davos über Verzicht, Klimaziele und neue Regeln gesprochen wird, zeigt sich der Abstand zur Realität ganz beiläufig am Himmel. Hunderte Privatjets, Hubschrauber und Sondergenehmigungen prägen diese Tage. Zwei Stunden Autofahrt gelten als Zumutung, Nachtflugverbote als verhandelbar. Wer wissen will, wie nah diese Runde am Leben normaler Menschen ist, muss keine Reden hören. Ein kurzer Blick nach oben reicht.
Davos ist kein Mythos und keine Verschwörungstheorie. Es ist real.
Meinrad Müllers Blog: www.info333.de/p



