Mitten im Krieg gegen den Iran kündigte US-Finanzminister Scott Bessent an, Sanktionen gegen iranisches Öl auf See aufzuheben. Ob damit der Ölpreis wieder runtergeht, ist zweifelhaft.
Von Meinrad Müller
Er sagte wörtlich bei Fox Business: „In den kommenden Tagen könnten wir das iranische Öl, das sich bereits in den Tankern auf dem Wasser befindet, unsanktionieren. Es handelt sich um etwa 140 Millionen Barrel.“
Mit der einen Hand Bomben abwerfen, mit der anderen nach iranischem Öl greifen, mitten im Kanonendonner. Nur damit der amerikanische Autofahrer ein paar Wochen Ruhe an der Zapfsäule hat. Mehr Offenbarungseid geht kaum.
Die eigene Falle schnappt zu
Die USA haben sich mit ihren eigenen Sanktionen selbst ins Knie geschossen. Härte zeigen war einfach, solange genug Öl da war. Jetzt wird es knapp, die Preise an der Tankstelle schießen hoch und plötzlich braucht man genau das Öl, das man gestern noch verteufelt hat. Und bald sind auch Wahlen, davor fürchtet man sich.
Prinzipien nur solange sie nichts kosten
Sanktionen waren nie ein heiliger Grundsatz, nur ein Werkzeug auf Zeit. Aber sobald sie im eigenen Land spürbar werden, verlieren sie ihren Sinn. US-Finanzminister Scott Bessent und seine Leute wissen das genau: Reuters berichtet, dass diese Maßnahme ähnlich wie die kurzfristige Ausnahmegenehmigung für russisches Öl sein könnte: „Eine mögliche Ausnahmegenehmigung könnte die Umleitung von Öl, das bereits für China bestimmt war, in globale Märkte beschleunigen.“ Das zeigt den doppelten Standard: Sanktionen gegen Feinde gelten nur, bis sie den eigenen Preisen wehtun.
Am Ende zählt nur das Geld
Krieg auf der einen Seite, wirtschaftliche Abhängigkeit auf der anderen. Stärke wird groß verkündet, im Hintergrund wird gerechnet: Money, money, money. Am Ende bleibt ein bitterer Eindruck. Eine Politik, die laut von Konsequenz spricht, aber leise ihre eigenen Regeln bricht. Härte nur, solange sie bequem ist. Sobald es teuer wird, kneift sie.
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