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Ölkrise 2026 – zigfach härter als die Ölkrise 1973, vor 53 Jahren

Heute, im April 2026, erleben wir eine neue Energiekrise, die in ihrem Ausmaß noch bedrohlicher ist als 1973. Das arabische Embargo betraf damals nur rund 5 Prozent des weltweiten Ölangebots.

Von Meinrad Müller

Vier autofreie Sonntage im Winter 1973/74, das hat sich tief ins Gedächtnis der Deutschen eingebrannt. Die SPD-FDP Bundesregierung unter Kanzler Willy Brandt verordnete das Fahrverbot per Energiesicherungsgesetz. Strafen drohten, die Straßen waren leer, und die Bürger hielten sich weitgehend daran. Hat das wirklich nennenswert Öl gespart? Oder war es in erster Linie eine Demütigung und eine Machtdemonstration der Politik gegenüber dem Volk? Und 2026 werden wir wieder gehorchen, wenn unser Auto anhand von Kennzeichen-Ziffern an gewissen Tagen in der Garage bleiben muss.

Diesmal ist durch die anhaltenden Spannungen und Blockaden an der Straße von Hormus ein Vielfaches davon gefährdet – bis zu 20 Prozent des globalen Durchsatzes hängen am seidenen Faden. Und wieder trifft es vor allem Europa mit voller Wucht.

Die letzten Tanker, die noch vor der Eskalation unterwegs waren, sind inzwischen angekommen. Die Lager gehen zur Neige. Die Krise beginnt erst richtig spürbar zu werden.

1973: Das Ende des Wirtschaftswunders

Damals explodierte der Rohölpreis innerhalb kurzer Zeit auf das Vierfache. Die Folge war eine galoppierende Inflation bei gleichzeitig einbrechendem Wachstum, steigende Arbeitslosigkeit und das endgültige Aus für das deutsche Wirtschaftswunder. Die Börsen crashten, der amerikanische Markt verlor fast die Hälfte seines Werts, der deutsche sogar rund 40 Prozent. Die großen Ölmultis machten Kasse, Gold wurde zum sicheren Hafen und stieg von 100 auf 800 Dollar pro Unze.

Heute ist der Rohölpreis (Brent) am Weltmarkt „nur“ um etwa 50 Prozent gestiegen. Viele Börsianer atmen auf und reden von „eingepreisten Risiken“. Doch dieser scheinbare Unterschied täuscht gewaltig.

China kann den Schlag dank gewaltiger strategischer und kommerzieller Ölvorräte zunächst abfedern. Allerdings fällt das günstige iranische Öl weitgehend weg – die Folge sind höhere Kosten, die sich weltweit in den Preisen niederschlagen werden.

Die USA und Russland kommen weitgehend ungeschoren davon oder profitieren sogar. Europa und besonders Deutschland hingegen stehen mit leeren Händen da.

Der fatale Irrglaube an den Flatterstrom

Seit Jahren wird uns von Politik und Medien vorgegaukelt, dass unzuverlässiger Strom aus Wind und Sonne die Lösung sei. Mal scheint die Sonne, mal weht der Wind – und wenn beides fehlt, herrscht schlicht Blackout-Gefahr. Diese wetterabhängige Flatterenergie kann niemals eine stabile Grundlast ersetzen, wie es früher Kohle, Gas und Kernkraft getan haben. Wir haben aus ideologischen Gründen die zuverlässigen Kraftwerke abgeschaltet und setzen nun auf eine Technologie, die genau dann versagt, wenn der Bedarf am höchsten ist.

Für den deutschen Bürger bedeutet das konkrete Schmerzen: Strom- und Heizkosten, die weiter explodieren. An der Tankstelle und beim Heizöl spüren wir die Teuerung bereits jetzt deutlich. Die Industrie ächzt, Mittelständler kämpfen ums Überleben, Kurzarbeit und Massenentlassungen drohen. Lebensmittel werden teurer, weil Dünger und Logistik explodieren. Die nächste Welle der Deindustrialisierung rollt an – mit verheerenden Folgen für Arbeitsplätze, Wohlstand und sozialen Frieden.

Deutsche Wirtschaft in die Knie gezwungen

Die Ölkrise von 1973 hat das Wirtschaftswunder beerdigt. Die Krise von 2026 könnte die deutsche und europäische Wirtschaft endgültig in die Knie zwingen – während andere Länder auf echte Reserven und vernünftige Energiepolitik setzen.

Wer jetzt weiter auf Verbote, Symbolaktionen oder noch mehr Windräder setzt, der ignoriert die harte Realität. Diese Krise trifft nicht alle gleich. Sie trifft vor allem jene, die sich jahrelang freiwillig energiepolitisch entwaffnen ließen.

Die Börsen wirken derzeit noch erstaunlich gelassen. Aber wenn die Vorräte weiter schwinden und die Preise richtig anziehen, kommt die Rechnung – und die wird brutal ausfallen. Bezahlen werden sie wieder einmal die Bürger, nicht die Politiker, die die preiswerte Kernkraft zerstörten. Was wird auf deren Grabsteinen einst stehen?

Meinrad Müllers Blog: www.info333.de/p

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