Jetzt ist es amtlich: Die Bundesregierung hat beschlossen, bei dem deutsch-französischen Panzerbauer KNDS einzusteigen. Von der Schraube bis zur Bahre, alles aus einer Hand.
Von Meinrad Müller
Kriegstüchtig bis 2030
Und wenn die Produktion geplant wird von ordentlichen deutschen Beamten, dann kann ja gar nichts mehr schiefgehen. Gar nichts. „Kriegstüchtig bis 2030!“, sagt der führende Kriegsminister Boris Pistorius, wie aus der Pistole geschossen. Die Bundesbürger sollen kriegstüchtig werden. Ob die das auch wollen, fragt keiner so genau.
Milliarden für zwei Familien
Der Kaufpreis geht an die zwei reichen Unternehmerfamilien Bode und Braunbehrens, über die Wegmann-Holding. Bei einer anvisierten Bewertung von rund 20 Milliarden Euro und einem Staatsanteil von 30 bis 40 Prozent reden wir hier von 6 bis 8 Milliarden Euro Steuergeld, die direkt in die Taschen der Familien fließen.
Die Bundeswehr plant in den nächsten Jahren bis zu 1.000 neue Leopard-Kampfpanzer, unter anderem in der A8-Variante, und rund 2.500 Boxer-Radpanzer plus weitere hunderte Puma. Alle mit TÜV-Stempel und Straßenzulassung.
Der Feind, der nie kommt
Der imaginäre Erzfeind heißt natürlich Russland. Damit lässt sich hervorragend Kasse machen. Jetzt müssen wir den Russen nur noch freundlich Bescheid sagen: „Liebe Genossen, greift bitte noch nicht an, wir sind noch nicht so weit. Wartet doch bitte, bis wir kriegstüchtig sind.“ Früher galt so etwas als Verrat militärischer Geheimnisse und endete schnell unter einer Maschinengewehrsalve. Heute sagt es der Verteidigungsminister den Medien, die Medien dem Volk, und alle nicken ernst.
Nur ein paar hundert Kilometer
Währenddessen beobachten wir ganz genau, wie der große russische Bär es nicht geschafft hat, die rund 500 Kilometer von Sudscha bis nach Kiew zu packen. Wie soll der denn bitte die rund 1.800 Kilometer bis nach Berlin schaffen?
Deutsche Brücken und die StVO
Und selbst wenn: In Deutschland, dem besten, das wir je hatten, hängt an jeder zweiten Brücke ein Warnschild: „Einsturzgefahr, keine Belastung über 10 Tonnen“. Ein russischer Panzer vom Typ T-72 bringt schon mal so um die 42 Tonnen auf die Waage, der Leopard 2 gerne mal 62 Tonnen.
Die Enkel der Großväter
Und die Musterungsjahrgänge von heute sind gar nicht bereit, in die Fußstapfen ihrer Großväter zu treten. „Kriegstüchtig“ klingt erschreckend und die Kids haben darauf null Bock, Panzer zu fahren und sich von Drohnensprengsätzen im Panzerinnern grillen zu lassen.
Schwamm drüber, Korruption verboten
Besonders denkwürdig ist übrigens, dass wir jetzt Milliarden in deutsche Leoparden investieren, die in der Ukraine von billigen Drohnen abgeschossen wurden wie Karnickel auf dem Felde. Und das bei genau jener Firma, bei der es schon beim Leopard-Deal mit Katar 2013 millionenschwere Korruptionsvorwürfe gab. Schwamm drüber. Korruption ist in „Unserer Demokratie“ doch verboten, oder?
Meinrad Müllers Blog: www.info333.de/p



