Ist es ein Kia? Ist es ein Toyota? Wenn der eFerrari Luce nicht mehr wie ein Ferrari aussieht, dann ist es kein Ferrari mehr. Der Spott über den Elektroflitzer Luce reißt nicht ab. Ferrari-Fans entsetzt.
Von Meinrad Müller
Was uns Ferrari als Zukunft verkaufen will, ist ein Albtraum auf vier Rädern. Der Mythos bröckelt an der Steckdose. Ist es ein verspäteter Kniefall vor der Energiewende?
Ein iPhone mit runden Ecken statt ein Pfeil auf Rädern
Ein Apple-Designer habe mitgearbeitet, da hat man nun davon! Das Ergebnis ist eine optische Bankrotterklärung. Ein echter Ferrari war früher ein messerscharfer Pfeil auf Rädern. Ein tiefes, aggressives Geschoss. Und der Luce? Sieht aus wie ein steriles iPhone mit runden Ecken. Luce heißt übersetzt Licht. Und nach diesem globalen Spott bleibt nur die Hoffnung, dass den Bossen in Maranello zumindest ein kleines Lichtchen aufgeht.
Früher röhrte so ein Bolide, dass die Fensterscheiben zitterten. Wenn der V12 aufheulte, drehten sich alle Schönen auf langen Beinen vor dem Straßencafé um. Dieses Auto war ein Magnet für Blicke und Emotionen. Wenn der Luce heute lautlos anrollt, schaut keiner mehr hin. Außer, um hämisch nach dem neuen Minivan zu fragen. Der aus Aluminium gegossene V12-Motorblock wurde einfach durch seelenlose Magnetspulen ersetzt. Das tut weh!
Männerspielzeug braucht kein Ladekabel
Wer einen Ferrari fährt, blättert dafür 500.000 Euro hin, so viel wie für ein halbes Reihenhaus in München. Wer diese Unsummen auf den Tisch legt, will keine Koffer transportieren! Der will keinen Wocheneinkauf verstauen oder die Familie zum Sonntagsausflug kutschieren.
Ein Ferrari-Fahrer sucht keine Vernunft. Er kauft das pure, ungefilterte Lebensgefühl. Die Botschaft vor dem Straßencafé: Ich habe es geschafft und Geld über für Männerspielzeug! Dieses erhabene Gefühl wird durch ein Ladekabel und die schwere Batterie komplett zerstört. Der Luce liefert keine Gänsehaut.
Der Löwe brüllt nicht mehr, er wird akustisch betreut
Das größte Drama spielt sich auf der Tonspur ab. Elektroantriebe surren lautlos. Ferrari hat deshalb ein teures System entwickelt, um mechanische Schwingungen über die Karosserie zu verstärken. Der künstlich erzeugte Sound klingt einfach peinlich: Der Wagen surrt wie eine Carrera-Bahn oder ein raketenbetriebener Staubsauger. Früher verkaufte Ferrari Sehnsucht. Heute verkaufen sie grüne Ideologie, wo doch Grüne sich das Auto nie leisten können. Es ist für Macher gedacht.
In Mailand schmiert die Ferrari-Aktie um 8,4 Prozent ab
Es wird noch giftiger: Der Protest kommt aus dem Ferrari-Altadel. Selbst der legendäre Ex-Ferrari-Chef Luca Cordero di Montezemolo zeigte sich öffentlich mehr als enttäuscht. Auch Italiens Vizepremier Matteo Salvini machte seinem Ärger Luft. Wenn die eigenen Götterväter sich kopfschüttelnd abwenden, dann brennt in Maranello die Hütte lichterloh.
Ferrari baut den ersten Luxus-Toaster für rund 550.000 Euro.
Und die Aktie kracht direkt gegen die nächste Ladesäule. Man kann einen weltberühmten Mythos nicht einfach an die Steckdose hängen. Autofahrer wollen das mechanische Beben im Sitz spüren, die heiße Kupplung riechen und den Verbrenner schreien hören. Der Luce klingt aber wie eine gehobene Küchenmaschine beim Kneten. Aus dem stolzen, wilden Hengst wurde ein trauriges Ladekabel mit Pferdchen-Logo. (Meinrad Müllers Blog: www.info333.de/p)
Zum Themaa auch unser Podcast:
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