Volkswagen ist in ernsthaften Schwierigkeiten. Das Manager Magazin berichtet, dass sechs von neun befragten VW-Managern den Konzern am Abgrund sehen. Rettung ist nicht in Sicht.
Von Meinrad Müller
Todesurteile „Voll im Plan“ – die pure Verhöhnung
Oliver Blume, der Vorstandsvorsitzende, verspottet die eigene Belegschaft. Wie mit der Axt im Wald killt er Jobs. Bei der Hauptversammlung am 18. Juni sagte er, der Abbau von insgesamt 50.000 Stellen bis 2030 laufe „voll im Plan“. Diesen Satz sagt man, wenn man ein neues Projekt beginnt. Bei wirtschaftlichen Todesurteilen für Tausende Familien ist „voll im Plan“ jedoch eine blanke Verhöhnung der Facharbeiter.
Kommt die Rettung aus Rüstungsaufträgen?
Adolf Hitler forderte bereits 1933 den Bau eines Autos für das Volk. Am 26. Mai 1938 legte er persönlich den Grundstein für das Volkswagenwerk nahe dem Schloss Wolfsburg. Später rollte dort der Kübelwagen vom Band, das robuste Militärfahrzeug für den Zweiten Weltkrieg. Heute lahmt dieses einst deutscheste aller deutschen Werke auf dem Standstreifen. Man hat die neue Zeit verschlafen.
VW plant jetzt die Rückkehr ins Rüstungsgeschäft, wie 1938. Das Osnabrücker Werk soll ab 2027 militärische Fahrzeuge bauen. Man hat bereits Prototypen eines militarisierten Amarok (MV.1) und eines Crafter (MV.2) vorgestellt. Eine Kooperation mit Rheinmetall ist in Planung. Symbolik pur: Wenn die zivile Zukunft scheitert, besinnt man sich auf die Vergangenheit.
Der Genickbruch: Auf der Politischen Schleimspur ausgerutscht
Der eigentliche Genickbruch kam mit dem großen Ausrutscher auf der links-grünen politischen Schleimspur. Plötzlich musste alles elektrisch werden, und zwar vorgestern. Die ID-Modelle, mit ihrem kuscheligen Namen (ID wie Ich Dummkopf?), entpuppten sich als kolossales Fiasko.
Der Kunde mit schmalerem Geldbeutel entscheidet
Dabei verkaufen die Chinesen in Europa keineswegs nur Elektroautos: Marken wie MG und Chery machen einen großen Teil ihres Wachstums mit Benzinern und Hybriden und drücken damit zusätzlich auf die Verbrenner-Margen von VW.
Wer aber unbedingt einen Stromer will, wandert von Autohaus zu Autohaus und steht plötzlich vor blankpolierten Chinesen: Um die Hälfte günstiger, vollgepackt mit Technik und vor allem mit richtig langen Garantien. Das Innenleben eines VW-ID wirkt dagegen wie ein verstaubtes Faxgerät aus den 90ern, altbacken, überteuert und irgendwie eingeschnappt. Die gläserne Fabrik in Dresden, in der die ID.3 einst mit Pauken und Trompeten vom Band lief, steht bereits leer. Symbolik pur: Man konnte schon immer durchgucken. Dort drinnen tut sich nichts mehr, tote Hose.
Die vergessenen Verbrenner: Der Brotverdienter wird abgewürgt
Während man Milliarden in die E-Wende schaufelt, lässt man die Verbrenner, jahrzehntelang das dicke Rückgrat des Konzerns, langsam verrecken. Die letzten neuen Verbrenner-Plattformen starten 2026, dann war’s das. Die treuen Golf-, Passat- und Tiguan-Fahrer mit ihren zuverlässigen Dieseln und Benzinern fühlen sich verraten. Die Dinger laufen und laufen und verkaufen sich noch immer ordentlich, doch statt sie zu pflegen, werden sie politisch und strategisch an die Wand gefahren.
Tanz auf dem Vulkan ohne Netz
In den USA brach der ID.4-Verkauf im ersten Quartal 2026 um über 95 Prozent ein. In China, einst die Goldgrube, rauschten die EV-Verkäufe 2025 teils um 44 Prozent ab. Chinesische Marken verdoppeln ihren EU-Anteil und walzen VW mit Preis, Technik und langen Garantien nieder. Die Verbrenner halten den Laden noch notdürftig am Laufen, doch die Strategie ignoriert sie sträflich.
Stimmung der Kritiker: „Teuer, lahm, frustrierend“
Foren, Tests und Fachpresse sind gnadenlos: Zu teuer für die mickrige Reichweite, die Chinesen laden schneller und geben mehr Garantie. Der ID.Buzz fühlt sich an wie Omas alter Golf, nur mit Batterie und dreimal so teuer. Und die Verbrenner-Fans fragen zurecht: Warum killt ihr das Einzige, was wirklich funktioniert?
VW-Aktie im Sturzflug
Wer mit 50.000 Euro vor fünf Jahren bei VW eingestiegen ist, sitzt heute auf einem kümmerlichen Rest von knapp 19.500 Euro. Die Aktie hat in den letzten fünf Jahren rund 61 Prozent verloren. Was sagt uns das? VW säuft ab. Wolfsburg könnte bald in Katzenburg umbenannt werden.
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