Alan Greenspan (†), schuf von 1987 bis 2006 mit extrem niedrigen Zinsen und radikaler Deregulierung die Grundlage für die große US-Immobilienblase. Als diese 2008 platzte, löste das die schwerste Finanzkrise seit 1929 aus.
Von Meinrad Müller
Der Einstieg in eine historische Amtszeit
Alan Greenspan übernahm die Fed im August 1987. Schon zwei Monate später erlebte er seine Feuertaufe. Am Black Monday stürzte der Dow Jones um 22,6 Prozent ab. Greenspan reagierte sofort und stellte massiv Liquidität bereit. Damit begann der Greenspan-Put: Bei jedem größeren Crash half die Notenbank mit billigem Geld.
Der große Boom der 90er Jahre
Die 1990er Jahre wurden zu Greenspans Meisterstück. Die US-Wirtschaft wuchs fast zehn Jahre ohne Unterbrechung. Die Inflation blieb niedrig, die Börsen explodierten. 1996 warnte er vor irrationalem Überschwang, doch die Märkte stiegen weiter. Viele hielten ihn für einen genialen Dirigenten.
Die gefährliche Politik nach 2001 mit 1 % Zinsen
Nach dem Dotcom-Crash und den Anschlägen vom 11. September 2001 senkte Greenspan die Zinsen radikal auf ein Prozent. Diese ultra-lockere Geldpolitik hielt er jahrelang bei. Gleichzeitig drängte er auf starke Deregulierung. Derivate und Subprime-Kredite blieben weitgehend ohne Kontrolle.
Warum Greenspan die Krise 2008 unbewusst vorbereitete
Billiges Geld und fehlende Aufsicht ließen die US-Immobilienblase explodieren. Millionen Amerikaner bekamen Kredite, die sie nie hätten erhalten dürfen. Als die Blase 2007/2008 platzte, brach Lehman Brothers zusammen und die Weltfinanzmärkte froren ein. Greenspan gestand später vor dem Kongress seinen Fehler ein.
Die harten Folgen für Deutschland
Deutsche Banken saßen auf wertlosen US-Verbriefungen. Die IKB und andere Institute gerieten in Schieflage. Der Staat musste mit Hunderten Milliarden Euro Garantien und Rettungspaketen eingreifen. Die deutsche Wirtschaft schrumpfte 2009 um mehr als fünf Prozent. Hunderttausende Menschen verloren ihren Job oder kamen nur durch Kurzarbeit über die Runden. Die Folgen spüren wir bis heute.
Greenspan war ein brillanter Krisenmanager - allerdings löste er die Krisen mit seiner niedrigen Zinspolitik auch selber aus! Seine langjährige Politik zeigt, wie gefährlich zu langes billiges Geld ist. Mit ihm endet eine Ära, in der ein einzelner Notenbanker die Weltwirtschaft entscheidend prägte. Für Anleger bleibt die Lehre: Zu viel billiges Geld erzeugt immer Blasen, die platzen.
Allan Greenspan wurde 100 Jahre alt und starb friedlich im Kreise seiner Familie am 22.Juni 2026.
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