OpenAI will der US-Regierung fünf Prozent der Firmenanteile schenken. Das wären bei der aktuellen Bewertung mehr als 42 Milliarden Dollar. Viele Menschen sehen darin kein Geschenk, sondern eine reine Schutzgeldzahlung.
Von Meinrad Müller
Ein Angebot, das keiner ablehnen kann
Aus alten Krimis kennen wir den berühmten Spruch des Paten. Ein Angebot, das man nicht ablehnen kann. In diesem Fall kommt das Angebot jedoch nicht vom Paten, sondern vom Konzern selbst. OpenAI legt der Regierung freiwillig einen dicken 5-Prozent-Anteil auf den Tisch. Der Staat soll mitverdienen und dafür den Konzern in Ruhe lassen. Das ist der klare Plan.
Sam Altman von OpenAI hat das Thema direkt mit Trump und seinen Ministern besprochen. Die Idee geht sogar noch weiter. Auch andere große KI-Firmen sollen ähnlich handeln und ihre Anteile in einen gemeinsamen Topf stecken. Das Ganze soll wie ein Staatsfonds funktionieren, damit die Menschen vom KI-Boom mitprofitieren können. So wird es uns zumindest verkauft.
So kauft man sich Politik frei
Der politische Druck in Washington nimmt ständig zu. Es geht um den gefährlichen Einsatz der KI, um verlorene Arbeitsplätze und um die riesigen Gewinne, die nur wenige Aktionäre einstecken. Statt sich in endlosen Streitigkeiten zu verlieren, holt OpenAI die Aufseher einfach ins Boot.
Wer selbst mitkassiert, greift später viel weniger hart durch. Genau das ist der Gedanke dahinter. Viele in der Szene nennen es ganz offen Schutzgeld. Die Firma kauft sich damit Ruhe und kann ungestört weiter wachsen. Sie kennt die Stimmung in der Hauptstadt genau. Die Politik spricht viel über Sicherheit und Jobs. Sobald sie selbst einen großen Anteil am Kuchen hätte, ändert sich die Tonlage meist schnell. Plötzlich sitzen alle am gleichen Tisch der Eigentümer und die Sache läuft deutlich entspannter für OpenAI.
Die Zahlen hinter OpenAI
OpenAI ist die Firma hinter ChatGPT und gehört zu den mächtigsten KI-Konzernen der Welt. Der Umsatz soll inzwischen bei rund 2 Milliarden Dollar im Monat liegen, also etwa 20 bis 24 Milliarden Dollar im Jahr. ChatGPT kommt auf rund 900 Millionen Nutzer pro Woche. OpenAI beschäftigt derzeit etwa 4.500 Mitarbeiter und will bis Ende 2026 auf 8.000 Mitarbeiter wachsen.
Microsoft ist der wichtigste Großpartner und größte externe Anteilseigner. Der Konzern hat seit 2019 mehr als 13 Milliarden Dollar in OpenAI gesteckt und hält rund 27 Prozent. Weitere große Geldgeber sind unter anderem SoftBank, Nvidia und Amazon.
Die Szene wird misstrauisch
Auf Reddit und in den Foren sprechen die Leute Klartext. Das ist kein echtes Geschenk an das Volk. Das ist ein geschickter Kuhhandel, bei dem der Staat Vermögensanteile bekommt und OpenAI weniger Ärger hat. Trump redet von Partnerschaft. Bernie Sanders von den Demokraten fordert deutlich mehr. Die meisten Beobachter bleiben trotzdem misstrauisch.
Wenn der Staat erst einmal mit drinhängt, kontrolliert er später nicht mehr neutral. Die Aufsicht wird weich und die Regeln passen plötzlich gut zum Konzern. Viele Entwickler und normale Nutzer sehen das klare Problem. Sie wollen echte Kontrolle statt eines Handels hinter verschlossenen Türen. Das Vertrauen leidet stark darunter. Einige halten die Idee für schlau, die Mehrheit riecht aber den Braten. Schutzgeld bleibt Schutzgeld, auch wenn es freundlich verpackt daherkommt.
Volkseigene Künstliche Intelligenz
Jeder sucht seinen eigenen Vorteil und versucht, das Beste für sich herauszuholen. Doch genau darin liegt die Gefahr. Die Macht rückt noch enger zusammen und die normalen Leute stehen am Ende oft außen vor. KI verändert Arbeit, Bildung, Verwaltung und Meinung in rasendem Tempo. Wer die Regeln schreibt oder mitverdient, hat am Ende die Zukunft in der Hand. OpenAI hat den ersten Schritt gemacht, und der Staat sitzt jetzt mit im Vorstand.
Meinrad Müller Blog: www.info333.de/p



