Weil örtliche Stromversorger Jahre für neue Anschlüsse brauchen, kauft kurzerhandmobile Kraftwerke. Während andere noch auf die Steckdose warten, erzeugt Elon Musk den Strom für seine Rechenzentren einfach selbst.
Von Meinrad Müller
Der Bürger will künstliche Intelligenz
Künstliche Intelligenz ist längst im Alltag angekommen. Millionen Menschen lassen sich Texte schreiben, Bilder erzeugen, Anlagen konstruieren, Forschung beschleunigen, medizinische Fragen auswerten, Reisen planen oder politische Fragen beantworten. Die Nachfrage wächst von Woche zu Woche.
Doch jede KI-Antwort braucht Strom. Hinter den freundlichen Programmen stehen riesige Rechenzentren mit Tausenden Computern. Ohne Elektrizität würde aus der modernsten Denkfabrik der Welt binnen Sekunden eine dunkle Industriehalle.
Jahre bis zur Steckdose
Neue Rechenzentren verbrauchen Strom wie ganze Städte. Doch neue Leitungen lassen sich nicht über Nacht verlegen. Stadtwerke müssen planen, Behörden müssen genehmigen und Baufirmen müssen Kabel ziehen. Das kann mehrere Jahre dauern.
Für Musk ist das eine Ewigkeit. Seine Firma xAI tritt mit Grok gegen Google und Microsoft an. Musk stellt sich deshalb nicht hinten an. Er zeigt den örtlichen Versorgern die lange Nase und kauft die Kraftwerke kurzerhand selbst.
Die Stromfeuerwehr wird zum Dauerbetrieb
Mobile Generatoren und Gasturbinen sind seit Jahrzehnten weltweit im Einsatz. Nach Erdbeben, Wirbelstürmen oder dem Ausfall eines Kraftwerks werden sie auf Lastwagen herangeschafft. Dann versorgen sie Krankenhäuser, Behörden, Betriebe und ganze Städte.
Das Grundprinzip kennt jeder von der Baustelle. Dort steht oft ein Dieselmotor mit Stromgenerator. Er wird eingeschaltet und liefert Strom, obwohl weit und breit keine öffentliche Steckdose vorhanden ist.
Musks Gasturbinen arbeiten nach demselben Prinzip, nur hundertmal größer. Sie werden vor dem Rechenzentrum aufgebaut und an eine Gasleitung angeschlossen. Was anderswo nur im Notfall läuft, liefert bei Musk Tag und Nacht Strom.
Eine Milliarde gegen die Warteschlange
Musk soll für den Kraftwerksanbieter APR Energy aus Florida mehr als eine Milliarde Dollar bezahlt haben. Damit kauft er nicht nur Maschinen, er kauft vor allem Zeit und Know-how.
Während andere Unternehmen Anträge schreiben und auf neue Leitungen hoffen, lässt Musk seine Kraftwerke anrollen. Seine Rechenzentren können weiter wachsen, auch wenn das öffentliche Stromnetz noch lange nicht bereit ist.
Das ist das eigentliche Husarenstück. Andere warten jahrelang auf den Stromanschluss, Musk kauft sich für eine Milliarde gleich die Kraftwerke dazu.
Meinrad Müllers Blog: www.info333.de/p




