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GREXIT bedeutet Euro-Aus
07.01.2015

Ein Austritt Griechenlands bedeutet unweigerlich das Ende des Euro. Dieses Ende kann jedoch auch schon früher eintreten: Durch die politische Unsicherheit wird das Target-2 System bis an seine Grenzen belastet. Die Behauptung, Athen könne ohne Folgen austreten, ist falsch.

 

Der Spiegel berichtet in der Ausgabe vom 03.01.2015, die Bundesregierung habe angeblich hinsichtlich der Dauerrettung Griechenlands einen Richtungswechsel vollzogen. So wollten Schäuble und Merkel Griechenland im Falle des Wahlsiegs (Neuwahl am 25.01.2015) der Linken (Alexis Tsipras) keine (weiteren) Zugeständnisse machen und notfalls den Euroaustritt  Griechenlands in Kauf nehmen. Dann wäre Griechenland zwar pleite aber inzwischen könne der Austritt Griechenlands verkraftet werden: Denn die Eurozone habe seit 2012 Fortschritte gemacht und über den ESM könnten Staaten im Notfall mit bis zu 500 Milliarden Euro gerettet werden. Das „Wie“ des Ausstiegs würden ggf. findige Juristen klären. Die Ansteckungsgefahr für andere Euroländer sei inzwischen begrenzt.

 

Kommentar von Karl von Francois

Man fragt sich bei dieser Meldung unwillkürlich, ob der „Spiegel“ inzwischen zum Bläh-Organ der Bundesregierung verkommen oder nur naiv ist? Die Absicht ist erkennbar: Beeinflussung der Wahlen in Griechenland. Aber dieser Schuss geht nach hinten los!

 

Um es kurz zu fassen: Der Euro-Großsummen-Zahlungsverkehr wird über das Euro-Transfersystem Target2 abgewickelt (unter www.target-2.de näheres dazu). Anders als das teils entsprechende amerikanische Fedwire-System  kennt Target2 keine Ausgleichspflicht zwischen den nationalen Zentralbanken der Eurozone. Guthaben und Schulden werden täglich bei der EZB saldiert.

 

Dies ist gewissermaßen die gewollte Sollbruchstelle des Eurosystems: Ein Ausstiegs irgendeines Landes – mit EZB-Guthaben oder EZB-Schulden - ist ausgeschlossen.

 

Es existieren nur 2 Alternativen: Entweder das System wird um jeden Preis gestützt oder es bricht zusammen. Dazwischen gibt es nichts: Keinen Austritt irgendeines Eurostaates wie etwa Griechenland, keinen Nordeuro (Prof. Henkel) und auch keinen „geordneten, zeitlich gestreckten Austritt/Hinauswurf“ irgendwelcher Eurostaaten, wovon der AfD-Chef Lucke faselt um seine Anhänger zu beruhigen.

 

Schon die ernsthafte Diskussion über das Ausscheiden irgendeines Eurostaates beeinträchtigt das Vertrauen in das System und sofort fließen über Nacht via Target2 riesige Milliardengelder in vermeintlich sichere Häfen und stressen das System bis zum Anschlag der Zwangsabschaltung.

 

Die Bewegungen an den Finanzmärkten sind das sofort sichtbare Ergebnis ansatzweise aufkommenden Misstrauens in den Bestand des Eurosystems = die Fortführung  unbegrenzter Rettungsmaßnahmen zu Gunsten superreicher Investoren auf Kosten der Normalbürger.

 

Sollten weitere Nachrichten dieser Art folgen, nimmt die Vertrauenskrise Fahrt auf und wird wegen der Funktion von Target2 über Nacht den Euro zerstören - unausweichlich! Daran können dann auch die (von den Deutschen Bürgern maßgeblich abgesicherten) Geldmittel der ESM-Superbank unter Führung  von Gouverneur Schäuble nichts ändern.

 

Schlussfolgerung: Die politische Klasse der Eurozone wird zur Sicherung des eigenen Überlebens (aber keinesfalls im Interesse ihrer Bürger) den Austritt Griechenland  um jeden Preis verhindern, da anderenfalls ihr Untergang und der des Euro besiegelt wäre.

 

Unter diesem Blickwinkel war die kolportierte Mitteilung des „Spiegel“ – sofern sie überhaupt einen realen Hintergrund hatte – eine weitere Dummheit der Bundesregierung die postwendend von den Märkten bestraft wurde. Griechenland wird nicht austreten. Die Griechen brauchen sich nicht zu ängstigen: Ihre alten Schulden werden – entgegen den Erklärungen von Schäuble – zu erheblichen Teilen erlassen bzw.  bis in die Ewigkeit gestreckt werden und neues Geld aus Deutschland, der EZB und dem ESM (stets haften die Deutschen mit!) wird es zusätzlich geben. Natürlich nicht für die Griechen, sondern für deren superreiche internationale Großgläubiger, die mit dem Target2-Erpressungshebel weitere Ströme von Geld aus der Eurozone und deren Bürgern herauspressen.

 

Und das alles nur, weil dieser Mechanismus vom deutschen Finanzministerium unter Führung von Finanzminister Schäuble nicht rechtzeitig durchschaut und gestoppt wurde. Um dies Versagen zu vertuschen wurde dann über Nacht 2012 die ESM-Superbank  gegründet, deren Mittel nun Rettung aus höchster Not bringen sollen. Das ist bei einem schwarzen Loch nicht möglich. So werden auch diese Gelder unter der Führung des ESM-Gouverneurs Schäuble (dem jede Erfahrung als Banker fehlt) verbrennen. Und was dann? Und was wird sein, wenn alsbald etwa Frankreich (berechtigterweise)  Gleichbehandlung mit Griechenland fordert?

 

Um Gottes willen, denkt man sich im Hinblick auf den Artikel erschreckt, kennen denn nicht einmal die Wirtschaftsjournalisten des „Spiegel“  den grausamen Automatismus des Target2-Systems? Es muss wohl so sein, denn anders läßt sich die öffentliche Verbreitung von solchem Unsinn – GREXIT verkraftbar - nicht erklären. Oder waren es doch nur Blähungen?


h - dein Beitrag hier

 


 

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