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Soros: Deutschland killt Euro | Drucken |
23.06.2010

George Soros: Deutschland gefährdet den Euro. Auseinanderbrechen der Währungsunion als Folge der deutschen Sparpolitik. "Wenn die Deutschen ihre Politik nicht ändern, wäre ihr Austritt aus der Währungsunion für den Rest Europas hilfreich."


Der amerikanische Großspekulant George Soros warnt vor einem Auseinanderbrechen der Währungsunion als Folge der deutschen Sparpolitik. "Die deutsche Politik ist eine Gefahr für Europa, sie könnte das europäische Projekt zerstören", sagte Soros, einer der erfolgreichsten Hedge-Fonds-Manager der Welt, im Gespräch mit der Wochenzeitung DIE ZEIT. Man könne einen "Kollaps des Euro nicht ausschließen", sagte Soros, der in den neunziger Jahren erfolgreich gegen das britische Pfund wettete. "Wenn die Deutschen ihre Politik nicht ändern, wäre ihr Austritt aus der Währungsunion für den Rest Europas hilfreich."



Indem es auf einen Abbau der Staatsschulden bestehe, zwinge Deutschland dem Rest des Kontinents eine falsche Wirtschaftspolitik auf, so Soros. "Im Moment treiben die Deutschen die Nachbarn in eine Deflation: Es droht eine lange Phase der Stagnation. Und die führte zu Nationalismus, zu sozialen Unruhen, zu Fremdenfeindlichkeit. Sie gefährdet also die Demokratie".  Die Bundesregierung behandle den Vertrag von Maastricht - das Gründungsdokument der Währungsunion - "wie eine heilige Schrift" und tue zu wenig, um das Wachstum anzukurbeln. "Deutschland ist weltweit isoliert", so Soros. "Warum lassen sie die Löhne nicht stärker steigen? Das würde anderen EU-Staaten helfen, aufzuholen", meinte er.



Statt sich nur auf eine Senkung der  Staatsschulden zu konzentrieren, sollten im Kampf gegen die Krise in Südeuropa besser die Banken rekapitalisiert werden - und zwar mit Mitteln aus dem europäischen Rettungsfonds. "In Wahrheit haben wir es in Europa nicht mit einer Krise der Währungen oder der Staatshaushalte zu tun, wie viele meinen, sondern mit einer Bankenkrise." Die Banken könnten wegen ihrer ramponierten Bilanzen keine Staatsanleihen mehr kaufen, weshalb die Staaten in Finanzierungsnöten kämen.

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