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Oh weh - wenn ich die Banken seh!
21.01.2016

Die Kurse der Banken crashen in beängstigendem Ausmaß. Dieses Alarmsignal wird an den Börsen kaum wahrgenommen. Viele Finanzinstitute notieren in der Nähe der Krisen-Tiefs von 2009. Naht die Finanzkrise 2.0? - Gold als Krisenindikator.

 

Von Michael Mross

Kurse sagen bekanntlich mehr als 1000 Worte. Und wenn man sich die Kurse der Banken anschaut, dann könnte einem schwarz vor Augen werden. Was ist da los?

 

Es geht nicht nur um Deutsche Bank und Commerzbank, die in den letzten Tagen in 5%-Schritten abgewertet haben, sondern um die globale Bankenszene, insbesondere aber um die europäischen Finanzinstitute. Denn der Kursrutsch bei Deutscher und Commerzbank ist kein Einzelfall. Bei den Franzosen siehts genau so schlimm aus und in der restlichen Südschiene nicht besser.

 

Versicherungsprämien steigen

Interessant in diesem Zusammenhang: die CDS Versicherungsprämien für Deutsche Bank sind in letzter Zeit deutlich angestiegen und liegen derzeit über denen der Commerzbank, und sogar über Societe Generale und den anderen wichtigen Großbanken in Frankreich. Ist da was im Busche? - Auch bemerkenswert: Für Österreichs Erste Bank sind unter den "Qualitätsbanken" der Eurozone die höchsten Versicherungsprämien fällig. Das liegt wohl am Pleite-Risiko Russlands und den damit verbundenen Risiken in Osteuropa. Mehr hier: cds-info.com

 

Was ist die Ursache für den Absturz in der Bankenbranche?

Da wäre natürlich an 1. Stelle der Ölpreis zu nennen. Bekanntlich basiert der Rohstoffbereich (also nicht nur Öl) auf einer riesigen Kreditpyramide. Bei einem Ölpreis von 30 können die Kredite darauf vermutlich abgeschrieben werden. Denn diese wurden teils noch im 100er Bereich vergeben.

 

Es sind Billionen im Spiel, die sich offenbar gerade in Luft auflösen. Ganz zu schweigen von der Frackingindustrie, ebenfalls zu 90% kreditfinanziert. Hier lagen offenbar Ölpreise in der Gegend von 60 zugrunde. Folge: Alle kreditfinanzierten Investments in dem Bereich können ebenfalls abgeschrieben werden.

 

Wer da welche Milliarden im Feuer hat, spielt im Geldsystem praktisch keine Rolle. Alle Banken hängen wie kommunizierenden Röhren zusammen - gerät eine Schwierigkeiten, sind Dominoeffekte programmiert. Und beim gegenwärtigen Ölpreis sind es mit Sicherheit viele Institute, die hier Billionen im Feuer haben - global gesehen.

 

Sollte sich also der Ölpreis nicht erholen, droht eine zweite Bankenkrise und damit Finanzkrise - und zwar heftiger als damals bei der Subprimekrise, als die Werte der US-Immobilien kollabierten.


Bei einem Ölpreis unter 50 stehen ganze Staaten auf der Kippe, nicht nur Russland und viele im Mittleren Osten. Kein Wunder, dass die Bankenkurse abstürzen. Es gibt bestimmt ein paar Insider, die genau wissen, wieviele Billionen da ausgebucht werden können, sollte sich Ölpreis nicht erholen. Vielleicht aber ist es auch zu spät. Denn keine einzige kreditfinanzierte Investition in dem Bereich dürfte sich derzeit rechnen.


Folge: Massenpleiten im Rohstoffsektor. Und damit sind die Banken im Feuer. Ihre Kredite sind uneinbringlich. Wie die Notenbanken damit umgehen werden, dürfte sicherlich sehr spannend sein.

 

Wahrscheinlichste Lösung: EZB und FED nehmen die Ausleihungen für den Rohstoffbereich selbst in die Bücher - ähnlich wie sie es jetzt schon mit allen anderen faulen Krediten auch tun.

 

Baltic Dry Index funkt SOS

Der nächste große Abschreibungsfaktor ist die Schiffsbranche. Bei den derzeitigen Frachtraten ist kein Schiff mehr rentabel. Problematisch nur, dass die meisten Schiffe ebenfalls kreditfinanziert sind. Wieder Pech für die Banken. Besonders die Commerzbank hatte hier groß ihre Finger im Spiel - die Branche sollte allerdings verkauft werden. Und dann noch die HSH im Norden, bekannt dafür, zur Sammelstelle für notleidende Kredite zu werden.

 

Aber egal, ob die faulen Ausleihungen nun weiter verkauft wurden an irgendwelche Hedgefonds etc. (die sich dafür kurioserweise wiederum das Geld bei den Banken geliehen haben), oder ob die Kredite bei den Banken selbst faulen: Sie sind im System und damit sind sie systemgefährdend.

 

Sollte sich der Ölpreis nicht erholen - und dafür gibt es keine Anzeichen - droht großes Ungemach, und genau das zeigen die Kurse der Banken jetzt schon.

 

Gold und Silber

Trotzdem der Rohstoffbereich kollabiert hält sich Gold relativ stabil. Damit ist das Edelmetall ein klarer Outperformer, auch wenn es derzeit nicht mit steigenden Kursen glänzt. Aber es fällt auch nicht. Und das kann man ebenfalls als Alarmzeichen interpretieren: offensichtlich steigen einige smarte Jungs jetzt ein und kaufen kontinuierlich Gold - aus Angst vor der nächsten Finanzkrise.

 

Silber dagegen scheint wohl eher das Schicksal aller anderen Rohstoffe zu teilen. Das ist teils sehr unverständlich, denn auch Silber könnte als Krisenwährung gelten. Aber der Markt geht bekanntlich seltsame Wege.

 

Nicht auszuschließen aber, dass es auch bei Silber zu einer Renaissance kommt - auch wenn es derzeit nicht danach aussieht. Trotz allem sollte man aber die Gold- und Silberkurse nicht aus den Augen lassen. Sollte insbesondere Gold einen deutlichen Sprung nach oben machen, dann bedeutet das: Gefahr im Verzug!

CDS-Raten der Banken: cds-info.com


h - dein Beitrag hier

 


 

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