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USAbgrund | Drucken |
07.12.2010

China zweifelt an der US-Kreditwürdigkeit. Die chinesische Ratingagentur Dagong Global Credit Rating hegt Bedenken an der Bereitschaft der USA, Schulden zurückzuzahlen. Sie stufte die Kreditwürdigkeit der USA von der Note AA auf A+ mit negativem Ausblick zurück.

 

Was internationale Finanzkreise schon lange vermuteten, dringt immer mehr an die Öffentlichkeit: China zweifelt (stark) an der US-Kreditwürdigkeit! Die in der breiten westlichen Öffentlichkeit unbekannte chinesische Ratingagentur Dagong Global Credit Rating hegt Zweifel an der Bereitschaft der USA, ihre Schulden zurückzuzahlen. Sie stufte die Kreditwürdigkeit der USA neu von der Note AA auf A+ mit negativem (!) Ausblick zurück. Und begründete den Schritt mit der gesunkenen „Fähigkeit zur Schuldenrückzahlung und der drastisch gesunkenen Bereitschaft der Regierung zur Schuldenrückzahlung“. Die Bewertung könne deshalb weiter heruntergestuft werden, droht die Rating Agentur noch sybillinisch.

Die chinesische Agentur kritisiert zugleich die Politik der US-Notenbank FED, die weitere Hunderte von Milliarden an frischem Geld in die Wirtschaft pumpt. „Dieser Schritt läuft den Interessen der Gläubiger völlig entgegen.“ China ist der grösste Geldgeber der USA. Die Äusserungen der Agentur, die 1994 mit staatlicher Genehmigung und als Gegengewicht zur Dominanz der amerikanischen Ratingagenturen gegründet wurde, hatten bis heute keinen erkennbaren Einfluss auf denWert von US-Staatsanleihen. Doch jetzt schaut man – gerade im Fernen Osten – auch mit einem Auge auf die Chinesen und deren Rating Agentur.Wenn ihr auch Staatsinterventionen nachgesagt werden. Glaubwürdig kann sie nur sein, wenn sie sich unabhängig äussert. Und dieser erste Schritt auf dem internationalen Parkett „wird für die Zukunft vermehrte Beachtung auslösen“, sind sich Finanzexperten einig.

Sogar der Vorsitzende der US-Notenbank FED, Ben Shalom Bernanke, hat dieser Tage vor dem Senat eingeräumt, dass die finanzielle Lage in den USA irreparabel geworden ist. „Die USA befinden sich in einer existentiellen Krise.“ Diese Offenheit könnte ihm schon bald, so sind sich politische Experten in Washington einig, Kopf und Kragen kosten. Aber würde er jetzt zurücktreten oder zurückgetreten werden, würde das an den internationalen Finanzmärkten möglicherweise zu einem „Blutbad des Dollars“ führen. Präsident Obama ist in der Zwickmühle. Einerseits betont er ständig, das FED sei total unabhängig, auf der anderen Seite drängt er bei Bernanke, so Beobachter, fast täglich auf „Mässigung in den Aussagen“ und will gar hervorheben, „dass alles nicht so schlecht sei…“. Und seine Leute verpassen keine Gelegenheit, inoffiziell aber nicht minder hartnäckig, Kritiker auf die „noch desolatere Finanz-Situation“ der EU hinzuweisen. Auch kein Zeichen von Stärke, wenn ein Todkranker auf das nächste Bett hinweist und sagt, „der ist aber noch mehr krank“.

Zum ersten Male warnte das FED öffentlich, dass nicht nur für die US-Regierung finanzielle Schwierigkeiten bestehen, sondern auch für die Regierungen der einzelnen US-Bundesstaaten und für die Kommunen. Dass die Vereinigten Staaten trotz dieser Verschuldung immer noch mit der Bonitäts-Höchststufe AAA eingestuft werden, ist für die Fachleute „ein Stück aus dem Tollhaus“. „Das Schlimme dabei“, so europäische Fachleute in NewYork, die die Finanzmärkte genau studieren, „ist, dass inWashington niemand eine wirkliche Ahnung hat, wie dramatisch die Lage ist.Weder Präsident Obama noch seine Berater sehen oder wollen die Zeichen an der Wand sehen, die sehr nach einem Menetekel riechen“: „Gezählt, gewogen – und zu leicht befunden“.

Nach der neuesten Meldung der FDIC (Federal Deposit Insurance Co.), der so genannten Einlagen-Sicherungsbehörde, gibt es in den USA heute noch – nachdem bereits 146 Banken dieses Jahr bankrott gingen – weitere 829 (!) Problembanken mit gefährdeten Einlagen von über 400 Milliarden (!) Dollar. Und das mit weiterhin zunehmender Tendenz. Washington ist mit dem FED bemüht, diese kritischen Banken ins 2011 rüber zu schmuggeln, um 2010 nicht allzu desaströs auszusehen. „Alles Augenwischerei und Taschenspielertricks“ versichert uns ein Schweizer Banker, der regelmässig in Washington zu tun hat.

 www.vertraulicher.li


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