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Totale Transferunion - alles andere "uneuropäisch"?
10.12.2010

Wenn die Transferunion kommt (ggf. auch nur in scheinbar "abgespeckter" Form), dann haben Juncker, Schäuble und Merkel sowie die praktisch komplett zustimmende sog. "Opposition" im Bundestag dieses Land vermutlich ein letztes Mal verraten.

 

Von Peter Boehringer

In den vergangenen Monaten und Jahren wurde an dieser Stelle ja nun wirklich fast jedes nur denkbare "pro Euro" - Argument genannt, debattiert und als falsch, mehrheitslos, planwirtschaftlich oder wenigstens ggü. den EUR-Nachteilen unverhältnismäßig enttarnt. Wenn ich heute noch mal zum Thema hinterherschiebe, dann nicht nur wegen der AKTUALITÄT des Kampfes um (gegen) die totale Transferunion und die Euro-Bonds, sondern vor allem anlässlich der immer unerträglicheren Ausfälle des hochelitären Chefs eines Landes mit lächerlichen 500 Tausend Bewohnern, der sich als König von Europa und damit als Herr über 500+ Millionen Menschen aufspielt!

Luxemburgs Premier Juncker hat sich bereits vorgestern zur Bemerkung verstiegen, wer den totalen Transfereuro ablehne, denke "simpel" und "uneuropäisch" [sic]. 

An Kampfrhetorik wie "xyz-Phobie" oder "simple/krude" Argumentation hat man sich als Kämpfer für die Wahrheit, für Basis-Demokratie und für wirtschaftliche Rationalität ja schon lange gewöhnen können bzw. müssen. Wenn nun aber ernsthaft NS-Terminologie von Juncker verwendet wird, sollte man doch meinen, dass der Mainstream dies in allerschärfster Form zurückweist und den (überfälligen) Rücktritt von Juncker fordert. Aber weit gefehlt: Zwei Tage habe ich nun gewartet: Statt eines Verrisses und der Aufforderung zur Entschuldigung ggü. Deutschland und statt einer Rücktrittsforderung heben fast alle Mainstreamblätter gestern und heute die Juncker-Entgleisung im Rahmen ihrer "wir-schlucken-den-totalen-Euro-koste-es-was-es-wolle"-Berichterstattung sehr unkritisch auf ihre jeweiligen TITELseiten!


Ich erinnere daher nur ungern aber leider erforderlicherweise an folgende historische Tatsache (Zitat aus dem Geschichts- und Dialoglexikon "Unsere.de"):

"Es war fester Bestandteil der NS-Propaganda den innenpolitischen Gegner als undeutsch zu diffamieren, was eine vollkommene Entrechtung bis hin zum Mord zur Folge haben konnte. Wie die Menschen selbst, so wurden deren Werke für undeutsch bzw. antideutsch erklärt: undeutsche Kunst, undeutsche Literatur, ... >> Bücherverbrennung Als undeutsch/antideutsch wurden auch ethnische und religiöse Minderheiten bezeichnet, ausgegrenzt und verfolgt bis hin in die Vernichtungspolitik des Holocaust. Ebenfalls als Undeutschen wurden Homosexuelle diffamiert und verfolgt."


Wer wie Juncker nur EINEN Schritt in diese übelste Kampfrhetorik geht, sollte nach den "klassischen" heutigen Regeln des Mainstreams im politischen Diskurs sofort geächtet sein! Das fordern zwar explizit NICHT die Wahrheitsblogger, die fast jede noch so "krude" Terminologie ertragen, weil Sie es aufgeklärterweise mit Voltaire halten:

"Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen,
dass du es sagen darfst."

Nein: das sollte der sonst gerade bei diesen Themen doch immer so politisch korrekte MAINSTREAM SELBST fordern, der es leider häufig eben NICHT mit der Aufklärung hält, sondern immer öfter den "un-deutschen", "un-korrekten" Sprachgebrauch als "unzulässige Verallgemeinerung" abkanzelt und ächtet oder gar verfolgt. Nur offenbar nicht beim Thema "un-europäisch" - besonders offenbar nicht, wenn es gegen Deutschland geht...


Irgendwie kann man sich so gar nicht vorstellen, dass die sonst doch bzgl. 3. Reich so ENORM geschichtsbewussten Blätter von Spiegel bis Focus, von Handelsblatt bis SZ, von Welt bis taz usw. bei der vorgestrigen Juncker´schen Entgleisung DERART ignorant und geschichtsunbewusst waren, dass sie die offensichtliche Parallele zur NS-Ideologie und zur Goebbels-Rhetorik einfach übersehen konnten... 


Das letzte ernsthafte Aufbäumen zB des Spiegel ggü. den unglaublich totalitären Aussagen eines Junckers liegt mittlerweile schon elf Jahre zurück:

"Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt."
(Jean-Claude Juncker erklärt seinen EU-Kollegen die Demokratie – SPIEGEL 52/1999)


Immerhin in EINEM muss man mit dem Mainstream derzeit d´accord gehen: Ja, es geht diesmal um alles: WENN die Transferunion kommt (ggf. auch nur in scheinbar "abgespeckter" Form des lächerlich verharmlosenden und geradezu volksverdummenden "nur bis 60% Schulden vom BIP werden EUR-Schulden vergemeinschaftet"), dann haben Juncker, Schäuble und Merkel sowie die praktisch komplett zustimmende sog. "Opposition" im Bundestag dieses Land vermutlich ein letztes Mal verraten. Selbst wenn das BVerfG diesen ultimativen Verfassungsbruch gegen das deutsche Volk und gegen das GG sowie den Maastricht- und Lissabon-Vertrag vielleicht 2015 offiziell kassieren wird: Bis dahin wird deutsche Substanz weit jenseits von 2 BILLIONEN Euro für einen dann ohnehin sterbenden Euro ausgegeben sein. Der Schaden wird irreversibel sein.

 

Das sozialistisch-verarmte Deutschland würde dann ab 2015 selbst nach Wiedereinführung einer neuen DM den europäischen sozialistischen Einheitssatz auf Zinsen von mindestens 7% zahlen müssen. Und schon 7% würden im Bundeshaushalt den entscheidenden Unterschied zwischen problemlos ausgleichbarem Bundeshaushalt (bei 2,2% wie noch bis vor kurzem vor Beginn der Eurobond-Debatte) und Mega-Milliarden-Defizit ausmachen! 4-5% Zinsaufschlag übersetzen sich im Staatshaushalt in 100 Mrd EUR an zusätzlicher Zinszahlungslast. Pro Jahr, versteht sich!Es ist der Unterschied zwischen wirtschaftlicher Properität und Stärke versus Schuldsklaverei! Und die Zins-Tendenz wird dann nach 2015 sogar allmählich gegen unendlich steigen, weil sich dann die gesamte Papiergeld- / Staatsanleihenfarce der letzten 40 Jahre in Auflösung befinden wird!


Man dürfte Juncker also dankbar sein, wenn er mit seinem üblen Ausraster unfreiwillig geholfen hätte, den EUro, damit die EU und damit EUropa von einem kranken und unrettbaren planwirtschaftlichen Fehlprojekt endlich zu befreien. Leider wird er aber dank der unglaublich tendenziösen und faktenwidrigen Berichterstattung im Mainstream vermutlich 2011 noch einen letzten Sieg für seine Elitesache erringen, denn die Frage nach dem Transfereuro wird heute schon mehr und mehr zu einer Schicksalsfrage und zu einer Frage nach "Krieg oder Frieden in Europa" und damit zu einer "alternativlosen" Entscheidung gemacht, wobei Wirtschaftsüberlegungen "natürlich" hinter politischen und gesellschaftlichen oder gar militärischen hintenanzustehen hätten! 

Das fatale Spiel des "Sozialismus à la carte" bzw. des socialism for the banks wird erneut gespielt: wie schon nach Lehman 2008, bei Griechenland 2010 und beim EFSF 2010. Lauter Déjà-vus der Bankenerpressungen, bei denen die Banken den Volksvertretern und den EU-Völkern letztlich sagen: "Wenn wir untergehen, geht ihr mit unter!"


Der Transfereuro wird vermutlich bis etwa 2015 funktionieren; es werden viele Billionen umverteilt in Richtung EU-Peripherie und noch viel mehr in Richtung sonst sofort insolventer Banken und Eliten. Deutschland wird so bis etwa 2015 in die Knie gezwungen und seiner Substanz beraubt sein. Die Junckers der Welt haben dann somit leider nur EUropa (noch für 3 Jahre) gerettet - aber NICHT unser Europa, das alle Deutschen ebenso lieben wie die Engländer, die Franzosen, die Griechen, die Iren und die Portugiesen.


Schreiben Sie Ihren MdBs: Fragen Sie sie noch vor Weihnachten, ob sie dem glasklaren Verfassungsbruch des Transfer-Euro im Bundestag ERNEUT (nach GR-Bailout und nach dem 440 Mrd EUR Rettungsschirm im Mai 2010) zustimmen werden. Ob sie also 2011 ERNEUT ihre Stimme hergeben werden wie über 600 verfassungsbrechende MdBs bereits im Mai 2010? Oder ob sie ihre Chefs, die Amok laufenden Schäubles, Steinmeiers, Özdemirs, Junckers, Barrosos usw. JETZT stoppen und als wahre Volksvertreter der Demokratie wenigstens in diesem so existenziellen Kampf Genüge tun.


Tun sie es nicht, dann werden sie sich mitschuldig machen an den leider -aber garantiert- entstehenden anti-demokratischen Bürgerbewegungen, die die feine aber wichtige Differenzierung zwischen (potenziell bestechlicher) "REPRÄSENTATIVER" Parlamentsdemokratie und der wahren und unbestechlichen BASISdemokratie NICHT mehr machen werden! DANN werden leider die Rufe nach einem neuen Führer wieder kommen. Lauter und immer lauter - bis dann Wahlen durch Akklamation, Revolution und Straßenterror der Parteimilizen ersetzt sein werden! Und die Schuldigen an DIESER Entwicklung sitzen dann im Bundestag selbst. Die Gegenstimmen sollten wir im Interesse der geschichtlichen Wahrheit zu gegebener Zeit jedoch dokumentieren...


Man sollte eigentlich meinen, Churchills durchaus zutreffende Warnung, die er ex post nach dem 2. Weltkrieg aufgeschrieben hat, sei Mahnung genug, mit den Kämpfen für Freiheit, Unabhängigkeit und (im Falle des planwirtschaftlich-totalen Euros) auch für die wirtschaftliche Freiheit NICHT bis zum letzten Moment zu warten, wenn man eigentlich nur noch alles verlieren kann:

"If you will not fight for right when you can easily win without bloodshed;
if you will not fight when your victory is sure and not too costly;
you may come to the moment
when you will have to fight with all the odds against you
and only a precarious chance of survival.
There may even be a worse case:
You may have to fight when there in no hope of victory,
because it is better to perish than to live as slaves."

 

www.goldseitenblog.com/peter_boehringer


h - dein Beitrag hier

 


 

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