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Schäuble neuer Boss der Euro-Gruppe?

Merkel will Schäuble für Euro-Topjob. Finanzminister soll Leitung der Euro-Gruppe übernehmen. Poker um Spitzenposten hält an. Der Euro-Gruppen-Vorsitz ist Teil eines Pakets aus vier Spitzenposten, um das es hinter den Kulissen ein heftiges Tauziehen gibt.

 

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihren Finanzminister Wolfgang Schäuble nach Informationen der Financial Times Deutschland (Freitagsausgabe) als Chef der Euro-Gruppe vorgeschlagen. Die Kanzlerin habe bei anderen Regierungschefs dafür geworben, dass Schäuble Nachfolger des Luxemburger Ministerpräsidenten Jean-Claude Juncker als Vorsitzender der Euro-Finanzminister werde, hieß es in Brüssel und mehreren EU-Hauptstädten.

Der Euro-Gruppen-Vorsitz ist Teil eines Pakets aus vier Spitzenposten, um das es hinter den Kulissen ein heftiges Tauziehen gibt. Die Entscheidung könnte sich bis nach den französischen Präsidentschaftswahlen im Mai verzögern. „Noch geht das Spiel nicht auf“, sagte ein hochrangiger EU-Finanzpolitiker. Die Bundesregierung erklärte auf Anfrage, sie äußere sich nicht zu Personalspekulationen.

Deutschland würde mit Schäubles Wahl durch die anderen Finanzminister zumindest nach außen seine Macht in der Euro-Zone stärken. Der 69-Jährige hat unter seinen Kollegen enormen Einfluss und ist erste Wahl, wenn die Euro-Gruppe nicht wieder von einem Regierungschef geleitet wird. „Er hat im Moment die besten Karten“, sagte ein Informant. Die beiden Regierungschefs mit Finanzministererfahrung, Jyrki Katainen aus Finnland und Mario Monti aus Italien, haben bereits abgelehnt.

Schäuble würde sein Amt in Berlin behalten müssen, hätte dann aber weniger Zeit für die deutsche Innenpolitik. EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy hat bisher verhindert, dass es einen hauptamtlichen Chef der Euro-Gruppe gibt. Obwohl Schäuble in Paris ausgezeichnet vernetzt ist, gibt es noch keine Zustimmung von Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy. „Sarkozy fürchtet, die deutsche Position könnte zu stark werden. Seit klar ist, dass Merkel für Schäuble sondiert, hat sich die Ablehnung Sarkozys gegen Juncker geändert“, hieß es in Kreisen der Euro-Gruppe. In Brüssel wird spekuliert, dass Juncker doch bis 2014 weitermachen könnte. Eigentlich will der 57-Jährige sich wegen Arbeitsüberlastung zurückziehen.

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