Deutsche Industrieproduktion stürzt zum Jahresende ab. Dies kam überraschend, da die gestern vorgelegten Auftragsdaten eine deutliche Verbesserung zum November aufwiesen. Nicht nur das Ausmaß sondern auch die Breite des Rückgangs überraschte im Dezember negativ.
von Deutsche Postbank Research
Der Ausstoß der deutschen Industrie hat sich im Dezember um kräftige 2,9% gegenüber dem Vormonat verringert. Dies kam überraschend, da die gestern vorgelegten Auftragsdaten eine deutliche Verbesserung zum November aufwiesen. Wir hatten mit einem Anstieg des Produktionsvolumens gerechnet, die Konsensschätzung des Marktes war Stagnation im Monatsvergleich. Das offizielle Ergebnis unterbot sogar die niedrigste Analystenschätzung. Die Revision des Novemberwertes von -0,6% auf 0,0% fiel vor diesem Hintergrund kaum positiv ins Gewicht.
Nicht nur das Ausmaß sondern auch die Breite des Rückgangs überraschte im Dezember negativ. Denn in allen Abgrenzungen wurden Rückgänge verzeichnet. Während dies bei der Energiekomponente aufgrund des milden Wetters noch nachvollziehbar ist, lässt sich das kräftige Minus in der Baubranche genau aus diesem Grund nicht erklären. Auch im Verarbeitenden Gewerbe kam es durchgehend zu mehr oder weniger deutlichen Rücksetzern. Insgesamt wurde hier ein Minus von 2,7% verzeichnet, bei der Fertigung von Kapitalgütern waren es sogar -3,6%.
Im vierten Quartal gab die Industrieproduktion um 1,9% gegenüber dem Vorquartal nach. Damit deutet auch die Produktionsseite darauf hin, dass das BIP Ende 2011 gesunken ist. Auch die Vorzeichen für das laufende Jahresviertel sind aufgrund des schwachen Quartalsendes nicht gut. Der negative Überhang für das 1. Quartal 2012 beträgt knapp 2%.
In der Summe überraschten die Produktionsdaten für Dezember sehr negativ. Sie passen damit weder zur insgesamt guten Auftragslage noch zu den verbesserten Stimmungsdaten aus dem Verarbeitenden Gewerbe. Dies legt die Vermutung nahe, dass die Daten in naher Zukunft revidiert werden. Sollte es allerdings nicht dazu kommen und sich auch kein positiver Gegeneffekt zum Jahresauftakt einstellen, dürfte die Produktion auch im 1. Quartal rückläufig sein.
In die Statistik fließen die Daten der größten deutschen Industrieunternehm ein, unter anderem aus der Chemiebranche von Bayer und bei Stahl von Thyssenkrupp sowie der Automobilindustrie von beispielsweise Volkswagen.
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