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Banken: GR bleibt schwierig | Drucken |
22.02.2012

Die Chefvolkswirte deutscher Banken sehen einigermaßen zuversichtlich ins Jahr 20212: „Die wichtigste Stütze ist dabei die starke deutsche Binnennachfrage“. - Die Situation in Griechenland bleibe allerdings schwierig.

 

 „Auf die deutsche Wirtschaft ist auch in diesem Jahr Verlass“, sagt Hans-Joachim Massenberg, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Bankenverbandes, heute bei der Vorstellung der Konjunkturprognose 2012 in Berlin. Der Ausschuss für Wirtschafts- und Währungspolitik des Bankenverbandes geht davon aus, dass die deutsche Wirtschaft auch 2012 wieder wachsen wird, wenngleich das Wachstum mit 0,5 Prozent eher moderat ausfallen dürfte. Im ersten Quartal 2012 könne es noch einmal einen kleinen Dämpfer geben, dann aber rechnen die Chefvolkswirte der privaten Banken für das Gesamtjahr 2012 mit einer allmählichen Wiederbelebung. Für 2013 erwarten sie eine Steigerung der Wachstumsrate auf 1,5 Prozent.

„Die wichtigste Stütze ist dabei die starke deutsche Binnennachfrage“, erklärt Hans-Joachim Massenberg in Berlin. Zwar sei auch in anderen international wettbewerbsfähigen Euro-Ländern zumindest mit einem leichten Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu rechnen, der Euro-Raum insgesamt befinde sich hingegen in einer milden Rezession. Sofern die Staatsschuldenkrise unter Kontrolle bliebe, rechnen die Chefvolkswirte für den gesamten europäischen Währungsraum 2012 mit einem BIP-Rückgang von 0,4 Prozent.

„Die Rückbildung der Spreads in den Krisenländern zeigt , dass sich bei der europäischen Staatsschuldenkrise die allgemeine Lage leicht entspannt hat“, so Massenberg weiter. Die Situation in Griechenland bleibe allerdings schwierig. Zwar hätten sich die Euro-Staaten auf ein neues Rettungspaket und die Bedingungen für eine sehr weitgehende Umschuldung geeinigt. „Die Hilfe wirkt allerdings nur, wenn die dringend erforderlichen Strukturreformen zügig und entschlossen von der griechischen Regierung auf den Weg gebracht  werden“, betont Massenberg. Zudem müsse die griechische Politik ihrer Bevölkerung klar vermitteln, welche Chance sich ihr nun biete.

Damit sich die Lage in Griechenland dauerhaft verbessere, müssten alle an einem Strang ziehen. Die privaten Banken leisteten dabei einen enormen Beitrag und übernähmen große Verantwortung. Der Schuldenschnitt sei erheblich und die Zinsen für die neuen Anleihen über viele Jahre hinweg sehr niedrig. „Wir gehen von einer hohen Beteiligung der privaten Investoren am Tauschangebot aus.“
 
Im Ausschuss für Wirtschafts- und Währungspolitik des Bankenverbandes sind zurzeit 15 Chefvolkswirte von privaten Banken in Deutschland sowie des Bankenverbandes vertreten. Das Gremium veröffentlicht zweimal im Jahr eine Konjunkturprognose, die auf einer Umfrage unter den Mitgliedern des Ausschusses und der anschließenden Diskussion der Umfrageergebnisse beruht.


Mitglieder im Ausschuss sind:
Stefan Schilbe, Chefvolkswirt, HSBC Trinkaus & Burkhardt AG, Düsseldorf und Ausschussvorsitzender.
Uwe Angenendt, Chefvolkswirt, BHF-BANK Aktiengesellschaft, Frankfurt am Main.
Dr. Marco Bargel, Chefvolkswirt, Deutsche Postbank AG, Bonn.
Dr. Elga Bartsch, Chefvolkswirtin Europa, Morgan Stanley UK Group, London.
Norbert Braems, Chefvolkswirt, Sal. Oppenheim jr. & Cie. KGaA, Köln.
Dr. Kurt Demmer, Chefvolkswirt, IKB Deutsche Industriebank AG, Düsseldorf.
Carsten Klude, Chefvolkswirt, M.M.Warburg & CO KGaA, Hamburg.
Dr. Jörg Krämer, Chefvolkswirt, Commerzbank AG, Frankfurt am Main.
Dr. Thomas Mayer, Chefvolkswirt, Deutsche Bank Gruppe, Frankfurt am Main.
Dr. Jürgen Michels, Chefvolkswirt Euro-Raum, Citigroup, London.
Dr. Andreas Rees, Chefvolkswirt Deutschland, Bayerische Hypo- und Vereinsbank AG, München.
Dr. Holger Schmieding, Chefvolkswirt, Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG.
Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt Deutschland, Goldman, Sachs & Co. oHG, Frankfurt am Main.

 


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